Das Begleitete Malen ist eine Form der Kunsttherapie. Es wurde von der Schweizerin Bettina Egger begründet, als eine Weiterentwicklung des Ausdrucksmalens nach Arno Stern.
Wie geht das vor sich?
Gemalt wird in einem Atelier als eine Art Schutzraum. Der Raum ist fensterlos, damit es möglichst keine Ablenkung von außen gibt. Das Papier wird an den Wänden aufgehängt, in der Mitte des Raums stehen Palettentische.
Es wird mit Gouache- oder Temperafarben gemalt, entweder mit Pinseln oder mit den Fingern. Das Bild wird in der Mitte begonnen und flächig nach außen gemalt, es werden keine Konturen oder Begrenzungen vorgegeben, das Motiv entwickelt sich beim Malen.
Das Motiv?
Es werden Metaphern (dazu später mehr) gemalt in realistischer, gegenständlicher Darstellung.
Das Malen findet in einer Gruppe statt, begleitet von der Malleiterin (Therapeutin).
Im Mittelpunkt steht die Arbeit am Bild. Das Bild wird nicht tiefenpsychologisch interpretiert, sondern bleibt stehen, wie es ist.
Und was ist daran jetzt Therapie?
Entscheidend ist nicht das Bild als Ergebnis, sondern der Weg auf dem es zu diesem Bild kommt. Es geht nicht darum, etwas Schönes oder Künstlerisches zu malen, sondern um den Malprozeß als solchen. In diesem Malprozeß finden innere Bilder ihren Weg aufs Papier, oftmals erzählen diese Bilder dem Malenden eigene Geschichten (auch dazu später mehr). Durch das Begleiten gibt es auch die Möglichkeit, ganz anders, als gewohnt vorzugehen, im Schutzraum des Ateliers. So kann z.B. ein eher zögerlicher Mensch ermutigt werden, beherzter draufloszumalen. Neue Verhaltensweisen lassen sich erproben und dann ins Alltagsleben übertragen.
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