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Sabine Feickert
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Non scolae, sed vitae discimus

…, sondern für’s Leben lernen wir.

Theoretisch jedenfalls. Gerade jetzt, kurz vor den Halbjahreszeugnissen, kann da aber durchaus ein ganz anderer Eindruck vorherrschen. Schüler und Eltern sind schwer im Notenstress, hier wird gebibbert und gebangt dort über Tarife für Zeugnisgeld verhandelt.

Ich will mich nun nicht über den Sinn oder Unsinn von Notenzeugnissen auslassen, dazu gibt es in dem Medienecken einen sehr schönen Artikel, sondern mich darauf konzentrieren, wie denn nun für’s Leben gelernt wird.

Kurz nach Beginn dieses Schuljahres hatte ich – aus unerfreulichem Anlass – ein ganz interessantes und erfreuliches Gespräch mit einem Mathematiklehrer. Dabei ging es auch darum, was gelernt, im Sinne von reproduzierbar auswendig gelernt, und was verinnerlicht ist.

Am Beispiel der Bruchrechnung (Thema in der 6. Klasse) zeigte er mir auf, wie er sofort erkennt, ob Schüler das verinnerlicht haben oder damals die guten Noten hatten, weil sie die Regeln auswendig gelernt und die Anwendung gut geübt haben. Er stellte einer neunten Klasse ganz einfache Bruchaufgaben (1/2 + 1/4). An den Antworten war ganz deutlich zu erkennen, wer gelernt und vergessen und wer verstanden hatte.

Wie gelangen aber die Schüler zum Verstehen?

Gerade bei diesem Beispiel der Bruchrechnung landen wir sehr schnell wieder beim Bild - jemand, der sich diese Aufgabe bildlich vorstellt (eine halbe Pizza und eine viertel Pizza) hat automatisch das richtige Bild vor Augen – die dreiviertel Pizza.

Wenn wir Grundprinzipien in Bilder umsetzen können, dann ist das schon die halbe Miete. Unser Gehirn arbeitet viel mit Bildern – alles, was wir uns bildlich darstellen können, liefern wir dem Gehirn gut aufbereitet zur Speicherung und Anwendung.

Zum Bild gelangen – das können wir üben und lernen.

Wie? Ganz einfach – durch Tun.

Malen, skizzieren, zeichnen. Das Ergebnis muss nicht schön und perfekt sein, es wirkt trotzdem!

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