Meine 5 besten Tipps für eine langjährige, lebendige Beziehung

Auch hier gilt wieder: Der nachfolgende Artikel ist vollkommen subjektiv, nicht wissenschaftlich abgesichert und beruht lediglich auf meinen persönlichen Ansichten und Erfahrungen.

Glotze aus und eine gemeinsame Mahlzeit am Tag

Seit etwa 14 Jahren schauen mein Mann und ich kaum noch fern. Mittlerweile hat das TV-Programm in unserem Tagesablauf überhaupt keinen Platz mehr. Und uns fehlt dabei gar nichts, wir wüssten nicht, was wir uns überhaupt anschauen sollten.

Nachrichten sind über Radio, Internet und Tageszeitung ausreichend abgedeckt, Filme die wirklich interessant sind, sehen wir uns etwa fünf Stück pro Jahr auf DVD an.

Wir ernten damit noch immer ungläubige Blicke – “was macht ihr denn abends?”.

Eigentlich ganz einfach – unsere gemeinsame Hauptmahlzeit mit der ganzen Familie ist das Abendessen. Das findet relativ spät (zwischen 19 und 29 Uhr) statt, weil eins der Kinder immer irgendein Sporttraining, Tanzstunde oder sonstige Aktivitäten hat. Schon während des Kochens geht bei uns das große Erzählen los – was hat sich den Tag über ereignet, wen hab ich getroffen, was ist noch zu erledigen usw.

Beim Essen setzt sich das fort, auch die Kinder berichten über ihren Tag. Entsprechend lang dauert die Mahl- und Erzählzeit. Eigentlich läuft das so den ganzen Abend weiter – irgendwann wird der Tisch abgeräumt, die Kinder machen sich bettfertig, kommen nochmal in die Küche, weil ihnen noch etwas wichtiges eingefallen ist, was sie noch erzählen wollten.

Und wenn die Teenies dann in ihren Zimmern sind, sind wir als Paar schon so im Erzählen drin, dass wir erst dann ein Ende finden, wenn die Augen anfangen zuzufallen.

Erleichtert wird das natürlich dadurch, dass wir eine relative große und behagliche Wohnküche haben.

Was wir so viel zu erzählen haben?

Wenn sich nicht aus den Erlebnissen des Tages ein Thema ergibt, dann ganz sicher aus den Hobbies und Interessen oder Ideen und Wünschen. Das muss man vielleicht erst (wieder) lernen, wenn vorher das große Schweigen geherrscht hat, aber irgendwann ist es so notwendigund selbstverständlich wie Wasser – im Gespräch bleiben.

Rituale für die Partnerschaft

Das Wort Rituale klingt vielleicht nach Routine und Langeweile oder gar nach irgendwelchen stocksteifen, religiösen Veranstaltungen. Das soll hier nicht gemeint sein. Nehmen wir lieber die Definition, die das Familienhandbuch für Paarrituale anbietet:

“Rituale entstehen im Verlauf des Zusammenlebens aufgrund bestimmter, aber auch zufälliger Ereignisse oder sich im Alltag entwickelnder Handlungsmuster. Diese empfindet das Paar als so angenehm, dass sie regelmäßig oder unregelmäßig wiederholt werden.

Es handelt sich bei Ritualen um vom Paar gemeinsam entwickelte symbolische Handlungen. Symbolisch, weil sie als “Sinnbilder” aufgefasst werden können, die entscheidende hintergründige Bedeutungen besitzen. Sie können daher dem anderen über die sichtbare Handlung hinaus etwas zu verstehen geben. Dabei sind auch jene Rituale eingeschlossen, die sowohl täglich wiederholt als auch einmalig ausgeführt werden. Folglich können auch einmalige, spontane Inszenierungen und kleinere Feiern eines Ereignisses (z.B. die berufliche Beförderung eines Partners oder ein positiver Schwangerschaftstest) für die Partner Rituale darstellen. Entscheidend ist letztendlich, was das Paar mit den gemeinsamen Handlungen für sich hervorhebt sowie der Ablauf der Ausführung. “

Ob es nun das ausgiebige Sonntagsfrühstück, ein gemeinsamer Spaziergang, die Tasse Kaffee nach dem Essen ist, bleibt jedem selbst überlassen.

In der Regel entwickeln sich solche Rituale von selbst, aber warum nicht gezielt welche suchen und einführen?

An einem Strang ziehen

Ich sehe den Punkt, an dem eine Beziehung kippen kann, da, wenn nicht mehr an einem Strang gezogen wird. Sei es nun nur, dass es eigentlich keine gemeinsamen Interessen oder Ziele (mehr) gibt oder sogar offen (oder verdeckt) gegeneinander gearbeitet wird.
Die Kinderaufzucht allein ist als gemeinsames Ziel nur in begrenztem Umfang und für eine begrenzte Zeit tauglich.

Nicht nichts ohne Dich

Ein weiterer, ganz wichtiger Faktor ist für mich, dass jeder auch seine eigenen Interessen und Erlebnisse hat. Sei es nun eine Fortbildung, ein Sport, ein Hobby, solche Aktivitäten tragen ganz entscheidend dazu bei, dass der Horizont nicht hinter der Haustür endet.

Gerade wenn ein Partner einen großen Teil der Zeit im Haus verbringt – sei es nun wegen Kinderbetreuung, Altenpflege oder Homeoffice – ist es zwingend notwendig, auch mal raus zu kommen, andere Menschen zu treffen und neue Eindrücke zu gewinnen.

Die richtige Balance zwischen Gemeinsamkeit und Distanz zu finden ist nicht leicht, aber notwendig.

Liebe Dich selbst

Eigentlich sollte das ja mittlerweile in den Köpfen angekommen sein – wer sich nicht selbst liebt, kann auch keinen anderen Menschen lieben.

Nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen.

Und doch ist es in der Praxis für die meisten Menschen unglaublich schwer, sich selbst Liebe und Wertschätzung entgegen zu bringen. Auch im Malatelier zeigt sich das immer wieder – und kann dort zum Thema gemacht und bearbeitet werden.

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