“Mit Wehmut erinnert man sich an Alfred Hitchcocks Duschszene in „Psycho“ – damals, im Jahr 1960, war das die Schockersensation schlechthin. Das Entsetzen beim Zuschauer entstand jedoch lediglich durch erhaschte Fragmente eines letztendlich weitgehend ausgesparten Gräuels. Qualen und Sterben des Opfers wurden nicht wirklich gezeigt, sondern vom Betrachter im Kopf erst zusammengesetzt. Hitchcock hat alles nur angedeutet. “
Das Kopfkino machte in alten Filmen und Romanen möglich, dass im Kopf des Zuschauers oder Lesers die genau richtige Dosis an Grauen entstand.
Ob es nun das zunehmende Medienangebot, ein Wettlauf um immer detailliertere Darstellungen oder noch tiefergehende Beweggründe waren, die zu den heutigen Darstellungen führten, im Ergebnis wird die eigene Phantasie des Konsumenten immer weniger einbezogen.
Wie jede Fähigkeit, die nur selten gebraucht wird, verkümmert die Phantasie, wenn sie nicht mehr regelmäßig zum Einsatz kommt.
Was aber genau ist eigentlich Phantasie?
Im ursprünglichen Wortsinn ist sie nichts weniger als eine Vorstellung, im Sinne von Vorstellungskraft.
Die Vorstellungskraft ist aber eine unabdingbare Grundvoraussetzung für Kreativität und Empathie. Wer sich nicht vorstellen kann, wie es einem anderen Menschen geht, kann sich nicht in ihn einfühlen, nicht nachvollziehen, was im Gegenüber gerade vorgeht.
Doch nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, der ja noch immer gern als vernachlässigbar angesehen wird, brauchen wir Phantasie.
Auch Problemlösungen jeglicher, auch technischer, Art erfordern die Vorstellungskraft als Voraussetzung. Ein Ingenieur, der sich nicht bildhaft vorstellen kann, wie seine Konstruktion aussehen und funktionieren wird, kommt nicht über die bloße Nachahmung des Bekannten hinaus. Ein Wissenschaftler, der sich keine Vorstellung von seinem Arbeitsgebiet erschaffen kann, wird auf der Stelle treten. Und Manager, die nicht wenigstens einen Hauch empathiefähig sind, können zwar vielleicht kurzfristige Erfolge verbuchen, langfristig werden aber auch ihnen fehlende Visionen zum Verhängnis werden.
Untrennbar mit der Phantasie verbunden ist die Kreativität. Die spielt keineswegs nur für Künstler eine Rolle, sondern stellt – ganz stark vereinfacht – die Fähigkeit dar, aus Erlerntem neue Problemlösungen zu erschaffen.
Die gute Nachricht zum Schluss: Phantasie und Kreativität lassen sich trainieren, von kleinauf bis ins hohe Alter.
…die Zahl chronisch Kranker weltweit stark ansteigt: Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen sowie Krebs sind die häufigsten Todesursachen und zeichnen für geschätzte 35 Millionen Tote jährlich verantwortlich.
Ich grüble nun, ob ich den Sinn dieses Tages falsch verstanden habe, oder ob sich hier das Nightingale-”Syndrom” mal wieder in Perfektion zeigt?
Der Tag der Pflegenden – darunter hätte ich mir eigentlich vorgestellt, ein Tag, an dem die enormen Leistungen, die Menschen als Pflegende, ob nun beruflich oder im familiären Bereich, vollbringen, gewürdigt werden.
Statt dessen wird ein Teil der Pflegebedürftigen in den Blickpunkt gerückt. So sinnvoll und berechtigt es nun sicherlich auch ist, auf die chronisch Kranken mit Herzproblemen, Diabetes, etc hinzuweisen – wo bleibt der Blick auf die Pflegenden?
Werden die erst beachtet – oder schlimmer noch, beachteten die sich erst dann selbst – wenn sie in Folge der dauernden Überlastung selbst chronisch krank geworden sind?
Nicht von ungefähr sind die Pflegeberufe ganz weit oben auf der Liste der burnoutgefährdeten Personen.
Liebe Pflegende, an dieser Stelle möchte ich Euch meine ausdrückliche Anerkennung aussprechen.
Der Deutsche Hebammenverband fordert für die Hebammen in den Kliniken und der Freiberuflichkeit:
Eine Anhebung der Honorare und Gehälter auf ein Niveau, das der hohen Verantwortung entspricht, die Hebammen übernehmen.
Eine Finanzierung der Krankenhäuser durch die Politik und nicht durch Lohnverzicht der Beschäftigten.
Eine Qualitätssicherung der Geburtshilfe im Krankenhaus durch Senkung der Geburtenzahlen pro Hebamme pro Jahr.
Die Solidarität Aller, damit die Wahlfreiheit des Geburtsortes erhalten bleibt.
Ausführliche Informationen dazu gibt es unter hebammenprotest.de. Hier geht es direkt zur Petition.
Als zweifache Mutter habe ich die wohltuende Unterstützung durch kompetente Hebammen selbst erlebt.
Damit auch meine Tochter in einigen Jahren darauf zurückgreifen kann, habe ich die Petition gezeichnet und bitte jede Leserin/jeden Leser darum, sich das Anliegen der Hebammen anzuschauen und sie zu unterstützen.
Die Hebammen leisten einen wichtigen Beitrag zu einer selbstbestimmten und ganzheitlichen Schwangerschaft und Geburt, ob in Klinik, Geburtshaus oder zu Hause. Ihre Arbeit darf nicht den Sparzwängen zum Opfer fallen, denn betroffen wären davon nicht nur die etwa 18000 Hebammen im Land, sondern die etwa 700000 Geburten pro Jahr.
Was alles ins Arbeitsfeld der Hebammen fällt, darüber gibt es jede Menge Informationen und Impressionen im Schwangerschaftserlebnis-Blog.
Hoffentlich habt Ihr es gut angefangen und sitzt jetzt höchstens noch ein bisschen müde von einer schönen Feier da.
Oder quält Euch doch ein ausgewachsener Kater? Dann nichts wie raus an die frische Luft und eine Runde flott spazierengehen. Damit das Tempo stimmt, gebe ich Euch ein Lied mit auf den Weg, eines, das zum Jahresanfang passt, aber eigentlich ein Lied für jeden Tag sein sollte:
Wo stünde die Menschheit, wenn alle ihre Vertreter bienenfleissig wären?
Ich behaupte jetzt mal ganz kühn, sie würden noch immer in Höhlen hocken und tagein tagaus kilometerweit zur Jagd und zum Sammeln marschieren.
Denn beruhen nicht viele Erfindungen auf dem Wunsch, sich das Leben einfacher und bequemer zu machen?
Gab und gibt es nicht Menschen, die im Hinterkopf immer wieder überlegen, wie sich die ungeliebte Arbeit XY vereinfachen ließe?
Sicher kam da im Rahmen der Industrialisierung auch der Gedanke an Gewinnmaximierung dazu, doch ursprünglich lag die Motivation ganz sicher in der Bequemlichkeit, glaube ich ganz fest!
Ein sehr schwieriges und heikles Thema, kindgerecht und behutsam und doch umfassend dargestellt. Sonnige Traurigtage erzählt von Mona und Mona-Mama und den sonnigen und traurigen Tagen. Die traurigen Tage, an denen Mona-Mama so depressiv ist, dass sie sich nicht mehr um Mona kümmern kann. Mona versucht, mit allerlei kindlichen Lösungsansätzen, ihre Mama wieder gesund zu machen. Mit der Unterstützung von Monas Lehrerin gelingt es, Mona-Mama davon zu überzeugen, dass sie ärztliche Hilfe braucht und diese auch in Anspruch nimmt.
Monas Ängste und Bemühungen werden ganz liebevoll dargestellt und die Personen, die ihr im Buch helfen, erklären die Hintergründe psychischer Krankheiten. Ganz stark wird auf den Aspekt eingegangen, dass sich die Kinder Betroffener, die Schuld an der Erkrankung ihrer Eltern geben. Mona erfährt zu ihrer Erleichterung, dass nicht sie Mamas Traurigkeit verursacht hat und sie ihr auch nicht beim Gesundwerden helfen kann.
Ergänzt wird die Geschichte um einige Seiten mit Erläuterungen für Erwachsene, die den Kindern psychisch kranker Eltern als Bezugspersonen zur Seite stehen.
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