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Nachdem ich mir so meine Gedanken über den Verlust von Phantasie und Kreativität gemacht habe, möchte ich hier ein nettes Buch vorstellen:
Sabine Bohlmann: Ideenreich – mit Kindern kreativ sein
Die Schauspielerin und Autorin Sabine Bohlmann lädt ein zu einer Reise ins Ideenreich:
Von Pappenheim über Kunsthausen, durch Holzhausen und Geröllingen führt der Weg an Müllhalden vorbei bis nach Stofflingen. Es ist keine schnelle Reise, sondern ein gemütlicher, genussvoller Weg mit langen, kreativen Pausen an den einzelnen Stationen.
In Pappenheim werden Autos und Züge aus großen Pappkartons gebaut, ein Windelkarton verwandelt sich in ein Parkdeck für das Kinderzimmer. Kaufladen, Bauchladen, Bänke und Sammelsurium-Regale, Murmelbahn und sogar Barbies rosa Himmelbett entstehen.
In Kunsthausen wird gemalt, gezeichnet, gedruckt nach Herzenslust und – zu meiner großen Freude – mit gutem, hochwertigem Material. Riesenbilder und Daumenkinos, Lesezeichen und Skulpturen werden kreiert.
Holzhausen steht im Zeichen alter Bretter, die sich in allerlei Nützlichkeiten und Schönheiten mit praktischer Funktion verwandeln und als Garderoben, Schlüsselbretter und Tafel zu neuem Leben erwachen.
Auch die allseits geliebten Steine erfahren hier eine weitergehende Verwendung als Puzzle oder Adventskalender. Auf den Müllhalden werden alte Stühle mal ganz anders renoviert und unendlich viele Verwendungszwecke für Tapetenbücher vorgestellt.
Taschen, Turnbeutel und verschiedene Bücher sind nur eine kleine Auswahl der Sehenswürdigkeiten, die Stoffhausen bietet.
Allen Reisezielen gemein ist, dass die Wegbeschreibungen recht grob gehalten sind, wer genaueste Angaben für die Computernavigation braucht, wird damit wahrscheinlich nicht so recht glücklich werden und sollte vielleicht lieber auf die herkömmlichen Bastelbücher mit Schnittmusterbogen und Bezugsquellenangaben zurückgreifen.
Wer sich jedoch gern mit einer groben Karte auf den Weg macht und mit Eigeninitiative und offenen Augen durch die Landschaft streift, dabei auch bereit ist, vom Weg abzukommen, weil ein lohnenswertes Ziel lockt, das gar nicht im Reiseführer drinsteht, der wird diese Buch lieben. Als eine Inspirationsquelle für die eigene Reise durch das ganz eigene Ideenreich.
Diesen “Reiseführer” bei Amazon bestellen:Ideenreich: Mit Kindern kreativ sein
Heute Abend werden sie wieder durch die Lande ziehen und hoffentlich allerlei harmlosen und lustigen Schabernack anstellen – bitte keine Sachbeschädigung und Gefährdungen!!!
Ich will diese Gelegenheit nutzen und ein paar Tonkartonmasken vorstellen, die bei uns im Rahmen einer Geburtstagsparty entstanden sind – Anlass dafür war allerdings Halloween, da die Walpurgisnacht zeitlich ziemlich weit von den Geburtstagen entfernt ist.
Die Maskenbildner waren damals 12 bis 13 Jahre alt, vorgegeben war lediglich eine Gesichtsgrundform mit den Augenausschnitten. Als Material war Tonkarton in unterschiedlichen Farben, Gummiband zum Antackern und ein dicker schwarzer Filzstift nötig – großer Spaß für kleines Geld.
 Die Hexen sind los!
Allen Hexen und Hexern wünsche ich heute Abend viel Spaß!
Aber bitte denkt dran – witzige und coole Aktionen machen allen Spaß – Schmierereien auf Häusern und Autos nicht!
Und ausgehobene Gully-Deckel sind kein Spaß, sondern unter Umständen lebensgefährlich!!!
(c) Fotos: Nadja Feickert
Ich wünsche Euch ein frohes, sonniges (hallo Petrus, bitte mal herhören!) und wunderschönes Osterfest!
Heute Nachmittag gab es hier noch einen ganz spontanen Mini-Workshop – Teenies bemalen Ostereier. Einige Ergebnisse möchte ich Euch gern zeigen, den Riesenspaß der Akteure müsst Ihr Euch selbst vorstellen.
 Eigentlich sollten nur die beiden weißen Eier mit speziellen Filzstiften bemalt werden, weil sie beim Kochen gesprungen waren – aber der Spaß an der Sache wurde dann so groß, dass auch ein paar Gefärbte herhalten mussten.
 Flüssigfarben lassen sich vielfältig variieren
Ich habe mich ja schon mehrfach dafür ausgesprochen, Kindern Flüssigfarben (Tempera oder Gouache) zur Verfügung zu stellen. Mit diesen kann man – so wie die Farben aus der Flasche kommen, entweder mit Pinseln oder mit den Fingern malen.
Um ein besonderes Gefühl beim Malen mit den Fingern und interessante Effekte auf dem fertigen Bild zu erzeilen, kann mit diesen Farben auch sehr einfach variiert werden.
Vermischt man diese Farben mit dünn angerührtem Tapetenkleister zu Kleisterfarben, so werden sie dünnflüssig und herrlich glitschig. Die Farben trocknen transparent auf.
Mit Sägemehl oder kleingebröselten Cornflakes vermischt, ergeben sich interessante Struktureffekte, sowohl beim Malen als auch auf dem fertigen Bild.
Grobkörniges Salz unter die Farben gerührt, ergibt ebenfalls eine interessante Struktur, darüberhinaus verändern sich die Farben beim Trocknen aber weiter und erzeugen ganz spannende Farbeffekte.
Wenn demnächst die Ostereier gefärbt werden, dann bietet es sich an, mit der übrigen Farblösung Puddingfarben herzustellen. Das Rezept dafür gibt es auf den Kindergarten-Workshop Seiten, ich habe statt dem Wasser die Ostereierflüssigkeit verwendet und konnte so auf zusätzliche Abtönfarbe verzichten.
Die Puddingfarben ergeben eine herrliche Pampe und wird am besten auf Karton aufgetragen, die Innenseiten von Cornflakeskartons eignen sich dafür ganz hervorragend. In diese Pampe können mit den Fingern oder Werkzeugen Strukturen geritzt werden.
Die Umgebung sollte gut abgedeckt werden und dann viel Spaß beim Malen!
 Womit dürfen Kinder malen?
Ich persönlich finde Wasserfarben für Kinder einfach furchtbar. Gut sie sind billig preiswert und der trockene Farbkasten ist ganz gut zu transportieren.
Liebe Kunstlehrer, bevor Ihr jetzt auf mich einprügelt – ich kenne die entsetzten Blicke und Kommentare der Eltern, wenn für istdochnur Kunst Geld ausgegeben werden soll. Von daher verstehe ich diesen Kompromiss irgendwo. Und die “besseren” Hersteller haben schon eine passable Qualität.
Aber trotzdem finde ich für Kinder Wasserfarben einfach nur furchtbar oder genauer – ungeeignet.
Es wird in der Regel ein (oder manchmal sogar zwei) Borstenpinsel dazu verwendet. Nach ca. fünf Minuten hat der dann die gleiche schmutzig-grau-grün-braune Färbung wie der zugehörige Wasserbecher. Die Dreckbrühe verteilt sich gleichmässig auf alle weiteren Farben und verwandelt leuchtendes Gelb in grünlichen Senf.
Zumeist decken die Farben auf dem Papier auch nicht, weil die Schüler wenig Lust haben (oder es nicht wissen), die Farbe solange mit wenig Wasser anzurühren, bis sich Bläschen darauf bilden. Denn dann und erst dann, decken die Farben einigermaßen.
Und die Pinsel? Störrische Borstenpinsel werden gebraucht, um das Rühren im Farbnapf halbwegs unbeschadet zu überstehen. Mit diesen lässt sich dann aber nur sehr schwer die Farbe auf dem Papier auch wirklich auf die vorgesehenen Stellen bringen, wegstehende Pinselhaare sorgen dafür, dass die Farbe in die schon bemalten Stellen eindringt und dort dann zum Vermischen führt, wenn die dortige Farbe noch nicht vollständig getrocknet war. War sie es, dann legt sich die neu aufgetragene Farbe wie eine Lasur über die vorhandene und helle Farben decken Dunkle keinesfalls ab.
Entgegen der landläufigen Vorstellung sind Wasserfarben auch nicht mehr wasserlöslich, wenn sie mal getrocknet sind – nein, auch nicht auf Textilien.
An den Zuständen in den Schulen werde ich hier sehr wahrscheinlich nichts ändern können – aber, liebe Eltern, die Ihr zu Hause Euren Kindern etwas Gutes tun wollt:
Stellt ihnen zum Malen halbwegs vernünftiges, kindgerechtes Material in Form von Flüssigfarben (Tempera oder Gouache) zur Verfügung!
Im Moment ist es wieder eher ruhig um ihn geworden – Christo und seine Frau Jeanne-Claude, die alle paar Jahre spektakuläre Verpackungskunst zelebrieren.
Im Jahr 2005, Christo hatte damals gerade den Central Park in New York mit seinen Gates bereichert, griff ich das Thema mit Grundschulkindern auf.
Wir haben uns zunächst ältere Werke von Christo in Büchern angeschaut und besprochen, danach haben die Kinder untersucht, wie sich Alltagsgegenstände durchs Verhüllen verändern. Das zur Verfügung gestellte Material waren verschiedene dünne Papiere, Stoffe, Folien, Schnüre und Wolle, was gerade greifbar war. Alle Beteiligten waren fasziniert davon. Unsere Sehgewohnheiten wurden offensichtlich und auf eine Probe gestellt.
Noch in der Entstehung:
 Geduldsarbeit...
Und was verbirgt sich hier?
Und da?
Wer erkennt die verhüllten Gegenstände?
Ein ganz einfach, preiswert und schnell herzustellender Kleber ist das. Und der allergrößte Vorteil – gerade für die ganz Kleinen – er ist darüber hinaus noch absolut ungiftig.
Man nehme fünf bis sechs Gummibärchen und erwärme sie. Entweder bei ganz niedriger Wattzahl in der Mikrowelle oder im Wasserbad. Wenn sie gerade anfangen flüssig zu werden, kommt etwa die gleiche Menge Wasser dazu. Gut verrühren und abkühlen lassen. In einem Schraubglas oder einer verschliessbaren Kunsstoffdose hält sich dieser Kleber einige Tage.
Er wird mit einem Borstenpinsel auf das Papier aufgetragen und ist wirklich hervorragend geeignet, um Papier auf Pappe oder Papier zu kleben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Klebstoffen, wellt sich das aufgeklebte Papier dabei nicht, bzw. es trocknet glatt auf.
Ich habe ihn auch schon verwendet, um Packpapier auf Styropor aufzukleben, auch das hat ausgezeichnet funktioniert.
Probier’s mal aus und berichte von Deinen Erfahrungen damit!
Ein absolutes Top für Kinder ist alles, womit man kneten kann.
Ob nun bunte Kinderknete, selbstgemachte Kinderknete, ein schöner großer Tonklumpen oder auch – gerade in der Vorweihnachtszeit – Plätzchenteig, fast alle Kinder kneten leidenschaftlich gern.
Und damit tun sie sich instinktiv sehr viel Gutes. Nicht nur die Kreativität wird hier angeregt, sondern auch die Motorik wird gefördert. Dabei dürfen durchaus auch die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz kommen, je vielfältiger die Anregungen, desto besser.
Die bunte Kinderknete verlockt zum phantasievollen Gestalten. Je nach sonstigen Interessen der kinder entstehen hier Torten, Obst, Tiere oder Figuren. Je kleiner und feiner gestaltet wird, desto mehr wird die Feinmotorik gefördert. Es gibt spezielle Knetwerkzeuge, aber auch ein Plastikbesteck kann hier gute Dienste leisten. Wir hatten die Vereinbarung, dass die allerschönsten Werke getrocknet werden dürfen, der Rest wird wieder weiter verknetet.
Ton bietet sich geradezu an zum abreagieren. Die Arbeitsfläche kann man mit einem alten Wachstuch oder einer Plastikfolie auslegen, gerät Ton an die Kleidung, lässt er sich nach dem Trocknen einfach ausbürsten. Das Material muss zunächst kräftig weichgeknetet werden, das ist durchaus auch mit Kraftaufwand und der Grobmotorik verbunden. Gerade für ADHS Kinder und Kinder mit Wahrnehmungsstörungen ist Ton ein optimales Material. Ist der Ton dann weichgeknetet, wird ein immer differenzierteres Arbeiten möglich. Auch hier können die allerschönsten oder wichtigsten Werke an der Luft getrocknet werden. Die Auswahl sollte dabei auf jeden Fall dem Kind überlassen bleiben. Ton kann in einem Eimer mit gut schliessendem Deckel lange aufbewahrt werden, ist er etwas angetrocknet, so kann er mit Leitungswasser wieder geschmeidig gemacht werden.
Und auch Plätzchenteig bietet viele gestalterische Möglichkeiten. Neben dem klassischen Kneten, Ausrollen, Ausstechen kann auch hier frei geformt werden, kleine Brote für den Kaufladen oder Brezeln zum Beispiel.
Dafür habe ich ein Rezept, das auch bei längerem Kneten nicht klebt:
250 g Butter oder Margarine
200 g Zucker
1 Vanillezucker
1 Eigelb
1 Prise Salz
1/2 Tasse Milch (ca. 70-80ml)
500 g Mehl
Die Plätzchen bei 170° etwa 10 bis 12 Minuten backen.
Probier’s mal aus und berichte von Deinen Erfahrungen damit! Oder hast Du einen anderen tollen Vorschlag?
War kein Museum zu besuchen, haben wir uns oft auch Kunstbände angeschaut. Die waren oft viel interessanter als Bilderbücher.
So war zum Beispiel eine Abbildung von Jan Brueghel d. J. “Der Einzug der Tiere in die Arche Noah” Inspiration für gleich mehrere Bilder meiner Kinder.
Zunächst haben wir gemeinsam die Arche Noah Geschichte zusammengetragen, die beiden wussten schon recht viel darüber.
Interessant kann es auch sein, etwas über die Zeit, zu der das Bild gemalt wurde, und den Maler zu erzählen. Viele Kurzbiografien berühmter Maler sind hier zu finden.
Und hier ist das Original Arche-Noah-Bild von Brueghel zu sehen.
Meine Tochter hat es im Alter von 8 Jahren so dargestellt:
 Die Tiere gehen zur Arche
Kleine Randanmerkung: Dieses Kind war in der Malentwicklung ihrem Alter schon immer sehr weit voraus, bitte keine Sorgen machen, wenn andere 8jährige noch nicht so malen.
Der damals sechsjährige Sohn hat sich ganz stark von der Vorlage gelöst. Eigentlich sehr logisch und schlüssig, hat er erklärt, ‘da muss die Arche drauf’, sonst wissen doch die Tiere gar nicht, wo sie hin sollen. (schmunzel)
 Wenn die Arche nicht auf dem Bild ist, wissen die Tiere nicht, wo sie hin müssen.
Man beachte die “Leiter” am Mast der Arche, das stellt eine andere Form der unorientierten Tastfigur dar.
Vom Bruder inspiriert, malte die Tochter dann noch ein zweites Arche Bild. (lächel) sogar die Schildkröten von ihrem ersten Bild, haben ihr Plätzchen gefunden. Und unübersehbar das Spinnenpärchen, das auf der Arche seine Netze gesponnen hat.
 Die Arche mit dicken Regenwolken
Ganz typisch für Kinderbilder sind hier die Bullaugen, die als Achse angeordnet sind.
Ab dem späten Kindergartenalter sind wir mit unseren Kindern immer mal wieder in Museen gegangen, haben uns dort gemeinsam Bilder angeschaut und darüber gesprochen. Verschiedenes habe ich ihnen dazu altersgerecht erklärt.
Manchmal hatte das auch zur Folge, dass wir nicht nur Aufmerksamkeit bei den Museumsbediensteten, sondern auch bei den Besuchern ernteten.So hatten wir beispielsweise bei der sehr gut besuchten “Der blaue Reiter” Ausstellung im Ludwigshafener Hack-Museum zwei reizende ältere Damen als interessierte Zuhörerinnen.
Anschließend habe ich mich dann zu Hause mit den Kindern hingesetzt und sie malen lassen. Es ist absolut faszinierend, wie Kinder diese Themen dann selbst umsetzen, oftmals mit einem untrüglichen Blick für das Wesentliche der gesehenen Werke und erfrischenden eigenen Interpretationen.
In der Mannheimer Kunsthalle war es sogar möglich, dass die Kinder mit ihren Zeichenblöcken im Flur auf Stühlen sitzend vor Ort malen konnten – natürlich mit Blei- und Buntstiften und nicht mit Flüssigfarben.
Ganz wichtig dabei ist, nicht zu erwarten, dass Kinder das Gesehene mehr oder weniger kopieren, sondern ihre eigenen Interpretationen und Darstellungen zu fördern.
Wenn also beispielsweise ein Kind, angesichts der bunten Tiere von Franz Marc widerspricht und Tiere in ihren natürlichen Farben malt, ist das vollkommen in Ordnung. Und wenn ein Kind die Ausstellung gesehen hat und anschließend lieber Autos malt, ist auch das OK.
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