Die Aschewolke ging ja in den letzten Tagen ständig durch alle Nachrichten, die wirtschaftlichen Folgen und die damit verbundenen politischen Fragen sind anderswo ausgiebig diskutiert.
Wo also ist der Zusammenhang mit Weihnachten und der Pubertät?
Zunächst zu letzterem Thema – wir hatten Besuch von italienischen, genauer sizilianischen Austauschschülern. Sie landeten letzten Dienstag ziemlich planmäßig auf Frankfurt/Hahn, kamen dann von dort mit dem Bus zur Schule unserer Kinder. Noch vor der Aschewolke.
Die Woche Aufenthalt hier verging wie im Flug – doch jener, nämlich der nach Hause, war gecancelt worden.
Natürlich waren sie hier gut untergebracht, hätten bei Bedarf auch noch länger bleiben können. Und trotzdem, wenn ich versuche mich in die Eltern in Italien hineinzuversetzen, dann wird mir mulmig. Ist es unter normalen Umständen für mich kein Problem, wenn meine Kinder in einer Gruppe verreisen, so wäre mir schon ziemlich unwohl, wenn dann so ein unvorhersehbarer Fall eintritt.
Die Rückreise unserer Gäste wurde umorganisiert, sie konnten am vorgesehenen Reisetag mit einem Bus starten, der sie zur Fähre nach Genua brachte. Dort ging es dann mit dem Schiff weiter und nach 30 Stunden waren sie wohlbehalten in der Heimat angekommen.
Alles gut gegangen – und doch wurde mir dabei wieder bewusst, was die Pubertät der Kinder so mit sich bringt. Das Loslassen, auch unter erschwerten Bedingungen und ungewöhnlichen Umständen.
Und damit wäre jetzt auch der Bogen zu Weihnachten geschlagen, denn zu diesem Anlass hatte Roland Kopp-Wichmann in seinem Blog einen Artikel verfasst, der sich mit genau diesem Thema beschäftigt, wenn auch aus der anderen Perspektive. Wie sich noch Erwachsene damit schwer tun, sich von ihren Eltern zu lösen. Und wie notwendig diese Ablösung und das Loslassen doch ist – für beide Seiten.
Die meisten von uns stecken in der einen oder anderen oder gar beiden Rollen zugleich in dieser Situation. Die Kinder werden groß und die Herkunftsfamilie beschäftigt und fordert doch immer noch.
Das Ablösen und das Loslassen sind Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung.
Sie sind ganz sicher nicht einfach und manchmal ist Unterstützung dabei hilfreich. Gespräche, Schreiben oder natürlich das Begleitete Malen können hier wertvolle Unterstützung sein.
Wie geht es Dir mit der Pubertät Deiner Kinder? Fällt Dir die Ablösung von den eigenen Eltern in manchen Punkten schwer? Berichte doch in einem Kommentar von Deinen Erfahrungen!
So titelte der Spiegel diese Woche. Und berichtete über das Leiden an der langen Jugendzeit, die damit einhergehenden Schwierigkeiten und Auswüchse. Modellprojekte werden vorgestellt, in denen Jugendliche über die Alpen wandern oder 7. und 8. Klassen einer Montessorischule ein verfallenes Feriengelände der Stasi renovieren.
Bei uns steht am Sonntag die Konfirmation unserer Tochter an – in der Generation meiner Großeltern und teilweise auch noch meiner Eltern war das der Eintritt ins Erwerbsleben. Daran ist bei unserer Tochter noch lange nicht zu denken – noch mindestens vier Schuljahre stehen ihr bevor.
Und doch ist das Erwachsenwerden durchaus erkennbar – nicht nur äußerlich, sondern auch im Verhalten und Denken. Sowohl bei ihr, als auch beim jüngeren Bruder, der auch schon mitten in dem Veränderungsprozess steckt.
Als Mutter werde ich da durchaus hinterfragt und auf die Probe gestellt – immer und immer wieder. Gleichzeitig laufen unsere Gespräche aber auch immer mehr auf einer erwachsenen Ebene ab. Ich werde immer weniger ‘gebraucht’ und bin doch noch stärker gefordert, wenn es brennt.
Ein bisschen ist das wie beim Laufen lernen – “Ich kann’s allein – plumps – doch noch nicht so richtig!”. Und so wie das Kleinkind immer wieder getröstet werden muss, bis das Laufen schließlich klappt, brauchen auch die Pubertierenden immer wieder den Rückhalt und Anlaufpunkt bei den Eltern, ganz egal, womit sie gerade gestolpert oder gestrauchelt sind.
Ich finde das manchmal extrem anstrengend und belastend. Und brauche dann auch meine Auszeiten und eigenen Interessen.
Auch für die Paarbeziehung bringt es Knackpunkte mit – so schnell wie es nötig wäre, ist manchmal eine Abstimmung über eine gemeinsame Linie gar nicht möglich.
Aber auf der anderen Seite finde ich die Situation mit diesen beiden ‘fast erwachsenen’, jungen Menschen auch bereichernd und inspirierend. Wenn sie ihre Ansichten vertreten und argumentieren können, ergeben sich hochspannende Gespräche und Situationen. Immer wieder werde ich zum Nachdenken angeregt – über mich selbst, meine Werte und Erfahrungen und meinen Umgang mit anderen Menschen.
Und meistens kann ich mich über jeden Tag freuen, den meine Kinder wieder ein Stück reifer, selbständiger und älter geworden sind.
Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Was hat die Pubertät Eurer Kinder Euch gebracht – an Schwierigkeiten und Erfahrungen?
Frühjahrsputz für die Seele – ungesunde Verhaltensmuster entrümpeln – Teil 9
“Was man angefangen hat, das muss man auch fertig machen!”
“Laß nicht nach, so kommst du hoch.“
“Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst.“
Wer hat nicht irgendwo im Hinterkopf diese Stimme, die solche Sätze aus tiefster Überzeugung predigt?
Natürlich sind solche Sprüche auch nicht ganz grundlos, denn es gibt ja nicht wenige Schwierigkeiten durch Sprunghaftigkeit und Ausweichen.
Doch auch das Durchhalten kann Probleme verursachen, wenn es zum Durchhalten um jeden Preis wird.
Wer sich ein Ziel gesetzt hat und dieses nun stur verfolgt, läuft Gefahr, dabei einen Irrweg einzuschlagen. Wir Menschen verändern uns, durch innere oder äußere Einflüsse.
Wer diese Veränderungen nicht berücksichtigt, kommt an einen Punkt, an dem das gesetzte Ziel schon lange nicht mehr passt. Ob das nun ein Studiengang ist, der mit vielleicht ganz falschen Vorstellungen angetreten wurde oder eine Ehe, die für beide Seiten eine einzige Quälerei geworden ist, manchmal passen die gesetzten Ziele aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr.
Wie zeigt sich das beim begleiteten Malen?
Auch Bilder können ein Eigenleben entwickeln, sich durch innere und äußere Einflüsse verändern. Wer diese Veränderungen nicht zulässt oder nicht erkennt, der wird mit seinem Ergebnis oft nicht wirklich glücklich. Es wird nicht so, wie der Plan im Kopf, weist eine Menge Unstimmigkeiten auf, aber allein ist es schwer zu erkennen, worin diese liegen.
Bilder, die bis zum bitteren Ende gemalt werden, sind oft ein einziger Krampf für die Malenden.
Sie entstehen häufig aus dem Bildbeginn mit einer Farbspur, der das an die Oberfläche lässt, was uns im Unterbewussten gerade beschäftigt.
Als Malleiterin kann ich durch einen unvoreingenommenen Blick Unstimmigkeiten viel eher lokalisieren und die Malenden ermutigen, vom ursprünglichen Plan abzuweichen und sich dem Malprozess zu überlassen. Dabei kommen Impulse aus dem Unterbewusstsein auf das Papier und werden sichtbar.
Sehr oft zeigen diese Bilder, wenn sie sich entwickeln dürfen, den Malenden ihren Weg auf.
Für Außenstehende und auch für mich als Begleiterin ist dieser individuelle Lösungsansatz oft gar nicht oder nur sehr bedingt nachvollziehbar. Will sagen – ich erkenne, dass es einen Veränderungsprozess am Bild gibt und begleite diesen. Ob dieses Bild nun aber mit einer Beziehung, einem Jobproblem oder einem familiären Problem zu tun hat, muss ich gar nicht wissen, um es begleiten zu können.
Als Malender behältst Du die Kontrolle darüber, wieviel Du preisgeben möchtest.
Wann und warum sollte dieses Verhaltensmuster verändert werden?
Bis zum bitteren Ende sollte niemand gehen müssen.
Wenn ein Weg nicht mehr stimmt, muss es eine Möglichkeit geben, ihn zu reflektieren und zu korrigieren.
Wenn Dir zu einer Situation dämmert, dass sie für Dich nicht mehr passt, oder Du auch einfach ein diffuses Gefühl der Unstimmigkeit verspürst, dann kannst Du mehr Klarheit gewinnen, indem Du Dir einen Termin aussuchst – gern auch an einem Workshoptag und Dein Thema malst, bzw. ihm auf die Spur kommst.
Kennt ihr die Geschichte um Pawlows Hund?
Sie ist ein sicher ganz extremes Beispiel dafür, wie Verhaltensmuster ‘erlernt’ werden, denn kein normaler Hund käme auf die Idee, zu sabbern, wenn Herrchen mit einem Glöckchen bimmelt. Es sei denn, er hat es gelernt, etwas damit zu verbinden…
Am Montag geht es dann hier weiter mit unserem Frühjahrsputz für die Seele, doch zuvor wird Euch morgen das Keerlchen eine neue kostenlose E-Card präsentieren.
Unsere Beziehungen sind ein riesengroßes und umfassendes Themengebiet, das ich hier nur in Teilen und aus meiner subjektiven Sicht ankratzen kann. Es gibt tausende von Ratgebern zum Thema Partnerschaft und Beziehungen und auch im Web gibt es jede Menge Informationen dazu. Einige, die mir besonders nützlich erscheinen, habe ich ausgewählt und möchte sie kurz vorstellen.
Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)
Das Familienhandbuch ist ein umfassendes Nachschlagewerk zu allen Themen rund um die Familie. Verschiedene Autoren aus dem wissenschaftlichen und teilweise auch dem beratenden Tätigkeitsbereich haben zu diesem umfangreichen Werk beigetragen.
Auch der Bereich Partnerschaft weist eine ganze Reihe lesenswerter Artikel auf, die komplette Auflistung findet sich auf dieser Übersichtsseite:
Speziell zu Trennung und Scheidung gibt es eine eigene Übersichtsseite.
Tolle Artikel dazu im Persönlichkeitsblog
Auch das Persönlichkeitsblog weist eine ganze Reihe sehr empfehlenswerter Artikel zu diesen Themen auf, ganz besonders möchte ich Euch die folgenden ans Herz legen:
Eine weitere interessante Möglichkeit, die das Web 2.0 bietet, ist natürlich auch der anonyme Austausch in Foren. Als “Klassiker” bieten sich dazu die Foren von Zeitschriften, wie beispielsweise eltern.de oder brigitte.de an
Das alles sind wertvolle Möglichkeiten, solange noch nicht zu viel Sand im Getriebe knirscht.
Wenn aber so richtig der Wurm drin ist, Gespräche nicht mehr möglich sind, ohne in einen destruktiven Streit auszuarten, der Gedanke an Trennung immer lauter wird, dann erscheinen solche Möglichkeiten wohl als Farce.
Wo es in solchen Fällen Hilfe gibt, erfahrt Ihr morgen.
Ein gemeinsam gestaltetes Bild liefert einen sehr ergiebigen Ansatz, um (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen. Ob damit nun ein besonderes Ereignis, wie ein Urlaub, eine Hochzeit oder eine Schwangerschaft ‘aufbereitet’ wird oder ein ewiger Knatschpunkt aufs Papier (oder Tapet) gebracht wird – das gemeinsame Gestalten eröffnet ganz neue Möglichkeiten.
Auch um auszudrücken, “was bedeutet für uns denn unsere Partnerschaft” liefern Papier oder Leinwand den geeigneten Hintergrund.
Gerade für Menschen, die sich mit Worten schwertun, bietet sich die nonverbale Ausdrucksmöglichkeit geradezu an.
Paare können bei mir als gemeinsame Aktivität miteinander in diesen ganz anderen Dialog zu treten.
Die Paarbilder können gemalt oder als Collagen oder Materialbilder gestaltet werden.
Für die Materialbilder eignen sich handliche, leichte Gegenstände, wie zum Beispiel Muscheln, Schleifen, Stoffstücke aber auch kleine Steine, Figuren und ähnliches. Eigenes Material sollte in das Bild einfließen, verschiedenes steht hier auch zur Verfügung.
Wer sich jetzt bis zum Valentinstag (14.2.2010) anmeldet, kommt in den Genuss einer Sonderaktion:
2 Stunden Valentinsbild malen für 2 Personen für nur 100 Euro.
Eine Leinwand in der Größe 50×70 cm ist im Preis enthalten.
Die Termine dafür müssen wir individuell vereinbaren, damit das Atelier und ich dann nur für Euch da sind. Ruf gleich an 06238/1027 oder schicke mir eine Mail.
Gerade in langjährigen Beziehungen gibt es oft diese Knackpunkte “Wenn der/die doch nur nicht immer dasundjenes machen würde”. Tausendmal durchdiskutiert und doch verändert der Partner sein Verhalten nicht.
Ob es nun um die Mithilfe im Haushalt geht, um gemeinsame Unternehmungen oder um die berühmten nicht zugedrehten Zahnpastatuben – Dauerzoff ist vorprogrammiert. Und nun?
Quengeln, nörgeln, keifen, heulen – auch wenn das häufige Reaktionen in solchen Fällen sind – sie schaffen nur schlechte Stimmung und tragen nicht zu einer wirklichen Veränderung bei.
Nehmen wir als Beispiel die gemeinsamen Unternehmungen – Du würdest gern mit Deinem Partner regelmäßig auf Konzerte, ins Theater oder Kino gehen. Er ist unter der Woche zu müde und samstags läuft die Sportschau.
Wenn ich Dir nun rate, allein zu gehen, dann wirst Du mir vielleicht erstmal ganz heftig widersprechen – es geht Dir ja gar nicht um das Konzert oder den Film, sondern um die gemeinsame Unternehmung. Aber die Gemeinsamkeit, die hast Du ja auch, wenn ihr die Abende auf der Couch verbringt, oder? Und das ist ja nun auch nicht das, was Dir vorschwebt.
Wenn Du jetzt allein losziehst, dann kannst Du Dein Bedürfnis nach Unternehmungen außer Haus befriedigen, ohne Deinem Partner die Verantwortung dafür zuzuschieben. Das wird sich auf Deine Befindlichkeit auswirken, auch wenn es noch nicht Dein eigentliches Bedürfnis befriedigt.
Doch es wird auch auf Deine Partnerschaft verändern.
Zum einen fällt ein Streitpunkt weg, die Lage entspannt sich ganz allgemein. Zum anderen kann es sein, dass dadurch bei Deinem Partner Interesse an Deinen Unternehmungen geweckt wird und er nach einiger Zeit dann doch eigene Vorschläge äußert. Sei es nun, weil Du Interessantes zu erzählen hast oder weil er befürchtet, Du könntest auf ganz andere Gedanken kommen. Wie auch immer es abläuft, wenn Du Dein Verhalten veränderst, wird sich zwangsläufig auch in der Beziehung etwas verändern.
Was genau das sein wird, lässt sich so natürlich nicht vorhersagen. Es kann auch vorkommen, dass Du anfängst, Deine eigenen Unternehmungen zu genießen und sie irgendwann gar nicht mehr teilen möchtest.
Und ja – im allerdümmsten Fall könnte es passieren, dass ihr Euch dadurch endgültig voneinander entfernt.
Wenn Eure Beziehung aber jemals auf einem soliden Fundament gestanden hat, schätze ich diese Gefahr als sehr gering ein.
Du hast keine Idee, was Du einseitig verändern könntest, um Dein Problem in der Partnerschaft anzugehen?
Begleitete Bilder können helfen, den Ansatzpunkt zu finden – vielleicht schon bald auch Dir?
Ganz stark vereinfacht laufen die Zwiegespräche folgendermaßen ab:
Es wird ein fester, möglichst wöchentlicher Termin von etwa eineinhalb Stunden dafür vereinbart. Dieser Termin wird in den Kalender eingetragen und genauso wichtig genommen wie jeder andere Termin.
Jeder schildert dem anderen, wie er sich im Innersten gerade fühlt, was ihn am stärksten bewegt. Dabei bleibt er bei sich, beim eigenen Fühlen und Wahrnehmen. Jedem steht die gleiche Zeit für Zuhören und Erzählen zur Verfügung, am einfachsten geht das im Viertelstundenwechsel. Wichtig ist, dass der Zuhörende wirklich nur zuhört und weder wertet (auch nicht nonverbal), noch dazwischenspricht.
Das Ziel ist, dem anderen die momentane, eigene Befindlichkeit darzustellen, sich zu öffnen und intensive, wesentliche Gespräche zu führen.
Moeller hat dazu die fünf Bedingungen einer guten Beziehung geprägt.
Als erste Bedingung formuliert er den Satz “Ich bin nicht du und weiß dich nicht”. Auch wenn wir oft annehmen, uns gegenseitig gut zu kennen, wissen wir doch nicht, was nun im anderen wirklich vorgeht.
“Wir sind zwei Gesichter einer Beziehung und sehen es nicht” meint, dass wir im Wechselspiel stehen und nicht zwei völlig eigenständige Wesen sind.
“Dass wir miteinander reden, macht uns zu Menschen”- erst in intensiven Gesprächen tauschen wir uns auf einer tieferen Ebene aus.
“In Bildern statt in Begriffen sprechen” – durch gut verständliche, bildhafte Beispiele ermöglichen wir unserem Gegenüber einen Einblick in unser Inneres.
“Ich bin für meine Gefühle selbst verantwortlich” zeigt, dass unsere Gefühle nicht zwangsläufig über uns kommen, sondern von uns unbewusst gesteuert werden.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte ist auf der Homepage des inzwischen verstorbenen Michael Lukas Moeller zu finden.
Wer tiefer einsteigen möchte, kann sich das Buch gleich jetzt bei Amazon bestellen:
Sie kommen so unausweichlich wie der nächste Schneematsch – die Beziehungskrisen.
Aber irgendwie sind sie in unserem Bild davon, wie eine Partnerschaft auszusehen hat, nicht vorgesehen. Umso größer ist dann die Ratlosigkeit und die Verlockung sich zu trennen.
Nun will ich ganz sicher nicht ein ‘Durchhalten um jeden Preis’ predigen – es gibt ganz bestimmt Situationen, in denen Trennung für alle Beteiligten der beste Weg ist. Und doch glaube ich, dass es in vielen Fällen auch anders ginge, wenn die Krise als Chance gesehen und genutzt wird.
In solchen Zeiten, in denen ohnehin alles in Frage gestellt ist, bietet es sich doch geradezu an, auch wirklich alles zu hinterfragen. Wenn die Karten auf den Tisch gelegt werden und das zur Sprache kommt, was stört, nicht passt oder fehlt, dann können sich Erkenntnisse ergeben, die verblüffen. Oft liegen die Bedürfnisse gar nicht so weit auseinander und wurden doch von beiden Partnern über Jahre hinweg unterdrückt. Auch wenn Krisen oft sehr plötzlich in ihrem ganzen Ausmaß sichtbar werden, so bahnen sie sich doch über einen langen Zeitraum ihren Weg.
Eine heftige Krise bietet die Chance, sich seiner eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen wieder bewusst zu werden und die des Partners zu erfahren. Gerade das, was im Alltag so oft unter den Tisch fällt, kann jetzt zum Thema werden. Wenn nichts mehr zu verlieren ist, verlieren Konventionen ihren Wert. Es wird möglich, ganz neue Werte zu etablieren, solche, die für das Paar passen, ganz unabhängig davon, was gesellschaftlich akzeptiert ist.
Nicht immer gelingt es einem Paar allein, so miteinander zu sprechen, dass die Chancen auch genutzt werden können. Heftige Emotionen brechen auf und schnell wird dabei eine Ebene erreicht, die verletzt. Gerade für Paare, die bisher nicht miteinander im Gespräch waren, kann es sehr schwer bis unmöglich sein, in einer solchen Situation allein miteinander klar zu kommen. Dann ist ganz sicher ein geschulter, neutraler Vermittler im Rahmen einer Paarberatung sinnvoll.
Eine andere Hilfe in Krisenzeiten möchte ich morgen vorstellen, als ein wertvolles Hilfsmittel in aktuellen Krisen, eine Bereicherung in jeder Beziehung und eine Vorbeugemaßnahme für die nächsten kritischen Zeiten, die ganz sicher kommen werden.
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