Kopffüßler und andere Gesellen

Irgendwann ist es bei jedem Kind soweit – es malt Menschen. Die Menschendarstellung fängt eigentlich immer mit den Kopffüßlern an. Sie haben wahlweise vier oder zwei Extremitäten, eher seltener auch nur eine. Bettina Egger hat sich diese Menschendarstellungen sehr genau angeschaut und dabei festgestellt, dass sich die Menschenbilder aus drei Urformen entwickeln können.

Zentrum wird zum Glockenmensch

Aus der Urform Zentrum entsteht der vierfüßige Kopffüßler, der sich über den Kartoffelmenschen hin zum Glockenmensch entwickelt.

Malentwicklung - vom Zentrum zum Glockenmensch
Menschendarstellung aus den Zentrum

Achse wird zum Straßenmensch/Hausmensch

Aus der Urform der Achse entwickelt sich die Menschendarstellung so:

Malentwicklung von der Urform Achse zum Hausmensch
Entwicklung aus der Urform der Achse

Urkreuz wird zum Fischmensch

Und aus dem Urkreuz geht es so weiter:

Malentwicklung - Urkreuz zu Fischmensch
Aus dem Urkreuz entwickelt sich der Mensch so

Allerdings legen die malenden Kinder keinen Wert auf die theoretische Abfolge, sie vermischen die Formen kunterbunt. Keine dieser Formen ist „besser“ als die anderen, alle dürfen gleichberechtigt nebeneinander bestehen.

Auch die skurrilsten Gestalten sind dabei vollkommen in Ordnung. Es besteht auch kein Grund zur Sorge, wenn beispielsweise bei dem offenen Strassenmenschen die ‚Knöpfe‘ rauszufallen scheinen.

Bis zum Schuleintritt sollte die Menschendarstellung ausreichend differenziert sein, das heißt, der gemalte Mensch sollte über Kopf, Gesicht, Beine, Bauch, Füße,  Hände und Finger verfügen.

Die Entwicklung dahin kann in einem gleichmässigen Tempo vonstatten gehen oder aber sehr sprunghaft.

In ihrem Buch Bilder verstehen erklärt Bettina Egger diesen und andere Aspekte der kindlichen Malentwicklung sehr anschaulich und detailliert.

Jetzt wird gefeiert – das erste Sonntagskeerlchen

Keerlchen lädt zur Einweihungsparty in seinem neuen „Zimmer“ ein.  Hat es bisher hier logiert, wird es zukünftig jeden Sonntag auf malen-befreit.de seine Weisheiten verbreiten und immer wieder zum Schmunzeln anregen.

Jetzt wird gefeiert!
Jetzt wird gefeiert!

Keerlchen ist – hm, wie soll ich sagen? Mein Geschöpf? Das trifft es nicht wirklich, denn dafür hat Keerlchen viel zu viel Eigenleben. Vielleicht muss ich die Geschichte doch von Anfang an erzählen:

Am Anfang war das Buch – naja, nicht ganz, eigentlich war es eine Kinderbuchautorin. Die mich ganz lieb bat, ob ich ihr vielleicht ein paar Grafiken für ihre Homepage erstellen könnte. Das erste Scribbling sah noch so aus:

AnfangDoch schon bald hat es sich zur vollen Schönheit entwickelt und sah dann so aus:

lesende

Und damit wäre eigentlich auch schon alles gut gewesen….wenn nicht Keerlchen angefangen hätte, besagtes Eigenleben zu führen. Seither bin ich sein Werkzeug 😉 und darf es in allen nur erdenklichen Lebenslagen auf Papier bringen.

Gute Vorsätze für 2010 – die Top Ten

Laut einer Statistik von Forsa, sind das die häufigsten Vorsätze für das neue Jahr:

1. Stress vermeiden oder abbauen (59 Prozent)

2. Mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen (51 Prozent)

3. Mehr Bewegung und Sport (50 Prozent)

4. Mehr Zeit für sich selbst (47 Prozent)

5. Gesünder ernähren (45 Prozent)

6. Abnehmen (34 Prozent)

7. Sparsamer sein (32 Prozent)

8. Weniger fernsehen (19 Prozent)

9. Weniger Alkohol trinken (13 Prozent)

10. Rauchen aufgeben (12 Prozent)

Ich muss zugeben, ich bin über die Reihenfolge doch (teils angenehm) überrascht. Gleichzeitit wird aber auch hier deutlich, wie bedeutsam Stress für die Menschen geworden ist. Stress als ein negativer Faktor, der die Lebensqualität mindert.

Auf dem zweiten Platz steht die Zeit für Familie und Freunde – hm. Macht das nun deutlich, dass diesen bisher zu wenig Zeit eingeräumt wurde, sie nicht wichtig genug genommen wurden? Oder soll es signalisieren, dass das Bewusstsein für die Wichtigkeit gestiegen ist? Wie auch immer diese Statistik nun zu werten ist, konzentrieren wir uns doch auf die wichtigsten Vorsätze und darauf, wie sie erfolgreich umgesetzt werden können.

Stress vermeiden oder abbauen – diesem Thema werde ich in der nächsten Zeit hier einigen Raum einräumen. Die Zeit für die Familie soll ihren Platz finden im Hinblick auf die familiären Beziehungen und ihre Qualität.

Und was die Zeit für sich selbst angeht, da möchte ich Euch auch die Wahrnehmungsübungen ans Herz legen, von denen sicherlich auch im Neuen Jahr die Eine oder Andere neu dazukommen wird.

Zu den Plätzen 6 bis 10 möchte ich den Kreativworkshop empfehlen und/oder die Veränderungsbremsen.

Ein weiteres Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt und dem ich gern Raum geben möchte – Sucht und Suchtprävention.

Gern nehme ich auch Eure Anregungen an – gibt es Themen zu denen Ihr hier mehr lesen möchtet?

Wie habt Ihr das neue Jahr begonnen?

Hoffentlich habt Ihr es gut angefangen und sitzt jetzt höchstens noch ein bisschen müde von einer schönen Feier da.
Oder quält Euch doch ein ausgewachsener Kater? Dann nichts wie raus an die frische Luft und eine Runde flott spazierengehen. Damit das Tempo stimmt, gebe ich Euch ein Lied mit auf den Weg, eines, das zum Jahresanfang passt, aber eigentlich ein Lied für jeden Tag sein sollte:

Alt werden wollen Alle – alt sein will Niemand

So formulierte das vor etwa 15 Jahren meine Großmutter. Sie war damals mit fast neunzig Jahren schon eine sehr alte und durchaus auch weise Frau. Sie nahm einen Trend vorweg, der sich in den folgenden Jahren immer stärker auswuchs. „Alt“ allein schon dieser Begriff wurde in den letzten Jahren mehr und mehr durch politisch korrektere Redewendungen ersetzt. Aus den Altenheimen wurden Seniorenresidenzen, aus den wirklich alten Menschen wurden „Hochbetagte„, die zunehmend mit Demenz zu kämpfen haben.

Daneben hielt die Generation der „Best-Agers“ Einzug. Menschen, die recht früh den beruflichen Vorruhestand antreten und noch viele Jahre auf (hoffentlich) körperlich und geistig hohem Niveau zu leben haben. Gerade für diese Gruppe bringt der Vorruhestand oft auch eine eher schwer zu verarbeitende Veränderung mit sich. Nicht alle gehen mit Begeisterung aus dem Arbeitsleben, manche fühlen sich aufs Abstellgleis abgeschoben und hätten eigentlich gern noch ein paar Jahre weitergearbeitet. Für sie ist es an der Zeit, ihr Leben neu zu definieren und mit neuen Inhalten zu füllen. Auch hier kann das begleitete Malen eine wertvolle Hilfe sein, den neuen Lebensabschnitt mit Sinn zu erfüllen.

Gar nicht so selten treffen auch diese beiden Gruppen aufeinander, die hochbetagten Eltern werden zunehmend pflegebedürftiger und stellen eine neue Anforderung dar. Diese Situation kann zu einer großen Belastung werden, auch dann, wenn die Pflege nicht im Haushalt erfolgt. Begleitetes Malen kann helfen, die dabei aufkommenden, oft erschreckend intensiven, Gefühle zu verarbeiten.

Burnout – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

Bist Du burnoutgefährdet?

Arbeitsumfang, Vielfalt der Aufgaben und Leistungsdruck nehmen in der heutigen Gesellschaft im beruflichen wie auch privaten Bereich stetig zu. Neben diesen erhöhten Leistungsanforderungen begünstigen auch persönliche Aspekte einen Burnout. Besonders gefährdet sind Menschen mit ausgeprägtem Perfektionismus, Helfersyndrom und krankhaftem Ehrgeiz. Ausgebrannt sein können nicht nur Manager, sondern auch Schüler, Studenten, Hausfrauen, Mütter, Arbeitslose oder Rentner. Umso wichtiger wird es für jeden, sich der Gefahr Burnout bewusst zu sein.

Quelle: therapie.de

Das Thema rückt ins öffentliche Interesse, die Arbeitswelt wird immer stressiger und der Druck wächst immer mehr. Zum immer größeren Arbeitspensum gesellen sich die Angst um den Arbeitsplatz und die unsichere wirtschaftliche Lage. Gesellen sich dann noch persönliche Voraussetzungen dazu, die das ausbrennen begünstigen, ist der Zusammenbruch schon fast vorprogrammiert.

An der Arbeitswelt lässt sich nicht so einfach etwas verändern. Doch die persönlichen Voraussetzungen sind der Ansatzpunkt, an dem sich die Gefahr verringern lässt, auch mit der Arbeit am Bild.

Wieviel Stress lasse ich zu und wie gehe ich mit ihm um?

Stress ist immer auch eine Sache der Wahrnehmung und somit sehr subjektiv. Was für den Einen schon puren Stress darstellt, nimmt der Andere noch ganz gelassen. Dabei spielt eine große Rolle, welche Erwartungen ich an mich selbst stelle, bin ich mein größter Kritiker oder kann ich auch mal Fünfe grad sein lassen? Wie hilfreich dabei die Arbeit am Bild sein kann, habe ich bereits hier beschrieben.

Auch Grenzen setzen ist eine Fähigkeit, die sich am Bild ganz ausgezeichnet trainieren lässt und die dann, ins Leben umgesetzt, dazu beiträgt die erforderliche Balance zu finden. Wenn ich meine Grenzen kenne und setzen kann, dann lerne ich automatisch auch „Nein“ zu sagen, wenn es angebracht ist.

Und zu guter Letzt wirkt das Malen selbst auch noch entspannend, hilft dabei, die Gedanken loszulassen und den Kopf frei zu bekommen.

All diese Arbeit am Bild wirkt auch als Burnoutvorbeugung, kann aber auch, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, begleitend zu den anderen therapeutischen Maßnahmen, eingesetzt werden.

Mußestunden geniessen – auch ohne großen Aufwand

Dieses Jahr fallen die Weihnachtsfeiertage dafür ja recht günstig, es schliesst sich noch ein Sonntag an und bietet eigentlich die Gelegenheit, ein wenig freie Zeit für sich selbst zu reservieren.  Mußestunden – das klingt so schön altmodisch und betulich – aber ich muss gestehen, es fällt mir noch immer schwer, das auch in die Tat umzusetzen.

Muße – einfach nur die Seele baumeln lassen und nichts tun, eigentlich ist das doch etwas Herrliches.

Und trotzdem regt sich irgendwo im Hinterkopf das schlechte Gewissen. „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ weiß der Volksmund zu verkünden. Und anscheinend geht es nicht mir allein so, denn beim Suchbegriff „Mußestunden geniessen“ spuckt mir die Suchmaschine gleich eine ganze Reihe von Reiseangeboten aus.

Mußestunden nur im Urlaub? Warum nicht in den Alltag integrieren? So als kleine Urlaube vom Alltag, jeden Tag ein paar Minuten ganz ohne Verpflichtungen und nur für mich. Einfach nur aufs Sofa legen, eine Tasse Tee dazu und alle Verpflichtungen mal warten lassen. Jetzt bin erstmal ich dran! Das Fachbuch darf zugeklappt bleiben, der Staubsauger an seinem Platz bleiben, die Arbeit läuft nicht weg, während ich meine Akkus auflade.

Meine Zeit für mich, die mir hilft, später wieder für alle anderen und alles andere dasein zu können. Es gelingt mir immer öfter immer besser. Die Zeit, die mich davor bewahrt, auszubrennen, oder so schön neudeutsch dem ‚burnout‘ zum Opfer zu fallen.

Wie sieht es bei Euch damit aus? Könnt Ihr das geniessen und Euch zugestehen? Oder vertreibt Euch das Gemaule des schlechten Gewissens vom Sofa? Wie sehen Eure Mußestunden (oder -minuten) aus?

Veränderungsbremsen letzter Teil: Bin ich mir das wert?

Bin ich mir das wert, Sport zu meinem Vergnügen zu machen?

Bin ich mir das wert, freie Zeit zu geniessen?

Bin ich mir das wert, in einer aufgeräumten, sauberen und schönen Umgebung zu leben?

Bin ich mir das wert, geliebt zu werden?

Bin ich mir das wert, der wichtigste Mensch in meinem Leben zu sein?

Bin ich mir das wert, gut zu mir selbst zu sein?

Der letzte Teil meiner Artikelserie „Veränderungsbremsen“ ist nach meiner Auffassung der eigentliche Knackpunkt, der vielen Veränderungen im Weg steht: Die mangelnde Eigenliebe, das tief verwurzelte Gefühl, keinen Anspruch auf Glück und Zufriedenheit zu haben.

Es ist nicht einfach, diese Voraussetzung für eine Veränderung zu schaffen, denn ich muss zunächst an den Punkt kommen, an dem ich es mir wert bin, eine Veränderung für mich zu erstreben. Erst dann kann ich wirklich erfolgreich weitere Schritte einleiten, damit die Veränderung auch tatsächlich gelingt.

Aber in kleinen Schritten, Stück für Stück, kann es gelingen – auch Dir.

Erkenntnis daraus: Eigenliebe ist das Ziel und der Weg zugleich!

Und damit habe ich schon den ersten Weihnachtswunsch für Dich geäußert.

Liebe Dich selbst!

Veränderungsbremsen Teil 4: Will ICH das wirklich?

Diese Bremse ist ganz besonders tückisch – so oft habe ich mir schon etwas vorgenommen und immer wieder scheitere ich. Dann gilt es zu hinterfragen „Will ICH das wirklich?„, oder ist es mehr so ein Wunsch, von dem ich annehme, das ich es wollen sollte.

Ob das nun der vergebliche Versuch ist abzuspecken, weniger Alkohol zu trinken oder den Haushalt, wahlweise den Schreibtisch in den Griff zu kriegen.

Im Kopf ist schon klar, dass es vernünftig wäre, das zu ändern. Aber im tiefsten Inneren gibt es eine Sperre dagegen, die jede Veränderung sabotiert und gern mit dem inneren Schweinehund kooperiert.

Den wahren Kern dieser Bremse auszumachen ist nicht leicht. Versuch es zunächst mal mit der Fragestellung „Was gibt mir der jetzige Zustand?“.

Sind die Pfunde ein Schutzpanzer gegen die „feindliche Welt“? Oder will ich wegen meiner inneren Werte geliebt und geachtet werden? Oder geniesse ich Schokolade viel zu sehr?

Ist der volle Schreibtisch ein Zeichen dafür, dass ich viel zu tun habe und mir so Überlegungen erspare, was ich denn mit freier Zeit anfangen könnte? Oder kann ich Wichtiges nicht von Unwichtigem trennen? Gibt er mir das Gefühl wichtig zu sein, weil so viel Arbeit darauf liegt?

Ist der chaotische Haushalt ein unausgesprochener Vorwurf an meine Familie „Schaut, was ihr für ein Chaos produziert!“? Oder, oder, oder…

Zu jeder dieser Fragestellungen gibt es so viele Antworten wie Fragesteller, manche erschliessen sich sehr schnell und einfach, andere halten sich eher bedeckt und erfordern ein vertieftes Fragen.

Erkenntnis daraus: Nur das, was wirklich mein eigenes Bedürfnis ist, kann ich auch ändern.