Mit Kindern Herbst malen

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ganz eindeutig Herbst!

Immer wieder landen über die Suchmaschinen solche Anfragen hier auf der Seite. Ob nun mit Kindern Feuer, Herbst, Tiere oder was auch immer gemalt werden soll, die Unsicherheit bei Erwachsenen ist anscheinend doch recht groß. Vielleicht hemmt auch der Gedanke, man müsse den Kindern genaue Vorgaben machen. Und das womöglich zu irgendwas, was man selbst gar nicht wirklich kann.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wenn schon ein Thema vorgegeben wird (aus welchen Gründen auch immer), dann lasst die Kinder das doch so malen, wie sie es wollen und können. Die Ergebnisse sind oftmals ganz verblüffend und immer wieder begeisternd. Kinder finden ihren Weg, das zum Ausdruck zu bringen, was sie fasziniert und beschäftigt. Hier kann es mit vorgegebenen Themen immer mal zu Schwierigkeiten kommen.

Die Herbstbilder sind mitten im Herbst entstanden. Vor dem Malen sind wir ausgiebig spazieren gegangen, haben im Park wirbelnde Blätter beobachtet. Die Laubhaufen auf dem Boden laden zum Wühlen ein. Aus stacheligen Hüllen spitzeln glänzende Kastanien hervor oder liegen zwischen Blättern auf dem Boden. Nach diesen ganzen sinnlichen Erfahrungen ging es dann an die Farben. Die kamen aus kleinen Tuben* und durften mit weichen Pinseln* auf Holzplatten gemalt werden. Unter diesen ganz frischen und lebendigen Eindrücken.

Auf den beiden Bildern oben ist es ganz deutlich zu erkennen, die jungen Maler hatten einen Altersunterschied von fast zwei Jahren. Entsprechend unterschiedlich ist auch die ihnen zur Verfügung stehende Formensprache. Aber im rechten Bild (des jüngeren Kindes) ist trotzdem ganz klar zu erkennen, wie der Herbstwind das Laub aufwirbelt und herumbläst. Oder etwa nicht?

Wenn wir Erwachsene es dabei schaffen, eigene ästhetische Maßstäbe beiseite zu legen und uns auf die kindliche Erlebnis- und Ausdruckswelt einlassen können, dann ist das eine echte Bereicherung der eigenen Sichtweise.

Und für die betroffenen Kinder eine hervorragende Förder- und Entwicklungsmöglichkeit. 🙂

Wenn Kinder Familie malen

Wenn Kinder ‚Familie‘ malen, dann geht das zumeist so: Vater, Mutter, Kind(er). Wenn Kinder ihre Familie malen, dann kann das auch ganz anders aussehen:

  • Mutter und Kind
  • Mutter und Kinder
  • Vater und Kind
  • Vater und Kind
  • Mutter, Mutter und Kind(er)
  • Vater, Vater und Kind(er)
  • Mutter und Vater und Stiefmutter und Stiefvater und Kind(er)
  • Mutter und Vater und Stiefmutter und Stiefgeschwister
  • Oma und Kind(er)
  • Mutter und Oma (oder Opa) und Kind(er)
  • und viele andere Varianten.

Wenn wir Erwachsene an Familie denken, dann haben wir in der Regel erstmal Vater, Mutter, Kind(er) als Bild im Kopf. Und was spielen Kindergartenkinder? Vater-Mutter-Kind, oder? Dabei sind Familien mittlerweile so viel vielfältiger.

Familien sind vielfältig

love is loveSchon seit Jahrzehnten sind die Scheidungszahlen ansteigend. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Konstellationen. Patchwork in verschiedenen Varianten ist an der Tagesordnung. Der (leibliche) Vater hat eine neue Partnerin, die leibliche Mutter einen neuen Partner (oder auch nicht). Vielleicht gibt es auch keinen Kontakt zum leiblichen Vater. Vielleicht gibt es auch keinen Kontakt zur leiblichen Mutter. Im schlimmsten Fall lebt ein Elternteil nicht mehr. Obwohl – was ist für ein Kind schlimmer? Ein gestorbenes Elternteil („Mama ist jetzt im Himmel und passt von dort auf dich auf!“ oder „Mama will dich nicht mehr sehen!“?).

Und – noch gar nicht so im allgemeinen Bild angekommen – gleichgeschlechtliche Elternteile. Denn seit einigen Jahren nimmt die Zahl der lesbischen Frauen zu, die sich ihren Kinderwunsch erfüllen. Auch homosexuelle Männer wollen Vater werden. Ehe für Alle geistert gerade durch die Medien, doch die Frage lautet ja eigentlich nicht OB, sondern WIE mit der vorhandenen Tatsache gleichgeschlechtlicher Eltern und deren Kinder umgegangen werden soll. Da kann sich natürlich wer will hinstellen und mit dem Fuß aufstampfen: „Aber heiraten dürfen sie nicht!!!“ – diese Familien sind da.

Familienbild im Hinterkopf

Doch selbst wer das alles eigentlich weiß, tappt immer mal wieder in Fallen, die das ‚konservative‘ Familienbild im Hinterkopf oder einfach die schiere Macht der Gewohnheit aufstellt. Gerade letztens wieder: Muttertagsbasteln!!! Im Nachhinein erst, ist es mir aufgefallen…. argh!! Andererseits – Basteln für Mutter- und/oder Vatertag?!?! Schon besser, aber immer noch nicht umfassend. Aber das nur am Rand, vielleicht fällt mir im Lauf des Jahres noch eine wirklich gute Formulierung für das nächste Jahr ein.

Familienbilder auf Papier

Wenn Kinder malen (oder erzählen), dann sollten wir, die wir mit Kindern arbeiten, uns immer wieder bewusst machen, dass das ‚klassische‘ Familienbild nicht zutreffend sein muss. Umso achtsamer sollten wir Kindern zuhören und behutsam nachfragen.

Gibt es eine Geschichte zu dem Bild?

So klärt sich vielleicht, dass es an dem Haus zwei Klingelschilder geben muss. Denn die Mama, die große Schwester und das malende Kind heißen Müller. Der kleine Bruder und der Papa heißen Schmitt.

Auf dem Bild kocht die Mami Spaghetti und die Mama mäht den Rasen (und nicht Mama und Papa).

Wir haben eine Hundehütte gebaut. Der Hund wohnt immer beim Papa (ich nur am Wochenende).

Die Oma und der Hannes waren mit mir auf dem Jahrmarkt. Der Opa und die Trude sind mit mir ins Schwimmbad gefahren. (Auch Großeltern können getrennt sein und neue Partner haben)

Wie sehen denn Eure Familienbilder aus? Wer ist darauf zu sehen und welche Geschichte gibt es dazu? Ich würde mich sehr freuen, wenn mir solche Bilder per Mail an familienbilder@malen-befreit.de zugeschickt werden und ich sie hier in diesem Artikel (gern anonym) veröffentlichen darf. Mailadressen aus dieser Aktion werden höchstens für Rückfragen genutzt und nicht für sonstige Zwecke gespeichert oder weitergegeben.


Weiterführende Informationen und empfehlenswerte Fortbildungen speziell zu Regenbogenfamilien:

Queernet Rheinland-Pfalz e.V.

Kreative Kinder in der VG Lambsheim-Heßheim

bastelworkshop
Willkommen im kreativen Chaos!

Ich freue mich sehr drüber, seit 1. Mai 2015 in der offenen Kinder- und Jugendarbeit der VG Lambsheim-Heßheim mitarbeiten zu dürfen. Es gibt dadurch in den einzelnen Orten zusätzliche Öffnungszeiten und außerdem ortsübergreifende Angebote an Wochenenden und in Ferienzeiten.

In den einzelnen Jugendtreffs bleibt es (wie bisher auch) möglich, einfach nur zu spielen, zu quatschen, Freunde zu treffen, mal rauszugehen usw. Zusätzlich kann aber, wer mag, auch kreativ werden, so wie es in diesem Rahmen möglich ist. Wer Bilder oder Comics malen möchte, eine ganz besondere Kette machen oder eine Collage kleben (oder, oder, oder…) der kann dies gern tun und von mir auch Anregungen und Unterstützung bekommen. Und gemeinsam kommen wir vielleicht auch auf Ideen, die für alle interessant sind.

Die zusätzlichen Angebote sind eine Möglichkeit auch mal größere Aktionen zu starten. Aktuelle Termine dazu sind im Amtsblatt zu finden.

Die wöchentlichen Öffnungszeiten der Kinder- und Jugendtreffs:
Beindersheim:
Montag, 16-18 Uhr, Carmen
Mittwoch, 18-20 Uhr, Sabine
Freitag, 16-18 Uhr, Sabine
Großniedesheim:
Dienstag, 16-18 Uhr, Carmen
Freitag, 17-21 Uhr, Christian
Heuchelheim:
Montag, 15-17 Uhr / 18-20 Uhr, Sabine
Mittwoch, 15-17 Uhr, Carmen
Kleinniedesheim:
Dienstag, 16-18:30 Uhr, Sabine
Lambsheim:
Montag, 16-20 Uhr / 20-22 Uhr, Turnhalle, Christian
Dienstag, 16-21 Uhr, Christian
Donnerstag, 18-22 Uhr, Sabine

Kreative Kreativgedanken – Schöpferische Kraft

Schöpferische Kraft bringt einen weiteren schönen (Kreativ-)Gedanken ins Spiel – ‚Kraft‘, das ist etwas, das man trainieren kann. So wie Muskeln lassen sich auch die kreativen Fähigkeiten steigern. Und zwar durch Übung, wie bei den Muskeln auch. Wer sich immer wieder spielerisch kreativen Herausforderungen stellt, der wird auch dann, wenn der ‚Ernstfall‘ es erfordert, eine neue, vielleicht tatsächlich nie zuvor dagewesene Lösung zu finden. Oder eine, die er zumindest noch nie zuvor gesehen hat.

Kinder können uns da Lehrmeister sein. Bauklötze können zu Schnitzeln, Pommes oder Salat werden, wenn in der Kinderküche welche gebraucht werden. Bei Erwachsenen geraten die schöpferischen Kräfte gerne aus der Übung – vielleicht nicht zuletzt, weil uns Werbung und Medien gerne suggerieren, dass für alle Eventualitäten Speziallösungen gebraucht werden. Oder weil der (Berufs-)Alltag so sehr mit vorgegebenen Lösungswegen gepflastert ist, dass das Bewusstsein dafür, dass es auch ganz anders gehen kann, verloren geht.

Der Weg
Wie geht dieser Weg weiter?

So wird auch im vermeintlich kreativen Bereich manchmal auf vorgegebene Lösungswege, in Form von Anleitungen oder Kursen, zurückgegriffen. Malen nach Zahlen ist hier sicherlich das extremste Beispiel, Kurse in denen ganz stark an Vorlagen orientiert gearbeitet wird stehen dem in nicht viel nach.

Bis zu einem gewissen Maß können Kurse (oder Tutorials) aber durchaus notwendig oder zumindest sinnvoll sein. Dann nämlich, wenn sie elementare Techniken vermitteln, die Grundlage für das weitere Gestalten sind. Wer beispielsweise noch nie im Leben eine Feile, eine Säge oder Schleifpapier in der Hand hatte, wird ganz allein mit Werkzeug und Speckstein vielleicht nicht ganz glücklich. Wer noch niemals eine Nähmaschine oder ein Schnittmuster aus der Nähe gesehen hat, wird allein mit schöpferischer Kraft nicht sehr weit kommen. Auch beim Zeichnen oder Malen kann es sinnvoll sein, sich Grundlagen in Kursen anzueignen. Vor allem dann, wenn diese sich auf die Vermittlung von Techniken beziehen, schwierige Themen wie beispielsweise das Konstruieren von Figuren beinhalten und/oder auch einen Rahmen bieten, der das ‚dranbleiben‘ am eigenen Werk erleichtert. Als Training für die schöpferische Kraft – nicht aber in Form eines streng vorgegebenen Trainingsparcours, der auf nur einem Weg zu einem einzigen Ziel führt. Gerade die Kreativität lebt von der Vielfalt und (auch) der Inspiration. Je vielseitiger diese genährt wird, desto stärker kann sich die individuelle Kreativität ausprägen. Wer sein Lebensziel darin sieht, so zu malen wie sein großes Vorbild, wird im besten Fall zu einem guten Imitator. Wer aber seinen eigenen Stil finden will, der braucht Wissen und Inspiration, aber auch Eigenständigkeit und eigenen Antrieb.

Für mich persönlich war schon immer ein (unbewusstes) Kriterium, ob ich mich in einem Kurs wohlgefühlt habe – ob die Dozenten mir ihren Weg aufzwingen wollten, mir zeigen, wie ‚es richtig geht‘ oder sie mich an ihrem Können teilhaben ließen, aber auch meinen Weg respektieren konnten. Einige waren mir eine Zeitlang liebgewordene Wegbegleiter beim Aufbau meiner schöpferischen Kraft; solche, die mich lehrten und motivierten, aufbauten und stärkten. Dafür an dieser Stelle einfach mal ein dickes, fettes

Danke!!!

 

Als Mutter mit Basteln und Malen nix am Hut haben?

bastelkiste

Jede Mutter will ihr Kind möglichst gut fördern

Angebote dafür gibt es jede Menge, Musikschule, Kinderturnen, Kinderenglisch und natürlich (da nehme ich mich ja nicht aus) auch Malen/Kreativangebote. Gerade letzteres kann man ja eigentlich auch Zuhause anbieten – eigentlich. Wer selbst gern in der Richtung aktiv ist, wird wahrscheinlich wenig Schwierigkeiten haben, auch mit Kindern zusammen zu werkeln. Und wenn nicht?

Anscheinend gibt es eine unausgesprochene Forderung, dass ALLE MÜTTER mit ihren Kindern malen und basteln müssen… ganz ehrlich? Riesenquatsch!!

Ich glaube, jede Mutter hat das Recht darauf, authentisch zu sein. Und jede Mutter hat das Recht darauf, irgendwas nicht zu mögen. Punkt!

Keine Mutter muss sich um der lieben Kinder Willen verbiegen. Gewisse Zugeständnisse wird Mama wahrscheinlich ein Stück weit eingehen, um ihrem Kind einen Herzenswunsch zu erfüllen. Meine Tochter beispielsweise tanzt leidenschaftlich gern. Bei den Fasnachtern *schluck*… für mich so ziemlich die ‚Höchststrafe‘. Trotzdem hab ich sie jahrelang zu Auftritten gefahren, beim Umziehen und Schminken geholfen und auch Kostüme genäht. Den Support geleistet, der notwendig war, damit sie diesem Hobby nachgehen konnte. Aber auch nicht mehr. Ich hab mich nicht selbst kostümiert, bin nicht länger als nötig auf den Veranstaltungen geblieben und bin auch sonst nicht närrisch aktiv geworden. Wir konnten mit diesem Kompromiss gut leben. Auch wenn andere Mitglieder der Kindergarde aus ausgesprochenen Fasnachtsfamilien kamen, in denen beide Elternteile aktiv waren (und überhaupt nicht verstehen konnten, dass ich daran keinen Spaß habe), ist der Funke nie auf mich übergesprungen. Muss auch nicht.

Genauso wenig muss er das beim Malen oder Basteln. Wer sich dafür selbst nicht begeistern kann, sollte sich nicht dazu zwingen. Denn erstens merken Kinder es, wenn ein Elternteil nur als Pflichtübung Papier und Stifte auspackt, dabei möglicherweise noch eigene böse Vorbehalte mit sich rumträgt. „Meine Bilder in der Schule waren immer scheußlich!“, „Ich kann das sowieso nicht!“, „Ich hab noch nie gerne gemalt!“. Sowas überträgt sich dann unter Umständen sogar noch auf die Kinder oder äußert sich in unpassenden Äußerungen wie „macht ja nix, dass dein Haus so schief ist, ich konnte auch nicht malen!“.

Mit so einer Situation kann man unterschiedlich umgehen:

  • Malen ist doof, ich hab das schon nicht gern gemacht, also musst (darfst) du das auch nicht machen
  • Ich fand Malen immer doof, aber vielleicht macht es ja mit dir zusammen doch Spaß
  • Ich finde Malen doof, aber wenn du es gerne machen möchtest, dann darfst du es gern tun.

Die letzten beiden Varianten sind natürlich die konstruktivsten, denn sie stellen dem Kind frei, gern zu malen. Entweder allein (bzw. mit Freunden) und einer Bastelkiste mit eigenem Material oder eben auch in einem begleiteten Angebot mit ‚Gleichgesinnten‘ (was ganz sicher mehr Spaß macht). Toll wäre natürlich, wenn die uninteressierte Mama sich trotzdem ein bisschen für die Werke des eigenen Kindes interessieren und mit ihm darüber sprechen kann. Und wenn auch Zuhause ein Grundstock an Material zur freien Verfügung steht, damit auch mal spontane Ideen umgesetzt werden können oder einfach eine Weile Beschäftigung mit Papier und Farbe allein möglich ist, umso besser.

bastelkiste
Keiner ‚muss‘ basteln!

Aber – alles entspannt, ohne Verrenkungen und Verbiegen! 🙂

Kreative Kreativgedanken – Kinder sind kreativ

Jeden Tag 'ne kreative Tat

Kinder sind Meister darin, eigene Lösungen zu finden

Kinder sind die kreativsten Geschöpfe dieser Erde. Im Spiel lösen sie ständig neue Aufgabenstellungen, in ihrer Entwicklung finden sie andauernd neue Lösungen für Probleme. Wenn man sie denn lässt…

Dürfen Kinder ihre Malentwicklung frei durchlaufen, so kommen sie (ich behaupte mal ALLE!) irgendwann an das Dilemma, dass sie etwas malen wollen und dabei gleichzeitig auch zeigen, was da drin ist. Ein Haus zum Beispiel. Nicht einfach so ein Haus wie alle Häuser, sondern eins, das sie kennen, auch von innen. Da gibt es eine Küche und ein Kinderzimmer, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Und natürlich ein Bad – mit KLO!! Hihi… „Kreative Kreativgedanken – Kinder sind kreativ“ weiterlesen

Buchempfehlung: Was hast du denn da gemalt? / Kreative Kinder

Buchempfehlungen

„Das Kind ist nicht schmutzig sondern farbig!“

Bingo, spätestens bei diesem (sinngemäß wiedergegebenen) Satz hatte Rudolf Seitz bei mir gewonnen.

Interessant sind sie alle, die Bücher aus dem Hause Marielle und Rudolf Seitz. Rudolf Seitz (1934-2001), Kunstpädagoge und Gründer der „Schule der Phantasie“ hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, die sich mit dem kreativen Gestalten von Kindern (und Senioren) befassen. Ein paar davon möchte ich in der nächsten Zeit näher vorstellen.

Einige davon sind vergriffen, aber antiquarisch mit etwas Suche und Geduld noch aufzutreiben.

„Was hast du denn da gemalt?“ zeigt grundsätzliche Aspekte im Zeichnen und Malen mit Kindern auf. Warum es so wichtig ist und wie Kinder dabei gefördert werden können, ja, welche Bedeutung Zeichnen und Malen überhaupt für die kindliche Entwicklung hat und warum sie das so tun, wie sie es tun, sind die Themen der ersten beiden Kapitel.

Der „Entwicklung der Bildsprache“ widmet er ein weiteres, ausführliches Kapitel. Lebendig und anschaulich erklärt er darin u.a. wie unterschiedlich doch allein schon das Kritzeln sein kann, wie sich daraus und darin Formen entwickeln und was es mit den Namen, die Kinder ihren Kritzeleien geben, auf sich hat. Kopffüßler, Menschenbilder, Vögel mit vier Beinen und merkwürdige Maschinen sind hier weitere Themen.

Die „Stilmittel der Kinderzeichnung“ sind beispielsweise die Linien am oberen und unteren Bildrand, das Drehen der Blätter und was es mit geklappten Häusern und ‚Röntgenbildern‘ auf sich hat. Anschaulich und auf sehr respekt- wie liebevolle Art erläutert Seitz, wie Kinder ihr Wissen in ihren Bildern verarbeiten, wie raffiniert sie tricksen, um alle wichtigen Informationen unterzubringen.

Ein eigenes Kapitel widmet er dem Thema „Materialien und Gestaltungsmittel“ und stellt hier die Grundausstattung sowie erweiterte Möglichkeiten vor. „Von Lob, Kritik und Randgebieten“ sowie „Fragen aus dem Alltag“ handeln die beiden nächsten Abschnitte. Auch hier zieht sich der respektvolle Umgang mit den Arbeiten der Kinder durch. Gerade für den Umgang mit solchen alltäglichen wie heiklen Themen wie Fehler korrigieren, vorzeichnen, Selbstzweifel oder die Aussage „Ich kann nicht zeichnen!“ zeigt Seitz feinfühlig Wege auf. Er streift das „Deuten, Sammeln“, „Begabung und Jugendkunstschulen“ sowie weitere „Anregungen und Hilfen“.

Falls „Was hast du denn da gemalt?“ nicht (oder nur zu Wucherpreisen) zu kriegen ist, deckt das 2009 von Marielle Seitz herausgegebene „Kreative Kinder: Das Praxisbuch für Eltern und Pädagogen“ die wichtigsten Aspekte aus „Was hast du denn da gemalt?“ in gründlich überarbeiteter Form ebenfalls ab.

Darüberhinaus enthält es einen etwas umfangreicheren Teil zu den Materialien und deren konkreten Einsatzmöglichkeiten sowie die Themen „Persönlichkeitsentwicklung“ und „Kreativität als grundsätzliches Bildungsthema“. Die thematische Überschneidung der beiden Bücher ist ziemlich groß, „Kreative Kinder“ vielleicht in manchen Punkten noch etwas zeitgemäßer als das bereits 1995 erschienene „Was hast du denn da gemalt?“.

Eines dieser beiden Werke sollte jeder, der mit Kindern kreativ arbeitet auf jeden Fall lesen und besitzen.

Ist Wasserfarbe wasserlöslich?

Mit dem Suchbegriff „wasserfarbe wasserlöslich“ kam dieser Tage ein Besucher hier auf mein Blog. Sollte man auch denken, denn schließlich werden die ja mit Wasser angelöst. Aber Pustekuchen, dieser Irrtum hat mir schon einige Kinder-T-Shirts ‚ruiniert‘. Denn ja, sie lösen sich in Wasser – mindestens einmal…

Die herkömmlichen Wasserfarben, genauer Deckfarben, die beispielsweise auch in der Kunsterziehung in Schulen verwendet werden, sind wasserlöslich, aber nicht auswaschbar. D.h. im Klartext – wenn sie getrocknet sind, sind sie in den Textilien drin und werden höchstens durch mehrere Waschgänge (wieder) heller.

Die Temperafarben, die ich beim begleiteten Malen verwende, lassen sich meistens auswaschen (wenn man es gleich macht).

Doch selbst als auswaschbar deklarierte Farben lassen sich nicht unbedingt aus allen Textilien auswaschen, eine echte Garantie übernimmt hier meines Wissens kein Hersteller. Auch der Industrieverband sichert sich ab:

Auswaschbar:
Die aufgetragenen, getrockneten Farben lassen sich aus den meisten Textilien weitgehend entfernen.
Jedoch besteht bei einigen Farben eine gewisse Gefahr des Einwanderns (Migration) aus der applizierten Farbe in Materialien wie Textilien, Kunststoff oder Lack. Die Schlussfolgerung, dass Malfarben auf Wasserbasis auch restlos mit Wasser entfernbar bzw. ab- und auswaschbar seien, trifft daher nicht zu.

(Quelle: Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten e.V. )

Viele Farben lassen sich aus Textilien entfernen, wenn man sie sofort mit reichlich Wasser auswäscht, noch bevor sie angetrocknet sind. Eingetrocknete Flecken lassen sich mit etwas Glück mit Gallseife* entfernen.

Ganz schlecht (bis gar nicht) gehen nach meinen Erfahrungen raus: Ölfarben, Acrylfarben, Stoff- und Seidenmalfarben. Die letzten beiden Sorten übrigens auch dann nicht, wenn bügelfixierbar draufsteht. Seidenmalfarbe hält sogar auf Synthetikstoffen, die sich eigentlich nicht ohne weiteres färben lassen. Sie hält dort supergut. Ich hab damit schon Gardinen dauerhaft gefärbt. 🙂

Am besten zum Malen sind Malkittel oder Kleider, die dafür freigegeben sind. Die werden dann mit jedem Farbklecks schöner und bunter.

 

Kleine Künstler?

Es ist immer wieder zu sehen und lesen – „Workshop Kinder malen wie XY“!

Ganz sicher sind solche Angebote auch total gut gemeint. Sie versuchen, den Bildern der Kinder einen hohen Wert zuzuweisen, Kinder ernst zu nehmen, ihre Kreativität zu fördern.

Ich hab ein superschnelles rotes Auto gesehen!
Ich hab ein superschnelles rotes Auto gesehen!

Und trotzdem… mir wird immer etwas unbehaglich, wenn ich sowas sehe oder lese. Denn wird da nicht auch ein Anspruch aufgebaut? Druck erzeugt? Bilder, die in solchen Workshops entstehen, gehören selbstverständlich aufgehängt, bestaunt. Es wird eine Vorgabe gemacht, „malen wie Paul Klee oder Picasso oder Miro oder wer auch immer“.

Ist es nicht in sich widersprüchlich? Kinder als Künstler betrachten zu wollen und ihnen dann eine Vorgabe zu geben. Einen Maler, der sich als Erwachsener in seiner Malerei an Kinderbildern orientiert hat. Bei ihm war diese Ausdruckssprache das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses mit intellektuellem Hintergrund. Kinder sind Künstler darin, ihren eigenen Ausdruck zu finden, ganz ohne Vorgabe oder Vorbild.

Für mein Empfinden sollten Kinder so malen dürfen, wie es ihr eigener, aktueller Ausdruck ist – ganz ohne Vergleich, Themenvorgabe oder Anspruch. Malen als Weg, nicht als Ziel. Gerade jüngere Kinder malen Geschichten über das, was sie gerade bewegt. Das können Vulkane sein, die sie gerade faszinierend finden, gestorbene Haustiere oder ganz profan die Frage, wie denn nun Sommer- oder Winterreifen aussehen.

Was ist wichtig, wenn Kinder malen?

Malen (mit vernünftigen Materialien!) sollte so regelmäßig und selbstverständlich sein wie beispielsweise die Turnstunde. Malen sollte ein normaler Bestandteil einer ganzheitlichen Entwicklung sein. Dafür braucht es auch keine weiteren Anreize wie beispielsweise Musik oder Geschichten. Gerade das Malen bietet die Gelegenheit, sich auf Stille einzulassen, zur Ruhe zu kommen – Hektik haben Kinder im Alltag oft ohnehin schon zu viel.

Natürlich spricht nichts dagegen, mit interessierten Kindern, die diese ‚Grundversorgung‘ haben, auch mal mit besonderen Materialien zu malen oder gemeinsam ein Museum zu besuchen und anschließend zu malen (aber eben nicht ‚wie‘ die Künstler in der Ausstellung!). Und mit ihnen über ihre Bilder zu sprechen, ohne zu fragen „Was hast du denn da gemalt?“.