Stempel ganz einfach und schnell selbstgemacht

Stempel mögen die meisten Kinder. Es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen zu kaufen. Ganz schnell und einfach lassen sie sich aber auch selbst herstellen. Hier zum Beispiel eine Variante aus Korken und Moosgummi.

Das wird gebraucht, um die einfachen Stempel zu basteln:

Material zum Stempelbasteln
Einfache Stempel aus Korken und Moosgummi

Und schon kann’s losgehen mit der Stempelbastelei:

  • Den Arbeitsplatz am besten mit einer alten Zeitung abdecken.
  • Moosgummistücke etwa in der Größe eines Korkens zuschneiden. Wer keine Reste hat und nicht extra Moosgummi kaufen* möchte, kann auch Schwammtücher verwenden (ohne Gewähr, dass bei denen Filzstift als Stempelfarbe funktioniert).
  • Das Wunschmotiv mit Kugelschreiber oder Filzstift auf das Moosgummistück aufmalen. Geeignet sind möglichst einfache Formen, denn die Fläche ist natürlich ziemlich klein. Wunderbar eignen sich Herzen oder ganz einfache Blumen. Auch Buchstaben sind möglich. Einfache geometrische Formen wie Kreis, Quadrat oder Raute funktionieren ebenfalls gut. Wenn mit Filzstift vorgemalt wird, lässt sich das noch gut anpassen, denn den Filzstift kann man vom Moosgummi einfach abwischen.
  • Beim Ausschneiden zeigt sich dann schnell, wenn das Motiv vielleicht doch zu kompliziert ist. In den allermeisten Fällen lässt sich das jedoch korrigieren, bzw. korrigiert sich von selbst, denn was nicht so fein ausgeschnitten werden kann, wird automatisch grober. Sieht es trotzdem gut aus? Kann man erkennen, was es ist? Das Material gibt Grenzen vor.
  • Geschickte Jugendliche oder helfende Erwachsene können gegebenenfalls mit einem Cuttermesser oder Skalpell kleine Details ausführen. Nötig ist das aber nicht, denn gerade einfache Formen wirken bei diesen Stempeln sehr gut.
  • Das fertig ausgeschnittene Motiv dann mit Alleskleber auf den Korken kleben. Dazu am besten einen Tropfen Alleskleber auf den Korken geben, das Moosgummi drauflegen und kurz andrücken. Ganz professionell wird es, wenn man jetzt die beiden Teile nochmal voneinander trennt, den Kleber etwas antrocknen lässt und die beiden Klebeflächen fest aufeinander drückt.
  • Gut trocknen lassen! In der Zwischenzeit kann ein zweiter Stempel gemacht werden.
  • Wenn alles gut getrocknet ist, kann der schönste Teil losgehen! Dazu mit einem Filzstift der gewünschten Farbe das Moosgummi anmalen und auf Papier abdrücken. Einmal eingefärbt, lassen sich mehrere Abdrucke machen. Soll mit einer anderen Farbe weiter gestempelt werden, das Moosgummi einfach mit einem Stück Küchenrolle von Farbresten befreien. Natürlich kann man auch ein Stempelkissen oder Flüssigfarben zum einfärben verwenden.

Wer keine Weinkorken hat, kann auch Kunststoffschraubverschlüsse nehmen. Oder ausgediente Bauklötze. Damit sind dann auch größere Motive möglich. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Selbstgemacht Stempel
Selbstgemachte Stempel

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Wie kann ich gute Buntstifte erkennen?

buntstifte

Buntstifte (Holzstifte) gibt es wie Sand am Meer. Von 99 Cent pro Packung bis 2,95 Euro pro Stift (wahrscheinlich geht da auch noch mehr), reicht die Preisspanne. Dass die ersteren wahrscheinlich nicht ganz so toll sind und die letzteren eher was für die Profis, dürfte klar sein. Aber wie erkenne ich gute Buntstifte, solche, die was taugen? Und welche sind für meine Zwecke gegeignet?

Aufbau von Buntstiften

Der grundsätzliche Aufbau von Buntstiften ist bei so ziemlich allen Modellen gleich: eine Mine in einer Holzhülle, wahlweise farbig oder transparent lackiert oder aber naturbelassen. Einige Modelle haben auch eine rutschhemmende Oberfläche, dabei sind kleine erhabene Pünktchen auf dem Lack, die das Abrutschen der Finger verhindern sollen. Die Holzumhüllung ist entweder rund, drei- oder sechseckig. Es gibt auch extradicke Modelle, sogenannte ‚Jumbos‘.

In der Qualität unterscheiden sich die Stifte ganz besonders bei der Mine. Die besteht aus Pigmenten, Fetten, Wachsen, Bindemitteln, Talkum und Kaolin. Pigmente sind die (teuren!!!) Farbstoffe, die darüber entscheiden, wie farbkräftig ein Stift ist. Das Mischungsverhältnis der anderen Bestandteile sorgt dafür, dass die Mine härter oder weicher ist. Leider gibt es bei Buntstiften keine Härtegrade wie bei den Bleistiften, an denen man die Weichheit oder Härte direkt erkennen kann. Denn in gewissen Grenzen entscheiden persönliche Vorlieben und gestalterische Techniken darüber, ob der Stift eher weicher oder eher härter sein sollte.

Klare Qualitätsmängel bei Buntstiften

Wenn die Stifte aber schmieren oder die Mine ganz spröde übers Papier kratzt, dann sehe ich sie als ungeeignet an. Zumindest dann, wenn ein halbwegs vernünftiges Papier verwendet wird. Auch wenn das Holz beim Anspitzen splittert, taugen sie nichts. Minen, die beim Spitzen oder direkt danach brechen, deuten auch auf nicht so tolle Qualität hin. Allerdings brechen irgendwann auch die besten Minen, wenn die Stifte mehrfach runterfallen. Stifte mit gebrochener Mine erkennt man daran, dass sie direkt nach dem Anspitzen immer wieder gleich brechen, die sind normalerweise nicht mehr zu retten.

Einsatzgebiete

Buntstifte für Kinder

Buntstifte sind ein, wenn nicht sogar DER Klassiker, um Kindern den Einstieg ins Zeichnen und Malen zu ermöglichen. Sie sind relativ unempfindlich und einfach zu handhaben. In halbwegs vernünftiger Qualität sind sie immer noch recht preiswert. Buntstifte sind jederzeit einsatzbereit, ohne größere Vorbereitung. Ein Päckchen Buntstifte und ein Block reicht aus, um ein interessiertes Kind ortsunabhängig zu beschäftigen. Sie können im Restaurant, im Wartezimmer beim Arzt und sogar im Museum zum Einsatz kommen.

Dicke oder dünne Stifte? Dreieckig oder sechseckig?

Generelle Empfehlungen sind schwierig, denn letzten Endes entscheidet die Feinmotorik des einzelnen Kindes über das geeignete Werkzeug. Auch die Größe der Hände sollte berücksichtigt werden, eine Dreijährige mit sehr zarten, feingliedrigen Händen kommt wahrscheinlich mit normalen Stiften besser klar als mit Jumbos.

Im Allgemeinen: Kleinere Kinder (bis etwa Anfang Grundschulalter) kommen oft mit den dickeren Stiften besser klar. Auch danach können die dicken Brummer noch gut weiter verwendet werden, um beispielsweise größere Flächen schnell zu malen. Je kleiner die malenden Kinder, desto stumpfer sollten die Stifte angespitzt werden. Dreieckig oder sechseckig ist eher eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Wieviele Farben/Farbtöne für welches Alter?

Auch hier entscheidet wieder der Entwicklungsstand des Kindes. Je differenzierter es Farben schon benennen kann, desto mehr Farben sollte es im Zugriff haben. Bis etwa zum Schuleintritt sind die meisten Kindern mit maximal 12 Farben schon ganz gut ausgestattet. Irgendwann prägt sich auch eine Vorliebe für bestimmte Farben aus. [Klischee an] – Mädchen in der Prinzessinnenphase stehen auf Rosa, Pink und Lila – [Klischee aus]. Gegen Ende der Kindergartenzeit kommt als sehr wichtige Farbe oft die Hautfarbe dazu.

Buntstifte für kleinere Kinder

Die Qualität sieht man den Stiften leider nicht an. Mit den folgenden Herstellern/Modellen habe ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht: Die Jumbo Grip Buntstifte von Faber Castell sind nach meinem Eindruck etwäs härter, die Lyra Super Ferby sehr weich. Kinder die eher fest aufdrücken, sind mit den Faber Castell wahrscheinlich besser bedient, Kinder mit weniger Kraft kommen vermutlich mit den Lyra besser klar. Die Staedtler sind ein gutes Mittelding, es gibt sie als Super Dicki mit dickerer und als preiswertere Tricki Dicki mit dünnerer Mine.

Buntstifte für Schulkinder

Größere Kinder lieben zumeist eine größere Farbauswahl. 12 bis 36 Farben finde ich für Schulkinder bis etwa zu siebten Klasse angemessen. Gut geeignet sind da beispielsweise die Faber Castell im 24er Pack (mit ganz viel rosa!!). Von Stabilo gibt es mit den GreenColors schöne Sortimente, auch Staedtler mit den Noris kann ich empfehlen.

Buntstifte für Erwachsene

Wer jetzt glaubt, Buntstifte seien Kinderkram, der befindet sich auf dem Holzweg. Denn schon das, was bei den Schulkindern aufgeführt wird, taugt allemal auch für Erwachsene. Wer sich was richtig Gutes tuen will, der kann natürlich auch zu edlen Polychromos greifen. Und richtig erfreulich – es lassen sich auch die unterschiedlichen Marken der verschiedenen Hersteller miteinander verwenden. In meinem eigenen Buntstiftkorb finden sich unterschiedlichste Marken und Preisklassen zu einer sehr fein schattierten Palette zusammen. Damit macht dann Buntstiftzeichnen so richtig Spaß!!

buntstiftzeichnung

 

Buchbesprechung – Die 10 größten Lernlust-Killer

Lernlustkiller

Die Zeugnisse rücken wieder näher und mit ihnen offenbaren sich all die Lücken und Tücken des Schulalltags. Ein (erfahrungsgemäß eher kleiner) Teil der Schüler rutscht mehr oder weniger motiviert (oder auch nicht) aber glatt und reibungslos in die Ferien und danach ins neue Schuljahr. Sie wurschteln sich so durch, haben sich arrangiert. Aber Spaß an der Schule? So richtig Lust aufs Lernen? Doch eher Fehlanzeige, oder?

Lerncoach Jutta Wimmer, Diplom-Pädagogin, Mutter und Dozentin, weiß wovon sie schreibt: Kinder, die hochmotiviert ins Abenteuer Schule stürzen und oft schon nach erschreckend kurzer Zeit frustiert, lustlos oder bestenfalls weitgehend gleichgültig den Ranzen in die Ecke pfeffern. Auf die zehn Haupt-Lernlust-Killer konzentriert sie sich in ihrem Buch, das im Untertitel verspricht „Wie unsere Kinder mehr Spaß an der Schule haben“. Einige davon sind Dauerbrenner, wie beispielsweise „Überfrachtete Lehrpläne“ oder die „Angst vor schlechten Noten“. „Buchbesprechung – Die 10 größten Lernlust-Killer“ weiterlesen

Kreative Kinder in der VG Lambsheim-Heßheim

bastelworkshop
Willkommen im kreativen Chaos!

Ich freue mich sehr drüber, seit 1. Mai 2015 in der offenen Kinder- und Jugendarbeit der VG Lambsheim-Heßheim mitarbeiten zu dürfen. Es gibt dadurch in den einzelnen Orten zusätzliche Öffnungszeiten und außerdem ortsübergreifende Angebote an Wochenenden und in Ferienzeiten.

In den einzelnen Jugendtreffs bleibt es (wie bisher auch) möglich, einfach nur zu spielen, zu quatschen, Freunde zu treffen, mal rauszugehen usw. Zusätzlich kann aber, wer mag, auch kreativ werden, so wie es in diesem Rahmen möglich ist. Wer Bilder oder Comics malen möchte, eine ganz besondere Kette machen oder eine Collage kleben (oder, oder, oder…) der kann dies gern tun und von mir auch Anregungen und Unterstützung bekommen. Und gemeinsam kommen wir vielleicht auch auf Ideen, die für alle interessant sind.

Die zusätzlichen Angebote sind eine Möglichkeit auch mal größere Aktionen zu starten. Aktuelle Termine dazu sind im Amtsblatt zu finden.

Die wöchentlichen Öffnungszeiten der Kinder- und Jugendtreffs:
Beindersheim:
Montag, 16-18 Uhr, Carmen
Mittwoch, 18-20 Uhr, Sabine
Freitag, 16-18 Uhr, Sabine
Großniedesheim:
Dienstag, 16-18 Uhr, Carmen
Freitag, 17-21 Uhr, Christian
Heuchelheim:
Montag, 15-17 Uhr / 18-20 Uhr, Sabine
Mittwoch, 15-17 Uhr, Carmen
Kleinniedesheim:
Dienstag, 16-18:30 Uhr, Sabine
Lambsheim:
Montag, 16-20 Uhr / 20-22 Uhr, Turnhalle, Christian
Dienstag, 16-21 Uhr, Christian
Donnerstag, 18-22 Uhr, Sabine

Als Mutter mit Basteln und Malen nix am Hut haben?

bastelkiste

Jede Mutter will ihr Kind möglichst gut fördern

Angebote dafür gibt es jede Menge, Musikschule, Kinderturnen, Kinderenglisch und natürlich (da nehme ich mich ja nicht aus) auch Malen/Kreativangebote. Gerade letzteres kann man ja eigentlich auch Zuhause anbieten – eigentlich. Wer selbst gern in der Richtung aktiv ist, wird wahrscheinlich wenig Schwierigkeiten haben, auch mit Kindern zusammen zu werkeln. Und wenn nicht?

Anscheinend gibt es eine unausgesprochene Forderung, dass ALLE MÜTTER mit ihren Kindern malen und basteln müssen… ganz ehrlich? Riesenquatsch!!

Ich glaube, jede Mutter hat das Recht darauf, authentisch zu sein. Und jede Mutter hat das Recht darauf, irgendwas nicht zu mögen. Punkt!

Keine Mutter muss sich um der lieben Kinder Willen verbiegen. Gewisse Zugeständnisse wird Mama wahrscheinlich ein Stück weit eingehen, um ihrem Kind einen Herzenswunsch zu erfüllen. Meine Tochter beispielsweise tanzt leidenschaftlich gern. Bei den Fasnachtern *schluck*… für mich so ziemlich die ‚Höchststrafe‘. Trotzdem hab ich sie jahrelang zu Auftritten gefahren, beim Umziehen und Schminken geholfen und auch Kostüme genäht. Den Support geleistet, der notwendig war, damit sie diesem Hobby nachgehen konnte. Aber auch nicht mehr. Ich hab mich nicht selbst kostümiert, bin nicht länger als nötig auf den Veranstaltungen geblieben und bin auch sonst nicht närrisch aktiv geworden. Wir konnten mit diesem Kompromiss gut leben. Auch wenn andere Mitglieder der Kindergarde aus ausgesprochenen Fasnachtsfamilien kamen, in denen beide Elternteile aktiv waren (und überhaupt nicht verstehen konnten, dass ich daran keinen Spaß habe), ist der Funke nie auf mich übergesprungen. Muss auch nicht.

Genauso wenig muss er das beim Malen oder Basteln. Wer sich dafür selbst nicht begeistern kann, sollte sich nicht dazu zwingen. Denn erstens merken Kinder es, wenn ein Elternteil nur als Pflichtübung Papier und Stifte auspackt, dabei möglicherweise noch eigene böse Vorbehalte mit sich rumträgt. „Meine Bilder in der Schule waren immer scheußlich!“, „Ich kann das sowieso nicht!“, „Ich hab noch nie gerne gemalt!“. Sowas überträgt sich dann unter Umständen sogar noch auf die Kinder oder äußert sich in unpassenden Äußerungen wie „macht ja nix, dass dein Haus so schief ist, ich konnte auch nicht malen!“.

Mit so einer Situation kann man unterschiedlich umgehen:

  • Malen ist doof, ich hab das schon nicht gern gemacht, also musst (darfst) du das auch nicht machen
  • Ich fand Malen immer doof, aber vielleicht macht es ja mit dir zusammen doch Spaß
  • Ich finde Malen doof, aber wenn du es gerne machen möchtest, dann darfst du es gern tun.

Die letzten beiden Varianten sind natürlich die konstruktivsten, denn sie stellen dem Kind frei, gern zu malen. Entweder allein (bzw. mit Freunden) und einer Bastelkiste mit eigenem Material oder eben auch in einem begleiteten Angebot mit ‚Gleichgesinnten‘ (was ganz sicher mehr Spaß macht). Toll wäre natürlich, wenn die uninteressierte Mama sich trotzdem ein bisschen für die Werke des eigenen Kindes interessieren und mit ihm darüber sprechen kann. Und wenn auch Zuhause ein Grundstock an Material zur freien Verfügung steht, damit auch mal spontane Ideen umgesetzt werden können oder einfach eine Weile Beschäftigung mit Papier und Farbe allein möglich ist, umso besser.

bastelkiste
Keiner ‚muss‘ basteln!

Aber – alles entspannt, ohne Verrenkungen und Verbiegen! 🙂

Kreative Kreativgedanken – Kinder sind kreativ

Jeden Tag 'ne kreative Tat

Kinder sind Meister darin, eigene Lösungen zu finden

Kinder sind die kreativsten Geschöpfe dieser Erde. Im Spiel lösen sie ständig neue Aufgabenstellungen, in ihrer Entwicklung finden sie andauernd neue Lösungen für Probleme. Wenn man sie denn lässt…

Dürfen Kinder ihre Malentwicklung frei durchlaufen, so kommen sie (ich behaupte mal ALLE!) irgendwann an das Dilemma, dass sie etwas malen wollen und dabei gleichzeitig auch zeigen, was da drin ist. Ein Haus zum Beispiel. Nicht einfach so ein Haus wie alle Häuser, sondern eins, das sie kennen, auch von innen. Da gibt es eine Küche und ein Kinderzimmer, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Und natürlich ein Bad – mit KLO!! Hihi… „Kreative Kreativgedanken – Kinder sind kreativ“ weiterlesen

Wenn Kinder am unteren Bildrand malen

Ich nehme mal wieder einen Suchbegriff zwischenrein, der immer wieder Besucher auf meine Seiten führt. „Wenn Kinder am unteren Bildrand malen“ war das Thema.

Und meine Antwort, wenn mich jemand direkt danach fragen würde, wäre: „Dann ist das sehr wahrscheinlich Teil der normalen Malentwicklung. Trotzdem kommt es natürlich auf den Einzelfall an“.

Sehr viele Kinder, ‚gefühlt‘ noch mehr die Mädchen als die Jungs, malen oft lange Zeit Bilder, die in etwa so aussehen:

bildrand
Eine Erde, ein Himmel, eine Sonne und die Blumen

Das kann variieren. Die Blumen können auch Bäume sein, vielleicht sogar Tiere oder Menschen. Das ‚Grundbedürfnis‘ einer Erde unten und eines Himmels oben ist aber relativ charakteristisch. Die Begrenzungslinien oben und unten sind Anfang einer Entwicklung. Über einen längeren Zeitraum sollte diese Entwicklung erkennbar sein. Es kommen mehr Elemente ins Bild oder sie werden detaillierter. Sie werden geordnet, oft nach Groß und Klein. Sie wachsen aufeinander zu, erobern den ‚Luftraum‘. Da fliegen Schmetterlinge oder die Bäume wachsen in den Himmel.  Auch Häuser finden irgendwann ihren Platz in den Bildern.

Entwicklung ist beim Malen wichtig

Wenn ein Kind wirklich über längere Zeit nur und ausschließlich am unteren Bildrand malt, dann kann das ein Hinweis auf Probleme irgendwelcher Art sein. Muss es aber nicht zwingend. Genaueres lässt sich da nur sagen, wenn der Blick aufs ganze Kind gerichtet wird. Und wichtig ist, dass das Kind genügend Gelegenheit hat, frei zu malen, sich dabei zu entwickeln. Ganz in seinem eigenen Tempo. Dieses Tempo kann ganz verschieden sein. Deshalb möchte ich auch keine Aussage über den Zeitraum treffen. Manche Kinder entwickeln sich kontinuierlich, anderen in Sprüngen. Dazwischen gibt es alle Varianten. Bewahren Sie Bilder auf, schreiben sie das Datum auf die Rückseite. Ein Vergleich mit Bildern von vor drei Wochen, drei Monaten und einem Jahr oder zwei Jahren sollte Unterschiede zeigen.

Buchempfehlung: Was hast du denn da gemalt? / Kreative Kinder

Buchempfehlungen

„Das Kind ist nicht schmutzig sondern farbig!“

Bingo, spätestens bei diesem (sinngemäß wiedergegebenen) Satz hatte Rudolf Seitz bei mir gewonnen.

Interessant sind sie alle, die Bücher aus dem Hause Marielle und Rudolf Seitz. Rudolf Seitz (1934-2001), Kunstpädagoge und Gründer der „Schule der Phantasie“ hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, die sich mit dem kreativen Gestalten von Kindern (und Senioren) befassen. Ein paar davon möchte ich in der nächsten Zeit näher vorstellen.

Einige davon sind vergriffen, aber antiquarisch mit etwas Suche und Geduld noch aufzutreiben.

„Was hast du denn da gemalt?“ zeigt grundsätzliche Aspekte im Zeichnen und Malen mit Kindern auf. Warum es so wichtig ist und wie Kinder dabei gefördert werden können, ja, welche Bedeutung Zeichnen und Malen überhaupt für die kindliche Entwicklung hat und warum sie das so tun, wie sie es tun, sind die Themen der ersten beiden Kapitel.

Der „Entwicklung der Bildsprache“ widmet er ein weiteres, ausführliches Kapitel. Lebendig und anschaulich erklärt er darin u.a. wie unterschiedlich doch allein schon das Kritzeln sein kann, wie sich daraus und darin Formen entwickeln und was es mit den Namen, die Kinder ihren Kritzeleien geben, auf sich hat. Kopffüßler, Menschenbilder, Vögel mit vier Beinen und merkwürdige Maschinen sind hier weitere Themen.

Die „Stilmittel der Kinderzeichnung“ sind beispielsweise die Linien am oberen und unteren Bildrand, das Drehen der Blätter und was es mit geklappten Häusern und ‚Röntgenbildern‘ auf sich hat. Anschaulich und auf sehr respekt- wie liebevolle Art erläutert Seitz, wie Kinder ihr Wissen in ihren Bildern verarbeiten, wie raffiniert sie tricksen, um alle wichtigen Informationen unterzubringen.

Ein eigenes Kapitel widmet er dem Thema „Materialien und Gestaltungsmittel“ und stellt hier die Grundausstattung sowie erweiterte Möglichkeiten vor. „Von Lob, Kritik und Randgebieten“ sowie „Fragen aus dem Alltag“ handeln die beiden nächsten Abschnitte. Auch hier zieht sich der respektvolle Umgang mit den Arbeiten der Kinder durch. Gerade für den Umgang mit solchen alltäglichen wie heiklen Themen wie Fehler korrigieren, vorzeichnen, Selbstzweifel oder die Aussage „Ich kann nicht zeichnen!“ zeigt Seitz feinfühlig Wege auf. Er streift das „Deuten, Sammeln“, „Begabung und Jugendkunstschulen“ sowie weitere „Anregungen und Hilfen“.

Falls „Was hast du denn da gemalt?“ nicht (oder nur zu Wucherpreisen) zu kriegen ist, deckt das 2009 von Marielle Seitz herausgegebene „Kreative Kinder: Das Praxisbuch für Eltern und Pädagogen“ die wichtigsten Aspekte aus „Was hast du denn da gemalt?“ in gründlich überarbeiteter Form ebenfalls ab.

Darüberhinaus enthält es einen etwas umfangreicheren Teil zu den Materialien und deren konkreten Einsatzmöglichkeiten sowie die Themen „Persönlichkeitsentwicklung“ und „Kreativität als grundsätzliches Bildungsthema“. Die thematische Überschneidung der beiden Bücher ist ziemlich groß, „Kreative Kinder“ vielleicht in manchen Punkten noch etwas zeitgemäßer als das bereits 1995 erschienene „Was hast du denn da gemalt?“.

Eines dieser beiden Werke sollte jeder, der mit Kindern kreativ arbeitet auf jeden Fall lesen und besitzen.

Ist Wasserfarbe wasserlöslich?

Mit dem Suchbegriff „wasserfarbe wasserlöslich“ kam dieser Tage ein Besucher hier auf mein Blog. Sollte man auch denken, denn schließlich werden die ja mit Wasser angelöst. Aber Pustekuchen, dieser Irrtum hat mir schon einige Kinder-T-Shirts ‚ruiniert‘. Denn ja, sie lösen sich in Wasser – mindestens einmal…

Die herkömmlichen Wasserfarben, genauer Deckfarben, die beispielsweise auch in der Kunsterziehung in Schulen verwendet werden, sind wasserlöslich, aber nicht auswaschbar. D.h. im Klartext – wenn sie getrocknet sind, sind sie in den Textilien drin und werden höchstens durch mehrere Waschgänge (wieder) heller.

Die Temperafarben, die ich beim begleiteten Malen verwende, lassen sich meistens auswaschen (wenn man es gleich macht).

Doch selbst als auswaschbar deklarierte Farben lassen sich nicht unbedingt aus allen Textilien auswaschen, eine echte Garantie übernimmt hier meines Wissens kein Hersteller. Auch der Industrieverband sichert sich ab:

Auswaschbar:
Die aufgetragenen, getrockneten Farben lassen sich aus den meisten Textilien weitgehend entfernen.
Jedoch besteht bei einigen Farben eine gewisse Gefahr des Einwanderns (Migration) aus der applizierten Farbe in Materialien wie Textilien, Kunststoff oder Lack. Die Schlussfolgerung, dass Malfarben auf Wasserbasis auch restlos mit Wasser entfernbar bzw. ab- und auswaschbar seien, trifft daher nicht zu.

(Quelle: Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten e.V. )

Viele Farben lassen sich aus Textilien entfernen, wenn man sie sofort mit reichlich Wasser auswäscht, noch bevor sie angetrocknet sind. Eingetrocknete Flecken lassen sich mit etwas Glück mit Gallseife* entfernen.

Ganz schlecht (bis gar nicht) gehen nach meinen Erfahrungen raus: Ölfarben, Acrylfarben, Stoff- und Seidenmalfarben. Die letzten beiden Sorten übrigens auch dann nicht, wenn bügelfixierbar draufsteht. Seidenmalfarbe hält sogar auf Synthetikstoffen, die sich eigentlich nicht ohne weiteres färben lassen. Sie hält dort supergut. Ich hab damit schon Gardinen dauerhaft gefärbt. 🙂

Am besten zum Malen sind Malkittel oder Kleider, die dafür freigegeben sind. Die werden dann mit jedem Farbklecks schöner und bunter.

 

Kleine Künstler?

Es ist immer wieder zu sehen und lesen – „Workshop Kinder malen wie XY“!

Ganz sicher sind solche Angebote auch total gut gemeint. Sie versuchen, den Bildern der Kinder einen hohen Wert zuzuweisen, Kinder ernst zu nehmen, ihre Kreativität zu fördern.

Ich hab ein superschnelles rotes Auto gesehen!
Ich hab ein superschnelles rotes Auto gesehen!

Und trotzdem… mir wird immer etwas unbehaglich, wenn ich sowas sehe oder lese. Denn wird da nicht auch ein Anspruch aufgebaut? Druck erzeugt? Bilder, die in solchen Workshops entstehen, gehören selbstverständlich aufgehängt, bestaunt. Es wird eine Vorgabe gemacht, „malen wie Paul Klee oder Picasso oder Miro oder wer auch immer“.

Ist es nicht in sich widersprüchlich? Kinder als Künstler betrachten zu wollen und ihnen dann eine Vorgabe zu geben. Einen Maler, der sich als Erwachsener in seiner Malerei an Kinderbildern orientiert hat. Bei ihm war diese Ausdruckssprache das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses mit intellektuellem Hintergrund. Kinder sind Künstler darin, ihren eigenen Ausdruck zu finden, ganz ohne Vorgabe oder Vorbild.

Für mein Empfinden sollten Kinder so malen dürfen, wie es ihr eigener, aktueller Ausdruck ist – ganz ohne Vergleich, Themenvorgabe oder Anspruch. Malen als Weg, nicht als Ziel. Gerade jüngere Kinder malen Geschichten über das, was sie gerade bewegt. Das können Vulkane sein, die sie gerade faszinierend finden, gestorbene Haustiere oder ganz profan die Frage, wie denn nun Sommer- oder Winterreifen aussehen.

Was ist wichtig, wenn Kinder malen?

Malen (mit vernünftigen Materialien!) sollte so regelmäßig und selbstverständlich sein wie beispielsweise die Turnstunde. Malen sollte ein normaler Bestandteil einer ganzheitlichen Entwicklung sein. Dafür braucht es auch keine weiteren Anreize wie beispielsweise Musik oder Geschichten. Gerade das Malen bietet die Gelegenheit, sich auf Stille einzulassen, zur Ruhe zu kommen – Hektik haben Kinder im Alltag oft ohnehin schon zu viel.

Natürlich spricht nichts dagegen, mit interessierten Kindern, die diese ‚Grundversorgung‘ haben, auch mal mit besonderen Materialien zu malen oder gemeinsam ein Museum zu besuchen und anschließend zu malen (aber eben nicht ‚wie‘ die Künstler in der Ausstellung!). Und mit ihnen über ihre Bilder zu sprechen, ohne zu fragen „Was hast du denn da gemalt?“.