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Sabine Feickert
Ich bin Sabine Feickert und helfe als Bilderhebamme auch Deinen inneren Bildern auf's Papier.

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Arno Stern über Kinderbilder

Arno Stern, der Mann, der entdeckte, dass alle Kinder auf der Welt die gleiche Malentwicklung durchlaufen, in einem sehenswerten Videointerview (lange Fassung) über Kinderbilder:

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Malen in der Grundschule – der Tragödie zweiter Teil

Kritzelknäuel

Kritzelknäuel

Das Thema wird mich wohl immer wieder beschäftigen… Malen in der Grundschule.

Gab es bereits in der Grundschulzeit meiner Kinder Mathe-Aufgabenblätter, bei denen anhand eines Ausmalbildchens die Richtigkeit der errechneten Ergebnisse überprüft werden sollte, so hat sich diese Tendenz mittlerweile wohl noch verstärkt. Ging bei meinen Kindern das Ausrechnen flott voran, so zog sich das Ausmalen oft ewig – nicht, weil sie es nicht gekonnt hätten, sondern weil sie es ganz einfach langweilig fanden.

Ein willkürlicher Blick in aktuelle Bücher mit Unterrichtsideen für die erste Klasse lässt mich erstarren – “jeder malt ein Bild von sich selbst” – “male zwei Beschäftigungen für den Vormittag und zwei für den Nachmittag” – das klingt ja erstmal wirklich nett und kindgerecht. “So ein bisschen Malen zwischendurch, das entspannt schön” mag da als Gedanke mit dahinterstehen und für manche Kinder auch durchaus zutreffen.

Als Fachfrau sträuben sich mir da allerdings die Haare angesichts der dahinterstehenden Arg- oder Gedankenlosigkeit. Gerade in der ersten Klasse befinden sich Kinder häufig noch am Anfang der figurativen Malentwicklung. Für diejenigen, die noch nicht oder gerade eben so an diesen Stand angekommen sind, ist der Frust vorprogrammiert. Wo die ‘Überflieger’ sich selbst nicht nur mit Fingern und Fingernägeln, sondern sogar ‘den Dreck unter den Fingernägeln’ malen, wirken die Kopffüßler der anderen ungelenk und unbeholfen. Illusorisch der Gedanke, dass diese Kinder das selbst nicht bemerken, wenn die Bilder dann – für alle gut sichtbar – auch noch an einer Lernwand aufgehängt werden. Nicht nur die besonders Sensiblen dürften sich vorgeführt und gedemütigt fühlen, auch wenn im Unterricht böse Kommentare unterbunden werden. Was in den Pausen auf dem Schulhof oder nachmittags gesprochen wird, steht nochmal auf einem anderen Blatt…

Wenn dann – im Zeichen von Inklusion und Integration – Kinder in dieser Klasse sind, die vielleicht leichte oder auch etwas stärkere Entwicklungsverzögerungen haben …. Au Backe!!

Die Lösung, diesen Kindern dann exklusive Sonderlösungen wie beispielsweise ausschneiden und aufkleben zuzugestehen, erscheint mir nicht als Königsweg.

Wünschen würde ich mir, dass sich bei allen Beteiligten ein Bewusstsein für die Bedeutung des Malens entwickelt. Dass der ‘Malzwang’ aus den Schulen draußen bleibt und Mathe Mathe und Deutsch Deutsch (als Unterrichtsfach) bleibt. Dass die Gleichmacherei um jeden Preis entfällt und mit unterschiedlichsten Lernmaterialien (als Angebot) der Lehrauftrag erfüllt wird…

… Utopie??? Vielleicht – aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt…

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Wenn Kinder Häuser ohne Türen malen…

kinder malen, malentwicklung, kindliche entwicklung, frühförderung

Wenn Kinder malen

Gerade erreichte mich eine Mail, in der eine Mutter nachfragt, was es bedeutet, wenn Kinder Häuser ohne Türen malen. Ihr Sohn hat in der Schule so gemalt und wurde daraufhin wohl von der Lehrerin zurechtgewiesen, das sei nicht schön. Er möchte seine Bilder nun auch nicht der Mutter zeigen und ist fest davon überzeugt, dass er nicht malen könne, weil da keine Türen drauf wären.

* AUTSCH *

Was es bedeutet, wenn das Haus ohne Tür gemalt wird, kann das Kind am besten selbst erklären. Häufig kommt von Kindern dann die Erklärung, dass die Tür auf der anderen Seite des Hauses ist – so banal.

Solange ein Kind nicht in seinem Verhalten ganz deutliche Besonderheiten aufweist, sind Häuser ohne Türen vollkommen harmlos – wenn Besonderheiten im Verhalten vorliegen, dann sollten diese nicht an Häusern ohne Türen festgemacht werden.

Natürlich legt die Küchentischpsychologie den Schluss nahe, dass ein solches Kind verschlossen ist, andere nicht an sich heranlassen will, etc. Das lässt sich aber nur am Gesamteindruck beurteilen und sollte es tatsächlich so sein, ist es ganz sicher nicht hilfreich, einem solchen Kind dann eine negative Wertung (nicht schön) mitzugeben.

Wenn ein gemaltes Haus keine Tür hat, dann kann das ein Gesprächseinstieg sein. Durch die einfache Nachfrage “Hat das Haus keine Tür?” wird dem Kind die Gelegenheit gegeben, seine Geschichte zu dem Bild zu erzählen. Und anhand dieser Geschichte kann dann abgeschätzt werden, ob dieses Kind vielleicht wirklich Schwierigkeiten in irgendeiner Form hat oder ganz einfach die (türlose) Seite des Hauses gemalt hat, an der die schönen Blumen blühen oder die Hundehütte steht. Weil diesem Kind das vielleicht in dem Moment ganz einfach wichtiger war. Oder möglicherweise hat es keine Tür gemalt, weil es nicht wusste, wie es die Tür malen soll, war verunsichert und hat sie weggelassen.

Ich kann diesem Kind nur wünschen, dass es dadurch nicht jetzt schon die Freude am Malen völlig verloren hat und würde dringend empfehlen, diesem Kind eine Möglichkeit zu schaffen, so zu malen wie es kann und will.

Ohne Wertung oder Beurteilung!

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begleitetes malen warum kinder mit pinsel?

Gute Frage, die da jemand an Google gestellt hat und auf die hier bisher noch keine vernünftige Antwort zu finden ist. Das wird jetzt aber sofort nachgeholt, denn diese Frage hat wirklich ihre Berechtigung.

Beim begleiteten Malen malen Kinder mit weichen Haarpinseln und den schon mehrfach erwähnten Flüssigfarben (von Lascaux).

Das schult zum Einen die Feinmotorik, denn es ist gar nicht so einfach, den Pinsel in der richtigen Distanz zum Papier zu bewegen.

Der andere Grund ist, dass Kinder beim Malen mit den Händen ganz automatisch ins ‘Matschen’ verfallen. Die Farbe auf den Fingern verführt so dazu, dass dabei nach Herzenslust geschmiert und vermatscht wird. Dabei bleibt dann aber ein ganz wesentlicher Aspekt des begleiteten Malens, nämlich das Gestalten, auf der Strecke.

Urformen, Körper-Ego und alle weiteren Aspekte der kindlichen Malentwicklung werden aber nur beim Gestalten der Bilder gefördert, deshalb malen die Kinder im Malraum mit Pinseln.

Wenn ich aber merke, dass ein Kind Frust, Wut, Unruhe oder Aggressionen in sich trägt, dann darf es durchaus auch mal ein Bild mit den Händen malen. Damit es besser rutscht, darf dann das Papier eingekleistert werden. Dabei kommen oft auch die Fingernägel zum Einsatz und dürfen bleibende Spuren auf den Farbschichten hinterlassen.

Ungefähr so sehen diese Bilder dann aus:

mit fingern gemalt

Mit den Händen gemalt

Sie haben durchaus ihren Reiz und auch ihre Berechtigung (lassen sich auch prima zu Hause malen), sind aber nicht der eigentliche Sinn des begleiteten Malens!

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Mein Kind malt immer mit so traurigen Farben

Farbspuren,spuren hinterlassen

farbige Farb-Spuren

Viele Eltern aber auch Erzieherinnen machen sich Sorgen, wenn (speziell kleine) Kinder bevorzugt zu schwarz und braun greifen. In unserem Kulturkreis wird diesen Farben traditionelle eine eher negative Bedeutung zugemessen. Schwarz gilt als die Farbe der Trauer und auch dunkelbraun wird mit Ähnlichem assoziiert.

Gerade kleine Kinder haben diese Deutung der Farben noch nicht verinnerlicht und viele greifen sehr gern zu den ganz dunklen Farben. Warum?

Schwarz auf weißem Papier gibt den größtmöglichen Kontrast. Mit keiner anderen Farbe sieht man so gut, was man gemalt hat, die Spuren sind in schwarz am deutlichsten.

Was für ein tolles Gefühl – ich hinterlasse deutlich sichtbare Spuren!!!

Wenn wir es schaffen, uns von unserem ‘Erwachsenenweltbild’ zu lösen und Farbe schwarz wertfrei zu betrachten, dann können wir das erkennen und annehmen. :-) In anderen Kulturen, wie beispielsweise in Indien, gilt weiß als Farbe der Trauer.

Kinderbilder müssen nicht knallbunt sein – zumeist werden sie es ab einem gewissen Alter (so etwa späte Kindergartenzeit und Grundschulzeit).

Oft kehrt das Schwarz dann in der Pubertät wieder zurück, in Form von grafischen Elementen und sehr reduzierten, plakativen Darstellungen.

Doch auch hier gilt: kein Grund zur Besorgnis.

In der ‘nicht Fisch nicht Fleisch’ Phase ist das zunächst ganz normal und altersentsprechend und wenn keine sonstigen Auffälligkeiten vorliegen kein Alarmsignal sondern eher das Ausdruck des Lebensgefühls “Wie soll ich mich für Farben entscheiden, wenn ich doch selbst so gar nicht weiß wer und was ich bin?”. Gern spiegelt sich das auch in der Kleidung wieder und drückt hier oft auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung aus.

Gönnen wir den kleinen und größeren Kindern ihre Schwarz-Weiß-Malerei!

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Mit Kindern xyz malen

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ganz eindeutig Herbst!

Immer wieder landen über die Suchmaschinen solche Anfragen hier auf der Seite. Ob nun mit Kindern Feuer, Herbst, Tiere oder was auch immer gemalt werden soll, die Unsicherheit bei Erwachsenen ist anscheinend doch recht groß.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wenn schon ein Thema vorgegeben wird (aus welchen Gründen auch immer), dann lasst die Kinder das doch so malen, wie sie es wollen und können. Die Ergebnisse sind oftmals ganz verblüffend und immer wieder begeisternd. Kinder finden ihren Weg, das zum Ausdruck zu bringen, was sie fasziniert und beschäftigt (hier kann es mit vorgegebenen Themen immer mal zu Schwierigkeiten kommen).

Auf den beiden Bildern oben ist es ganz deutlich zu erkennen, die jungen Maler hatten einen Altersunterschied von fast zwei Jahren und entsprechend unterschiedlich ist auch die ihnen zur Verfügung stehende Formensprache. Aber im rechten Bild (des jüngeren Kindes) ist trotzdem ganz klar zu erkennen, wie der Herbstwind das Laub aufwirbelt und herumbläst. Oder etwa nicht?

Wenn wir Erwachsene es dabei schaffen, eigene ästhetische Maßstäbe beiseite zu legen und uns auf die kindliche Erlebnis- und Ausdruckswelt einlassen können, dann ist das eine echte Bereicherung der eigenen Sichtweise.

Und für die betroffenen Kinder eine hervorragende Förder- und Entwicklungsmöglichkeit. :-)

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Der Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Ohne Themenvorgabe malen – warum denn?

Immer wieder wird mir diese Frage gestellt, vor allem im schulischen Bereich. “Die Kinder sollen doch was lernen!” ist dann das Argument.

Gerade beim Malen und allen damit verbundenen Wahrnehmungsprozessen gilt aber ganz stark “Der Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!”.

Ganz deutlich konnte ich das wieder erkennen in der Arbeit mit einer Gruppe von SchülerInnen aus 5. Klassen.

Zu Beginn ist diese Art zu Malen für die Kinder ganz ungewohnt, sie bleiben auf vertrautem, vermeintlich sicherem Terrain und malen so, wie sie es ‘gelernt’ haben.

Die freie Themenwahl wird zunächst von vielen dazu genutzt, Bilder zu malen, auf denen Schrift dekorativ eingesetzt und mit Symbolen (Herzen, Blumen, Schnörkel) ergänzt wird. Diese Bilder machen den Kindern einigermaßen Spaß und lassen wenig Rückschlüsse zu. Feinmotorische Schwächen sind erkennbar, ansonsten sagen diese Bilder wenig aus. Andere Kinder nutzen die Gelegenheit, um ihr erlerntes Lieblingsmotiv auf großes Papier zu bringen, ob das nun ein Haus mit Baum, eine Comicfigur oder was auch immer ist.

Diese Bilder werden normalerweise ‘vorgezeichnet’, die Konturen zuerst, anschließend wird die Fläche ausgemalt. Dabei wird manchmal deutlich, dass diese Motive ‘gelernt’ sind, denn an einigen Stellen ist der Übergang der Konturen nicht stimmig. Die Figur wird nicht logisch aufgebaut, sondern die Linien werden aus der Erinnerung auf das Papier gebracht, ohne wirklich verstanden zu haben, dass diese Linie der äußere Rand des Armes oder Beines ist.

Wie ging es hier nochmal weiter?malentwicklung kinder,angelerntes

Wie ging es hier nochmal weiter?

Ein solches Bild habe ich hier sehr stark vereinfacht nachempfunden, um die entscheidenden Punkte aufzeigen zu können. Das malende Kind (12 Jahre) hat die Schildkröte nicht wirklich verstanden, sondern eine cartoonartige Abbildung quasi abgepaust. Dabei blieb die Seite des Kopfes außer Acht, es wusste nicht mehr, wie es da eigentlich weitergeht. Es wusste nicht, was es da eigentlich malt.

Nicht immer ist das auf den fertigen Bildern so gut zu erkennen wie hier, deshalb ist der Malprozess für mich so wichtig, da kann ich sehr genau erkennen, ob auswendig gelerntes reproduziert wird, oder eine echte Beschäftigung mit dem, was da gemalt wird, stattfindet.

Sehr oft malen Kinder nach solchen Bildern dann etwas, das zunächst verstört. Die Bilder scheinen weit hinter dem Alter des Kindes zurückzuliegen.

Und ab jetzt wird es spannend – findet in den nächsten Bildern eine Entwicklung statt?

Ein anderes Kind (11 Jahre) brachte nach zwei ‘nichtssagenden’ Schrift und Symbole Bildern etwas in dieser Art (schematische Darstellung) aufs Papier:

Orientierte Tastfigur als Baum

Orientierte Tastfigur als Baum

Dieser Baum entspricht der Urform der orientierten Tastfigur und ist in dieser Form eigentlich im Kindergarten- und Vorschulalter anzutreffen. Zumindest ein Teil der Wahrnehmung dieses Kindes entspricht möglicherweise der eines Kindergartenkindes.

Ich bin mir ziemlich sicher, wenn in der Klasse die Aufgabe “Wir malen einen Baum” gestellt wird, dann wird ein anderes Ergebnis aufs Papier kommen. Denn dann ist es möglich, bei den anderen zu schauen, wie die das machen, aus dem Fenster zu gucken, wie denn die Bäume aussehen oder vielleicht auch den Hinweis zu erhalten “So sieht doch kein Baum aus!”.

All das verändert vielleicht die Darstellung, nicht aber die Wahrnehmung des Kindes.

Im geschützten Malraum gibt es keine Vorlagen, die abgemalt werden können. Und jeder malt sein Thema bedeutet häufig auch, dass nur ein Kind gerade einen Baum malt, auf die anderen gucken also auch nicht möglich ist. So wird es den Kindern ermöglicht, an ihrem wirklichen Entwicklungsstand anzufangen und dann ihre eigene Entwicklung zu durchlaufen oder nachzuholen, in ihrem eigenen Tempo. Das kann langsam und bedächtig sein oder überraschend schnell gehen.

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Ich male, was ich weiß

Das Alter etwa zwischen dem sechsten und dem elften Lebensjahr, die mittlere Kindheit oder auch Latenzzeit genannt, ist eine Zeitspanne, in der das Kind einerseits den Anschluss an die Erwachsenenwelt sucht, andererseits aber auch anfängt, sich ihrem Einfluss und ihrer Aufmerksamkeit zu entziehen.

Die Gleichaltrigen werden zunehmend wichtiger und zum Maßstab für das Verhalten und die Werte. Gemeinsame Spiele und Rituale gewinnen an Wert, die Gruppe gewinnt an Bedeutung. Der eigene Weg wird gesucht und die Versuche, sich die Welt zu erklären und einen Platz darin zu finden tritt in den Vordergrund.

Auch beim Malen spiegelt sich diese Entwicklung wieder. Helen Bachmann zeigt in ihrem Buch Die Spur zum Horizont: Malen als Selbstausdruck von der Latenz bis zur Adoleszenz einige Grundmotive auf, die in der Latenzzeit immer wieder auftreten.

Grundformen werden in immer neuen Varianten in Bilder umgesetzt. So kann beispielsweise der Bogen als Regenbogen, Haarreif oder auch bogenförmiges Tor auftreten.

Grundformen, die in den Bildern der größeren Kinder immer wieder auftreten


Das erinnert an die Urformen, unterscheidet sich von diesen aber dadurch, dass hier nicht mehr die Form als solche im Mittelpunkt steht, sondern in immer neuen Anlässen umgesetzt wird. Die Bildkomposition wird beispielsweise immer wieder vom Bogen beherrscht, dieser nimmt dabei aber ganz unterschiedliche Erscheinungen an.

Weitere wichtige Grundmotive in diesem Alter sind die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Sie werden als sich ausdehnende Räume gemalt. “Da kommt ein Feuer und das brennt immer doller und jetzt brennt es überall”. Es geht gern auch noch spielerisch zu dabei – “Tatütata – jetzt kommt die Feuerwehr und spritzt Wasser auf das Feuer….überall, bis das Feuer gelöscht ist”. Beim Malen kann es dann durchaus passieren, dass so eine ganze Geschichte übereinander auf ein Blatt gemalt wird – wie gut, wenn dann die Farben so gut decken, dass das Feuer wirklich ganz mit Wasser gelöscht (übermalt) werden kann.

Auch rhythmische Bewegungen finden ihren Weg in die Bilder, da wird gestrichelt und gepunktet – gern auch von den entsprechenden Bewegungen und Geräuschen begleitet. Ganze Geschichten werden erzählt, gern auch über mehrere Blätter Papier hinweg.

Eines weiteres dieser Hauptmotive ist dabei der Weg, der in der kindlichen Malerei erstmals auftritt und uns noch eine Weile begleiten wird.

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Ich ordne meine Welt

Ein ganz wichtiger Gesichtspunkt bei den größeren Schulkindern ist es, sich die Welt zu erklären und zu ordnen.

Dabei treten ganz bestimmte Konstellationen immer wieder auf, beispielsweise die Darstellung von Groß und Klein. Mit diesen Darstellungen versuchen die Kinder, sich selbst in das Gefüge von Großen (Erwachsenen) und Kleinen (Kindern) oder auch innerhalb der Kinder in Große und Kleine einzuordnen. Die malenden Kinder identifizieren sich dabei mit einem Part der Darstellung.

Der Papa ist das große Haus und ich das Kleine

Ordnungsbilder (auch Rhythmusbilder) sind eine weitere häufige Kategorie. Nach einer genau festgelegten Abfolge, werden die Bildelemente angeordnet, das malende Kind weiß ganz genau, wie diese Ordnung aussehen muss und was als Nächstes dran kommen muss. Na – wie geht es hier weiter?

Was kommt als Nächstes?

Ist das nicht ein schönes und beruhigendes Gefühl, die Welt verstanden zu haben? Das kommt auch in den Bildern mit Transparenzen zum Ausdruck – ich weiß wie es innen drinnen aussieht:

Ich hab dich durchschaut

Diese Bilder helfen den malenden Kinder, sich die Welt zu ordnen und zu erklären.

Als Eltern sollten wir ihnen ausreichend Gelegenheit geben, solche Bilder zu malen – wenn nicht zu Hause, dann vielleicht im Atelier in einer Gruppe.

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Bis zu welchem Alter malen Kinder?

Tja, eigentlich sollte diese Frage fast überflüssig sein – wenn Kinder nicht vorher die Freude daran verlieren, dann malen sie bis ins Erwachsenenalter.

Zumindest in der Theorie – in der Praxis sieht es jedoch oft so aus, dass im Laufe der Grundschulzeit das Interesse deutlich zurückgeht.

Woran das liegt?

Nun, zum Teil liegt es wohl daran, dass dem Malen kein so hoher Stellenwert beigemessen wird wie beispielsweise dem Sport oder der Musik.

Wie viele Kinder lernen ein Instrument oder sind im Sportverein aktiv? Und wieviele Malen mit der gleichen Regelmässigkeit? Genaue Zahlen liegen mir dazu nicht vor, aber allein eine Googlesuche liefert einen ersten Eindruck.

Der Suchbegriff  musikschule liefert 2.390.000 Treffer, die Suche nach malschule dagegen gerade mal 141.000.

Ohne das jetzt als verbindliche Aussage für die Häufigkeit nehmen zu wollen, glaube ich schon, dass es das realistische Verhältnis ganz gut widerspiegelt.

Vielleicht findet das Malen ja auch zu Hause statt? Ganz bestimmt malen mehr Kinder zu Hause einfach so, als Kinder einfach so zu Hause musizieren.

Doch andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kommen dazu, es bleibt dadurch auch einfach weniger Zeit für das Malen übrig. Gerade dann, wenn Handy, Internet und Fernsehen in der Freizeit wichtig werden, treten die eher klassischen Beschäftigungen wie Malen oder Lesen in den Hintergrund.

Nun will ich die neuen Medien ganz sicher nicht verteufeln, denn ein vernünftiger Umgang damit gehört in unsere Zeit. Doch wenn es Überhand nimmt, dann sollte schon die Überlegung einsetzen, ob nicht vielleicht Malen und Lesen auch bei größeren Schulkindern – und damit meine ich jetzt die Altersklasse der Acht- bis Zwölfjährigen – stärker gefördert werden sollte.

Denn, wenn sie malen, dann spiegelt das ganz wichtige Entwicklungsschritte wieder. Welche das im Detail sind, werde ich morgen ausführlich darlegen.

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