Radiergummi

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Radiergummi ist das Ding, das nie da ist, wenn man Bleistift wegradieren möchte.

Aber trotz der Neigung zu verschwinden ist der Radiergummi zwar ein unscheinbares, aber doch wichtiges Utensil. Es gibt die unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen in unüberschaubarer Vielfalt. Amazon spuckt mir für den Suchbegriff über 11.000 Treffer aus. Welche sind wichtig und wirklich gut?

Kunststoff oder Kautschuk?

Das sind die beiden Hauptmaterialien, aus denen Radiergummis hergestellt werden. Für welches man sich entscheidet, hängt vom Einsatzzweck und persönlichen Vorlieben ab. Kautschuk-Radiergummis haben feinkrümeligeren Abrieb als die aus Kunststoff. Ich habe den Eindruck, dass die aus Kautschuk stärker altern als jene aus Kunststoff. Sie werden härter, krümeln dann weniger und fangen irgendwann an zu schmieren.

Problematische Inhaltsstoffe

Manche Radiergummis enthalten Latex. Wer darauf allergisch reagiert, sollte darauf achten, latexfreie Produkte zu kaufen. Auch PVC ist in manchen Radierern enthalten.

Anwendungsgebiet

Bleistift und Buntstift ausradieren

Blei- und (in Grenzen auch) Buntstift lässt sich in der Regel mit so ziemlich jedem gängigen Radierer wegradieren. Je fester beim Schreiben/Zeichnen aufgedrückt wurde, desto schwieriger wird das radieren und umso größer die Gefahr, das Papier zu beschädigen. Das Grundprinzip beim Radieren von Blei- und Buntstift liegt darin, dass die Adhäsion (Anziehungskraft) des Farbstoffs zum Radierer größer wird als die zum Papier. Im besten Fall wird das Papier gar nicht oder kaum angegriffen. Beim Zeichnen wirst du aber feststellen, dass der Stift an radierten Stellen lang nicht mehr so gut haftet. Die Poren des Papiers werden durch die Reibung des Radiergummis zugesetzt. Wer künstlerisch zeichnet, wird versuchen Radieren zu vermeiden oder es gezielt als Stilmittel einsetzen.

Tinte und Kugelschreiber wegradieren

Um Tinte oder Kugelschreiber radieren zu können, wird Radiergummis zusätzliches Material wie gemahlenes Glas, Bimsstein oder Quarz beigesetzt. Das Papier wird dadurch beim Radieren fein abgeschliffen. Es funktioniert generell auch nur mehr oder weniger gut, ganz spurenfrei geht das eher selten vonstatten. Wenn es mal nötig ist, möglichst sanft radieren und das Papier straff halten.

Gängige Modelle

Der rot-blaue Klassiker

Es gibt ihn von verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Größen. Die rote Seite ist für Bleistift gedacht, die blaue für Tinte. Durch die Keilform bleibt zielgenaues Radieren recht lange möglich, irgendeine schmale Stelle behält dieser Radierer eigentlich immer, auch nach häufigem Gebrauch. Bei der Anwendung genügt relativ wenig Druck, doch leider bleiben trotzdem gelegentlich leichte rote oder blaue Farbspuren auf dem Papier zurück.

Auch empfehlenswert: Faber-Castell*, Pelikan*

Kautschukblöcke

Sie sind auch als Flächenradierer gedacht und geeignet und ebenfalls von vielen Herstellern in verschiedenen Größen zu haben. Die von Pelikan empfinde ich als gröber als die der anderen beiden Hersteller. Solange sie frisch sind, radieren sie sehr gut, wenn sie aber älter werden, neigen sie etwas stärker zum schmieren als die von Läufer.  Für den von Faber-Castell liegt mir noch keine Langzeiterfahrung vor, die anderen beiden dürften sicher schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben.

Auch empfehlenswert:  Läufer*, Pelikan*

Kunststoff blau-transparent oder weiß

Die Kunststoffradierer hinterlassen größere Abriebröllchen und sind elastischer. Zumindest wenn sie neu sind, haben sie Ecken, mit denen auch Feinheiten korrigiert werden können. Nach längerem Gebrauch runden sich diese, die Radierfläche wird größer. Ich mag sie recht gerne aber das ist mehr persönliche Vorliebe als tatsächliche Eigenschaften. Die blaue Seite ist auch hier dafür gedacht, Tinte oder Tusche wegzuradieren. Das funktioniert aber auch hier teilweise nur mit Einschränkungen. Entscheidend ist immer, wie tief die Tinte ins Papier eingedrungen ist. Die blaue Seite der Kunststoffradierer ist feiner als bei denen aus Kautschuk. Es gibt sie auch in weiß, ohne blaue Seite.

Auch empfehlenswert: Faber-Castell*, Staedtler*

Radierstifte

Es gibt sie mit Holzummantelung, so wie bei Bleistift oder in Kunststoffhüllen. Radierstifte* sind ganz gut, um fein zu arbeiten, beispielsweise beim Zeichnen.

Knetgummi

Der Knetgummi lässt sich, wie der Name schon andeutet, in beliebige Formen kneten. Er ist in erster Linie geeignet, um bei Zeichnungen mit weichem Bleistift, Grafit vorsichtig wegzunehmen. Mein Fall ist er nicht so sehr, denn erstens werden schnell größere Bereiche des Gummis dunkel – diese sind dann im Prinzip nicht mehr zu verwenden. Und zweitens wird er recht schnell eklig anzufassen. Vielleicht hatte ich auch nur den falschen Hersteller erwischt, auf einen weiteren Versuch wollte ich es aber nicht mehr ankommen lassen.

Witzige Radiergummis / Sammelobjekte

Radiergummis gibt es in vielen witzigen Ausführungen. Sie sind dann eher Spielzeug oder Sammelobjekte, denn echter Gebrauchsgegenstand. Auf dieser Übersichtsseite* gibt es ständig neue Modelle.

Wer braucht welchen Radiergummi?

Für Kinder, speziell im Grundschulalter, gibt es spezielle Radierer mit Grip. Faber-Castell hat welche, die sich als Kappe* auf den Bleistift aufstecken lassen oder dreikantige Gripradierer* in Stiftform. Gerade für Kinder, die feinmotorisch vielleicht noch nicht ganz so versiert sind, kann das recht hilfreich sein.

Wer zeichnet hat vermutlich ein ganzes Sortiment, ich zumindest habe von jeder Art mindestens einen bei meinen Bleistiften.

Für den normalen Hausgebrauch genügt einer der Klassiker und für Vielverbraucher, Ratzefummelschützen oder Sachenverbummler gibt es auch praktische Großpackungen*. Unter normaleren Bedingungen können Radierer aber ziemlich alt werden, denn so schnell brauchen sie sich nicht auf, zumindest nicht, wenn man sie nur für den vorgesehenen Zweck verwendet.Was man aber mit Radiergummis noch so machen kann:

  • Streifen von (Turn-)Schuhen auf glattem Bodenbelag entfernen
  • Silber putzen (mit der blauen Seite)
  • Aufkleberreste entfernen
  • Flugrost entfernen (mit der blauen Seite)
  • Flecken an Wänden, Ledersofas etc. entfernen
  • mit kleinen Radiererstückchen Bilder vorm Verrutschen sichern
  • kleine Ratzefummelstückchen mit Blasrohr oder Gummiband verschießen
  • kleine Skulpturen daraus schnitzen
  • Stempel machen
  • einen anderen Radiergummi sauberradieren

Wofür zweckentfremdest du deine Radiergummis?

 

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