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Sabine Feickert
Ich bin Sabine Feickert und helfe als Bilderhebamme auch Deinen inneren Bildern auf's Papier.

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Rauhnachtgedanken

Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muß man es aber vorwärts.

(Sören Kierkegaard)

Gerade die Zeit zwischen den Jahren schreit geradezu danach, Bilanz zu ziehen und neue Ziele zu definieren.

Der Blick nach hinten – solange er nicht zum Erstarren und zur Rückwärtsgewandheit verführt – kann ein wertvoller Helfer sein.

Wie ist es dazu gekommen, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist?

Was waren Fehler? Was waren entscheidende Wendepunkte? Was hat mich weitergebracht und was zum Stillstand?

Im Nachhinein erklärt sich Vieles. Rätselhaftes wird plötzlich ganz klar und offensichtlich. Manche Veränderungen und Entwicklungen lassen sich weit zurückverfolgen, ihre Anfänge liegen Jahre und Jahrzehnte zurück.

Gibt es Muster, die sich durch mein Leben ziehen?

Ein Loch in der Straße, in das ich immer und immer wieder hineinfalle? Oder vielleicht inzwischen kenne und eine andere Straße nehmen kann?

Der Blick nach hinten gibt Raum für Trauer und Melancholie – Gefühle, die nicht unbedingt angesagt, beliebt sind. Und doch gelebt werden wollen, ja müssen, wenn sie sich nicht aufstauen und ansammeln sollen, und wie ein Kloß im Magen liegen bleiben und anfangen uns zu zerfressen. Oder sich wie eine dicke Decke über unsere Seele zu legen, die uns erstickt anstatt uns zu wärmen.

Der Blick nach hinten gibt aber auch Raum für Zufriedenheit und Stolz. Er zeigt, dass eine Entscheidung, die vielleicht sehr schwer zu fällen war, die Richtige gewesen ist. Er kann zeigen, dass sich Anstrengungen gelohnt haben. Und er kann zeigen, was gut für mich war, wovon ich in Zukunft mehr möchte.

Wie werde ich meine Ziele für die Zukunft ausrichten, was ist mir für die nächste Zeit wichtig?

Und manchmal befördert so ein Blick nach hinten auch etwas zu Tage, das zum Schmunzeln verführt. Beim Umräumen fiel mir dieser Tage ein alter Zeichenblock in die Hände. Die ältesten Zeichnungen darin sind über zwanzig Jahre alt. Und was finde ich bei denen?

bleistiftzeichnung schneckenhaus

Das Thema verfolgt mich schon längere Zeit

(Bleistiftzeichnung ca. 1990)

schnecke aus speckstein,specksteinskulptur

Speckstein 2010

(Klick aufs Bild erzählt die Geschichte dazu)

Doch zurück zur Zukunft, ich habe in diesen Rauhnächten einen ausgiebigeren Blick zurück gewagt, Bilanz gezogen, Trauer und Melancholie zugelassen und mich an meinen Erfolgen und Fortschritten gefreut.

Und bin jetzt dabei meine Ziele und Themen für 2011 zu finden – habt Ihr Eure schon?

Du darfst Dir nehmen, so viel Du brauchst…

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Nimm' Dir ruhig!

“Du darfst Dir nehmen, so viel Du brauchst”, “Nimm Dir genug Farbe…”, “Du darfst Dir ruhig noch Farbe nehmen”…

Manchmal wiederhole ich diesen Satz im Atelier wie ein Plappergei. ;-)

Wann das ist?

Nun, immer dann, wenn ich mit Menschen male, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie zu denen gehören, die sich nicht genug von dem holen, was sie brauchen. Und dabei meine ich jetzt keineswegs nur die Farbe für ihr Bild.

Menschen, die zurückhaltend sind, eigene Wünsche und Bedürfnisse nicht anmelden und sie sich nicht erfüllen.

Das können kleine Menschen sein oder Große, denen diese ‘Erlaubnis’ gut tut, auch wenn sie anfangs vielleicht noch etwas verlegen darauf reagieren. Lieber quälen sie sich und versuchen auch noch das letzte Restchen an Farbe aus dem Pinsel rauszuquälen.

Ich phantasiere mal und stelle mir vor, dass es Menschen sein können, denen immer wieder gepredigt wird “Sei sparsam! Das ist teuer! Verschwende nichts!” usw.

Oft ziehen diese Menschen in Gruppen den Kürzeren, geben sich mit dem zufrieden, was übrigbleibt. Leben gegen ihre Bedürfnisse und halten unangenehme Situationen sehr lange aus.

Wenn ich zurückdenke, glaube ich, dass ich – wie sicher ganz viele -  in meiner Kindheit auch nie oder nur sehr selten gehört habe “Nimm’ Dir so viel Du brauchst!”.

Sich nehmen, was man braucht – damit soll nun nicht dem blanke Egoismus das Wort geredet werden. Sondern dem sorgsamen Umgang mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen. Diese wahrnehmen und im sozial vertretbaren Rahmen erfüllen.

Nimm’ Dir noch ein bisschen – ganz egal, was Du gerade brauchst!

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags

Ein, wenn nicht gar der Klassiker zum Thema “Loslassen”:

Karen Kingstons “Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags ”

Wer hier viel Feng Shui erwartet, könnte enttäuscht werden, denn auch wenn Karen Kingston als international bekannte Expertin auf diesem Gebiet gilt, dreht sich dieses Buch doch sehr viel mehr um das Gerümpel.

Welche Arten davon gibt es überhaupt?

Kingston unterscheidet in:

  • Dinge, die man nicht gebraucht oder liebt
  • Dinge, die unordentlich und schlecht organisiert sind
  • zu viele Dinge auf zu engem Raum
  • alles, was nicht zu Ende gebracht wurde

Wie das Gerümpel das Leben beeinflusst und warum die Leute den Krempel überhaupt aufheben, sind weitere Fragen, denen sie sich widmet. Neben dem, mittlerweile ja in allen Varianten durchgespielten Gedankengang, dass das Festhalten an Altem verhindert, dass Neues den Weg findet, setzt Kingston dabei durchaus auch auf die Hintergründe, die zu diesem Festhalten führen.

An Beispielen führt sie aus, wie nach dem Loslassen ganz andere Bedürfnisse zum Vorschein kamen. Ob es nun die Zeitschriftensammlung ist, die darauf wartet, sortiert und gelesen zu werden, und damit die eigentlich gewünschte Urlaubsreise verhindert oder eine Sammlung von alten Postkarten auf dem Dachboden das eigentliche Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Kontakten und Beziehungen verdeckt – in ihren Beispielen steckt hinter dem Gerümpel eine ganz andere Ebene.

Sie lädt damit zum Nachdenken über das eigene Gerümpel ein – denn in den seltensten Fälle wird sich das im Buch Geschilderte direkt übertragen lassen. Sie sensibilisiert für das Erkennen von “Gerümpel” und kann so durchaus dazu motivieren, das Thema anzugehen und auszumisten.

Wie das am geschicktesten angepackt wird, erklärt sie ebenfalls ausführlich, ob es nun den Kleiderschrank (vielleicht sogar mit Farbberatung), den Schreibtisch, die Rumpelkammer oder den Keller betrifft.

Allerdings habe ich persönlich so meine Schwierigkeiten damit, wenn es zu  “esoterisch” wird, wenn beispielsweise das Entfernen zerbrochener Spiegel aus der Wohlstandszone des Büros, für neue Aufträge aus heiterem Himmel, respektive den gelben Seiten sorgt, dann melden sich bei mir sofort Zweifel.

Nichtsdestotrotz finde ich das Buch recht brauchbar als Anregung, um ein Grundverständnis zu erlangen.

Allerdings – und darin unterscheidet sich dieser Ratgeber nicht von vielen anderen – mit dem Lesen allein ist es ja nicht getan. Ich muss gestehen, ich lese gern Ratgeberbücher, aber das Umsetzen des Gelesenen fällt mir dann noch immer schwer oder gelingt gar nicht. Aus diesem Buch habe ich aber doch einiges mitgenommen, das Loslassen fällt mir leichter und immer mal wieder ertappe ich mich schmunzelnd beim Horten.

Doch wie so oft ist es eine Mischung aus ganz vielen Faktoren, die schließlich eine Veränderung bewirken. Was das Thema Gerümpel angeht, war bei mir ganz sicher mit ein Faktor das Ausräumen von Wohnungen alter Menschen, bei dem ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie alle ihre Marotten hatten und “Nester” mit ziemlich unsinnigen Gegenständen angesammelt haben – Kronkorken, Brötchentüten (fein säuberlich glattgestrichen und gefaltet), Geschenkschleifen und Sardinendosenöffner zum Beispiel. Das würde ich meinen Nachkommen dann doch gern ersparen…

Welche Erfahrungen haben Sie mit Gerümpel und Loslassen gemacht?

Loslassen – reine Kopfsache?

Da mir das Thema “Loslassen” in den letzten Tagen mehrfach begegnet ist, hab ich gerade gezielt danach gesucht und bin über eine Darstellung gestolpert, die mich doch sehr skeptisch gemacht hat:

Loslassen können ist eine reine „Kopf-Sache“.

heißt es da.

Ganz ehrlich – mich macht sowas sehr nachdenklich. Reine Kopfsache?

baum,blätter,himmelEinfach nur mit den Gedanken beschließen, “jetzt lasse ich los” und schon klappt das? Ein paar unterstützende Methoden dazugegeben und spätestens dann aber?

Ich zweifle – habe selbst erlebt, dass das mit vielen Problemen durchaus geht, mit anderen aber ganz hartnäckig nicht.

Manche Themen konnte ich nicht mit dem Kopf und meinem Verhalten lösen.

Eine viel tiefgreifendere Veränderung war notwendig, um das Thema wirklich be-greifen zu können.

Mir ein Bild zu machen.

Blockaden zu lösen.

Ich selbst habe viele meiner Themen begleitet gemalt und plötzlich ging das, was Jahre hartnäckig überdauert hat, ganz einfach. Andere Themen habe ich auf anderen Wegen gelöst. Menschen in meinem engen Umfeld habe durch kreatives Schreiben ganz erstaunliche Erfolge erzielt. Oder durch Klopfen, oder oder oder…

“Loslassen” sollten wir vielleicht den Glauben an die eine, einzig richtige Methode. An die einfachen, universell funktionierenden Möglichkeiten. So unterschiedlich wie die Menschen sind, sind auch ihre Themen.

Aber einen Versuch ist es immer wert, auch wenn ein Thema vielleicht bisher unlösbar erschien.

Merkst Du es, wenn Du Dir das Leben unnötig schwer machst?

Gerade bei der Arbeit mit Speckstein wird es oft offensichtlich – da macht sich jemand gerade das Leben unnötig schwer.

säge,speckstein,das richtige werkzeug verwenden

So geht's leichter!

Werkzeuge für jeden Zweck stehen zur Verfügung. Raspeln für die grobe Form, Feilen für die Feinarbeiten, Schleifschwämme zum Glätten und für ganz grobe Veränderungen auch eine Säge. Ich erkläre die Abläufe und Funktion der Werkzeuge – eigentlich sollte alles klar sein.

Und doch gibt es immer wieder Kinder und Erwachsene, die versuchen mit der Feile einen großen Brocken wegzukriegen, die die Raspel quer führen oder mit der Kante des Werkzeugs arbeiten. Sie schuften und schaffen und doch geht es nicht voran.

Wenn man von außen draufschaut, wird es offensichtlich – hier quält sich jemand. Und die Frage “merkt der das denn nicht???” schleicht sich ganz automatisch ins Gehirn.  Beim Beobachten und Nachfragen zeigt sich dann oft, dass sich das auch durch das Alltagsleben der Betreffenden durchzieht. Am Stein wird es offensichtlich, doch in vielen anderen Bereichen läuft es ähnlich.

Bei der Arbeit mit Speckstein lässt sich ein Bewusstsein dafür schaffen, zu erkennen – eben tue ich mir unnötig schwer. Innehalten und überlegen, wie oder mit welchem Werkzeug es besser gehen könnte, kann hier ganz gezielt gefördert werden.

Denn da liegt oft die Ursache für dieses unnötige Quälen, anstatt zu überlegen, wie es besser gehen könnte, wird mit dem Bekannten, Bewährten geklotzt und geschuftet.  Oder, um mit Laotse zu sprechen:

Gönne dir einen Augenblick der Ruhe
und du begreifst,
wie närrisch du herumgehastet bist.

Laotse

Und abseits der Steine – wie oft quälen wir uns da mit den falschen Werkzeugen, dem falschen Herangehen? Ob nun im Beruf die Briefe mit der Tabellenkalkulation geschrieben werden, weil es noch keine Schulung für die Textverarbeitung gab (nicht lachen, ist wirklich vorgekommen!) oder im Haushalt die Unterhosen gebügelt werden, weil man das so macht – Beispiele für unnötige, selbstauferlegte und nicht erkannte Qualen gibt es sicher jede Menge.

Wenn Euch auch so ein typisches Verhalten einfällt, dürft Ihr es gern in einem Kommentar schildern. Wann und wie (oder bei wem)  ist es Euch aufgefallen?

Merkst Du es, wenn Du Dir das Leben unnötig schwer machst?

Hast Du schon das Gefühl dafür entwickelt, dass so manches vielleicht einfacher gehen könnte? Oder schon einen Anstoß von Außen dazu bekommen?

Denn zumeist ist es doch so, dass es von Außen betrachtet offensichtlich ist, wenn sich jemand schwer tut, wenn das Werkzeug in der eigenen Hand liegt, fällt es aber überhaupt nicht auf, dass es auch leichter ginge.

Lust auf einen Impuls von Außen? Den gibt es zum Beispiel in der Specksteinwerkstatt, jeden Dienstag!

Große Klappe – nix dahinter?

Das, was ich hier in der Überschrift so flapsig ausdrücke, ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Ganz besonders bei Jugendlichen ist die Ausprägung oft extrem.

Vollmundig wird angekündigt, ein Riesenmeisterwerk zu produzieren. Wichtigtuerisch werden die Farben und Pinsel inspiziert, große Sprüche geklopft. Wenn es dann ans Tun geht, verstummt der Akteur zusehends.

Nach langem Überlegen wird zaghaft angefangen, etwas aufs Papier zu bringen. Recht lieblos und huddelig wird das Entstehen des Werks weiter verbal begleitet. Und schnell ist das Bild fertig, der Malende damit mehr als unzufrieden.

Es wird bemängelt, dass die rechte Inspiration fehlte, die Farben ungeeignet sind, es einfach nicht so geworden sei, wie es werden sollte und ganz schnell ein neues Blatt verlangt, um darauf dann aber das wirkliche Meisterwerk zu gestalten.

Ich gehe davon aus, dass sich dieses Verhalten nicht nur beim Malen zeigt. Es gibt mir einige ganz konkrete Ansatzpunkte in der Arbeit mit solchen Menschen.

Die Frustrationstoleranz dieser Malenden ist zumeist sehr niedrig. Beim Malen kann sie schrittchenweise erhöht werden.

“Was gefällt Dir an dem Bild?”

“Welche Stelle ist gut gelungen?”

“Wo kannst Du was ändern, um doch noch zufrieden damit zu werden?”

“Was fehlt dem Bild?”

Dabei ergeben sich manchmal auch ganz ungewöhnliche Ansätze, auf die letzte Frage habe ich auch schon eine ganz überraschende Antwort erhalten. Doch mit Geduld und einer hohen Frustrationstoleranz meinerseits ;) lassen sich Veränderungen bewerkstelligen, die sich auch wieder in den Alltag auswirken sollten.

Im Idealfall kommt dann der Tag, an dem der Malende auf die Frage “Bist Du zufrieden mit Deinem Bild?” mit einem klaren “Ja” antwortet. Und den Weg dahin durch Durchhaltevermögen, Reduzieren überzogener Ansprüche an sich selbst und konzentrierte Arbeit gefunden hat.

Dann ist ein echtes Meisterwerk gelungen!

Angst mit fremden Menschen zu telefonieren

So selten ist das gar nicht und sie tritt auch nicht nur bei Menschen auf, die sich generell mit sozialen Kontakten schwer tun: Die Angst oder Unsicherheit mit Unbekannten am Telefon zu kommunizieren.

Es gibt dafür viele mögliche Gründe und Ursachen und noch vielfältigere Auswirkungen. Was beim Einen dazu führt, alle Termine im persönlichen Kontakt wahrzunehmen, “löst” die Andere vielleicht per Mail, während ein Dritter gleich gar keine Kontakte mehr aufnimmt, zumindest nicht solche, die ein Telefonat erfordern.

Warum ich hier darüber schreibe?

Nun, zum einen ist es mir gerade gestern wieder mal begegnet. Eine Frau, eigentlich sehr offen und aufgeschlossen, erwähnte im (direkten) Gespräch, dass es für sie ein Thema ist.

Zum anderen ist das ein sehr schönes und konkretes Beispiel für ein Anliegen, das mit einem Metaphernbild ganz schnell und einfach aufgelöst werden kann.

Kennst Du diese Angst auch? Was hilft Dir dann oder wie vermeidest Du diese Situation?

Rapp, rapp – märchenhafte Persönlichkeitsentwicklung

Es war einmal vor langer langer Zeit ein Schreiberling mit dem schönen Namen Hans Christian Andersen. Geboren vor über zweihundert Jahren, schrieb dieser Mann eine umfangreiche Sammlung an Märchen.

Ob zu dieser Zeit das Wort “Persönlichkeitsentwicklung” überhaupt schon erfunden war, bezweifle ich.

Dass ein Teil seiner Märchen aber eigentlich genau davon erzählen, fiel mir dieser Tage auf.

Nehmen wir nur mal – rapp, rapp – das hässliche Entlein.

Im Nest einer Ente liegt ein größeres Ei, aus dem ein graues, “hässliches” Küken schlüpft. Eines, das so ganz anders ist als die anderen Entenküken. Es wird – heute würde man sagen gemobbt – verspottet und gehänselt. Es läuft davon, irrt umher, erfährt weitere Ablehnung und versteckt sich. Die stolzen Schwäne sieht es von weitem und bewundert und beneidet sie. Noch einen ganzen langen Winter erfährt es Not, Spott und Elend. Im Originaltext heißt es, nachdem das hässliche Entlein im Wasser sein Spiegelbild erblickt hat:

Es schadet nichts, in einem Entenhofe geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat.

Es fühlte sich ordentlich erfreut über all’ die Not und die Drangsal, welche es erduldet; nun erkannte es erst sein Glück an all’ der Herrlichkeit, die es begrüßte.

Wer das Märchen gern im Original nachlesen möchte und sich eigene Gedanken dazu machen mag, findet es hier auf zeno.org.

Wem der Text zu lang und altertümlich ist, kann sich auch auf Youtube die Zeichentrickverfilmung anschauen:

Das hässliche Entlein

Was nun das Entlein genau zu seiner Entwicklung zum Schwan getan hat, darüber verrät Andersen nicht viel.

Aber was zu tun ist, das wissen die Entlein, die zum Schwan werden wollen, in ihrem tiefsten Inneren selbst.

Hast Du Deinen Schwan schon entdeckt?

Wenn es so es nicht weitergeht

Zum gestrigen Thema “Wenn die Eltern älter werden” habe ich einen hochinteressanten Beitrag in der ZDF Mediathek gefunden:

So geht es nicht weiter

In verschiedenen Konstellationen wird aufgezeigt, wie sich für Familien die Situation darstellt und welche Lösungen gefunden werden. Vor allem aber wird ein kleiner Einblick in die Zeit bis zu diesen Lösungen gegeben. Wie unterschiedlich die Beteiligten reagieren.

Und ich kann versichern, die sammelwütige kleine Dame, die sich stur in ihren Sessel setzt und das Mitkommen verweigert ist kein überspitzter Einzelfall, das geht noch weitaus drastischer – bis hin zum ‘auf-den-Boden-werfen-und-mit-den-Füßen-um-sich-treten’.

Allen, die in irgendeiner Form gerade in dieser Situation stecken, wünsche ich viel Kraft und gute Nerven – passt auf Euch auf!

Wenn die Eltern älter werden…

Es kann schleichend kommen oder schlagartig. Es kann lang dauern oder nur eine kurze Zeit. Relativ unproblematisch vonstatten gehen oder belastend und zermürbend werden.

Wenn die eigenen Eltern oder Schwiegereltern in die Hilfsbedürftigkeit kommen, dann kehrt sich das gewohnte Verhältnis um. Nun müssen die (hoffentlich erwachsenen) Kinder Verantwortung und Fürsorge übernehmen.

Losgelöst von der Frage, ob man mit 74 Jahren nochmal Vater werden soll und der daraus folgenden Diskussion, die mich zu diesem Artikel angeregt hat, bleiben verschiedene Grundthemen, die mit dieser Konstellation verbunden sind.

Der Rollenwechsel ist für beide Seiten schwierig.

Für die Eltern ist der Verlust von Fähigkeiten und Autonomie ganz sicher nicht leicht zu verkraften.

„Ich dachte, ich kann arbeiten und aktiv sein, bis ich einmal tot umfalle. So lange nutzlos rumzuliegen, das wäre mir nie in den Sinn gekommen“, klagt ein bettlägriger 79-Jähriger.

So zitiert der Focus in einer Artikelserie zu diesem Thema die Seite der betroffenen Elterngeneration. Doch der Fall der Aktivität bis zum Ende ist eher die Ausnahme. Zunehmende Pflegebedürftigkeit, sowohl die Anzahl, als auch die Dauer betreffend sind die Regel.

Für die Kinder bedeutet das eine zunehmende, sich oft über Jahre oder Jahrzehnte hinziehende Belastung. Zusätzlich zu Beruf, eigener Familie (womöglich noch mit Kleinkindern), fordern die Eltern Unterstützung und Aufmerksamkeit.

Im optimalen Fall stehen genügend finanzielle Mittel und vor allem eine rechtzeitige Einsicht der Elterngeneration zur Verfügung, um einen rechtzeitigen Umzug in eine – wie auch immer aussehende  – Senioreneinrichtung zu realisieren.

Dann bleibt der Kindergeneration ‘nur noch’ die Belastung, mit Verfall der elterlichen Fähigkeiten, Krankheit und zuletzt dem Tod umzugehen – eigentlich hart genug.

In vielen Fällen jedoch sind die Senioren weder vorbereitet, noch einsichtig. Aus dem eigenen Erleben und Umfeld kenne ich eher die Fälle, in denen die Annahme jeglicher externer Hilfeleistung verwehrt wird, keinerlei realistische Einsicht in die eigene Situation vorhanden ist und mit rationalen Argumenten nichts erreicht werden kann. Dann werden die Eltern wie Kinder – und zwar wie zweijährige Trotzköpfe, Windelpakete inklusive. Und dennoch können sie nicht wie solche behandelt werden, weder vom moralischen Standpunkt aus, noch vom Rechtlichen.

Den häufig erteilten Ratschlag, sich in die alten Menschen hinein zu versetzen empfinde ich nicht unbedingt als hilfreich. Natürlich kann ich mich in den Verlust der Eigenständigkeit hinein fühlen und kann auch nachvollziehen, dass es schwer fällt, den eigenen Haushalt aufzulösen. Aber spätestens dann, wenn die mangelnde Einsichtsfähigkeit aufgrund einer Erkrankung wie Demenz dazu führt, dass andere gefährdet werden, ist für mich das Ende der Empathie erreicht und die Notwendigkeit auch unpopuläres Handeln, wenn nötig auch gegen den Willen des Betroffenen zu etablieren.

Wenn der Vater noch Auto fährt, obwohl er von den Reaktionen her dazu nicht mehr fähig ist, dann finde ich es grob fahrlässig, ihn weiterhin fahren zu lassen. Und wenn die Mutter noch selbst kochen will, dann ist für mich spätestens dann Ende der Fahnenstange, wenn sie sich bei aufgedrehtem Gashahn, laufendem Wasserhahn und offenstehendem Kühlschrank aus der Wohnung aussperrt.

Spätestens dann muss das Verantwortungsgefühl siegen und eine Lösung gefunden werden. Notfalls auch gegen den erklärten Willen der Betroffenen.

Ganz anschaulich und eindrucksvoll wird diese Situation in der gelungenen Verfilmung des Buches Wohin mit Vater?: Ein Sohn verzweifelt am Pflegesystem aufgezeigt. Die äußeren Schwierigkeiten und die teilweise noch immer fehlenden legalen Möglichkeiten treiben den Sohn zur osteuropäischen, illegal beschäftigten Pflegekraft. Das kann ganz sicher nicht das Patentrezept sein, ist in der Realität jedoch eine verbreitete (Not-)Lösung.

Politik und Gesellschaft sind gefragt. Aber auch jeder Einzelne. Die Elterngeneration sollte sich frühzeitig Gedanken für den “worst-case” machen. Und die Kindergeneration soll und muss sich jede nur denkbare Unterstützung einholen.

Sei es nun Pflegedienst, NachbarschaftshelferInnen, Beratungs- und Koordinierungsstellen oder Krankenpflegeverein.

Und über dem Ganzen nicht vergessen, auch auf sich selbst zu achten, die eigenen Grenzen und Freiräume achten und sich dafür gegebenenfalls Unterstützung zu suchen.

Welche Erfahrungen habt Ihr in dieser Situation gemacht? Was oder wer hat geholfen?

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