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Sabine Feickert
Ich bin Sabine Feickert und helfe als Bilderhebamme auch Deinen inneren Bildern auf's Papier.

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Wie werde ich glücklich, Doc?

So betitelt Doc Ramadani seinen Podcast Nr. 7.

Der Doc philosophiert in seinem Podcast über das Glücklichsein, Gefühle in ihrer Bandbreite und dem Unglücklichsein im Besonderen am Beispiel von  Paul Watzlawicks Anleitung zum Unglücklichsein.

Vielleicht erkennt Ihr einige der hier bereits besprochenen Verhaltensmuster darin wieder?

Am Montag geht es mit neuen Beispielen weiter, aber zum Wochenende hat Ihr vielleicht die Muße, Euch für diesen Podcast Zeit zu nehmen. Nein? Ihr mögt lieber eine Kurzfassung?

Bei www.hypnoseberlin.de gibt es ein einseitiges PDF, in dem in 20 Punkten die wesentlichen Möglichkeiten, sich unglücklich zu machen, aufgeführt sind.

“Die ganze Welt ist ja so schlecht”

Frühjahrsputz für die Seele – ungesunde Verhaltensmuster entrümpeln – Teil 7

Kennt Ihr das? Von Anderen oder auch von Euch selbst? Wenn was schief läuft, dann zieht es tausend negative Ereignisse nach sich. Ein blöder Vorfall am Vormittag im Büro und schon ist in der Mittagspause das heißgeliebte Fleischkäsbrötchen ausverkauft, auf dem Rückweg fängt es aus heiterem Himmel an zu regnen, die Frisur ist ruiniert – ausgerechnet jetzt, wo noch ein wichtiger Kundentermin ansteht, der dann natürlich auch entsprechend unbefriedigend abläuft. Auf dem Nachhauseweg sind dann alle Ampeln rot und die Parkplätze voll. Der Kühlschrank weist gähnende Leere auf und die letzte Packung Käse, die sich noch in der Ecke versteckt hält, ist vor 6 Wochen abgelaufen und würde locker als Blauschimmel durchgehen, wenn es nicht eigentlich Emmentaler sein sollte….

Solche Tage gibt es hin und wieder. Aber manche Menschen haben diese “Pechtage” in ungesunder Häufung.

Was ist da los?

Hat sich die ganze Welt verschworen und unternimmt massive Anstrengungen, um demjenigen das Leben zur Hölle zu machen?

Oder ist nicht vielmehr der Blick dermaßen auf die negativen Vorfälle gerichtet, dass die vielen schönen und gelingenden Minuten gar nicht mehr wahrgenommen werden?

Wie zeigt sich das beim begleiteten Malen?

Beim Malen wird sehr schnell deutlich, wohin der Fokus des Malenden ausgerichtet ist. Wer an seinem Bild nur die Stellen wahrnimmt, die nach seiner Auffassung nichts sind, der lebt das häufig auch außerhalb des Ateliers so. Je nach den anderen beteiligten Verhaltensmustern wird dann kritisiert, dass die Farbe ungeeignet weil zu dick, dünn, hell oder dunkel war oder auch, dass der Malende selbst dies, das und jenes ‘verhunzt‘ habe (der Perfektionist lässt grüßen). Doch ganz egal, ob die Ursache nun in äußeren Einflüssen oder im (vermeintlichen) eigenen Unvermögen gesehen wird – die Wahrnehmung wird zielsicher auf die weniger gelungenen Teile gerichtet.

Als Malleiterin frage ich in solchen Fällen nach, ob es denn auch Stellen gibt, die gut gelungen sind. Auf längere Sicht gelingt es den Malenden so, ihren Fokus gleichmäßiger auszurichten und auch Positives (wieder) wahrzunehmen.

Mit verschiedenen anderen Intervention lernen die Malenden, die Verantwortung für ihr Bild (Handeln) zu übernehmen und erkennen auf Dauer ihre eigenen Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Und können im Idealfall nach einiger Zeit auch mal herzhaft über eigene Missgeschicke lachen.

Wann und warum sollte dieses Verhaltensmuster verändert werden?

Immer dann, wenn eine Beeinträchtigung des Lebensgefühls auftritt, sollte an diesem Verhaltensmuster gearbeitet werden. Verstärkt es sich immer weiter, dann kann es zu anhaltend schlechter Stimmung, im Extremfall sogar zu Depressionen und/oder Burnout führen. Gerade dann, wenn eigene Gestaltungsmöglichkeiten nicht erkannt werden, Menschen sich ausgeliefert und hilflos/machtlos fühlen, ist es höchste Zeit, die eigenen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen.

Nimm’ Dein Leben in die Hand!

Such Dir einen Termin aus und melde Dich an!

“Grenzenlose Gutmütigkeit”

Frühjahrsputz für die Seele – ungesunde Verhaltensmuster entrümpeln – Teil 4

Gutmütigkeit wird oft ausgenutzt. Wer keine Grenzen absteckt, strahlt dies schon nach außen aus und zieht dann in der Regel die Zeitgenossen an, die diese Gutmütigkeit weidlich zu ihrem Vorteil nutzen.

Der Gutmütige bleibt auf Dauer auf der Strecke.

Gerade Frauen fällt es aufgrund der traditionellen Rollenerziehung oft sehr schwer, Grenzverletzungen abzuwehren. Doch zunehmend wird es auch für Männer zum Problem, gerade im Arbeitsleben nimmt der Druck zu und die Forderungen werden immer größer.

Grenzen setzen wird da immer wichtiger, um nicht zum allzeit verfügbaren Menschenmaterial zu werden. E-Mails am Wochenende und Abends bearbeiten, Überstunden in unbegrenzter Zahl zu leisten, Urlaube zu streichen und kurzfristig anberaumte Geschäftsreisen jederzeit anzutreten, das sind nur einige Auswüchse.

Im Unterschied zum “Nicht-nein-sagen-können”-Sprachfehler neigt der grenzenlos Gutmütige auch zum vorauseilenden Gehorsam. Es wird nicht die Aufforderung, Mails am Wochenende zu bearbeiten abgewartet, sondern schon das Eintreffen der elektronischen Post als Indiz für eine solche Erwartung betrachtet.

Gerade auch im sozialen und medizinischen Bereich ist es weit verbreitet und kann sich dort besonders fatal auswirken, wenn das Abgrenzen nicht funktioniert. Wer tagaus, tagein mit schwer kranken Menschen oder schlimmen Schicksalen zu tun hat, muss die Fähigkeit entwickeln, sich davon innerlich abzugrenzen.

Und auch in der Familie ist es fast schon an der Tagesordnung, dass Grenzen überschritten werden, die Anliegen, speziell der Mütter, übergangen werden.

Wie zeigt sich das beim begleiteten Malen?

Beim begleiteten Malen wird dieses Problem ganz offensichtlich – wer es im Leben nicht schafft, klare Grenzen zu ziehen, tut dies auch auf dem Papier nicht.

Wenn Bilder auffällig von Farbverläufen und verwischenden Konturen geprägt sind, dann ist dies ein Indiz dafür, dass der Malende Probleme damit haben könnte, sich abzugrenzen. Auf dem Papier lässt sich das abgrenzen sehr gut einüben – das hier erlernte, neue Verhalten wirkt dann auf den Alltag zurück.

Wann und warum sollte dieses Verhaltensmuster verändert werden?

Immer dann, wenn Du selbst anfängst darunter zu leiden, dass Dich das Schicksal anderer schwer mit nimmt, solltest Du darüber nachdenken, wie Du Dich besser abgrenzen kannst, um Dich selbst zu schützen. Das bedeutet ja nicht, vollkommen kaltschnäuzig und emotionslos zu werden.

Auch wenn Du das Gefühl hast, mit Deinen Anliegen zu kurz zu kommen, vor lauter unausgesprochener Forderungen an Dich, ist die bessere Abgrenzung dringend nötig.

Gerade dieses Verhaltensmuster macht in starker Ausprägung sehr anfällig für Burnout und Depression.

Das willst Du nicht?

Dann schaufle Dir ein Plätzchen in Deinem Terminkalender frei und melde dich gleich an!

Einfach nur ein Anmelde-Mail schreiben, der Rest geht wie von selbst.

“Auf die Plätze, fertig, los!!!”

Frühjahrsputz für die Seele – ungesunde Verhaltensmuster entrümpeln – Teil 1

Ist erstmal ein bisschen Farbe auf dem Papier, geht der Rest wie von selbst

Gleich zu Beginn dieser neuen Artikelserie, möchte ich mich einem Verhaltensmuster widmen, das – im Übermaß – ziemlich ungesund werden kann. Warum am Anfang?

Weil es genau darum geht:

den Anfang nicht finden.

Kennst Du das von Mitmenschen oder auch Dir selbst?

Zögern, zaudern, überlegen – wenn erst der Anfang mal gemacht ist, dann geht es wie von selbst. Aber bis er mal gemacht ist….

Sicherlich wird jeder gelegentlich in dieser Situation sein, den Anfang nicht zu finden. Aber bei manchen Menschen wird daraus ein Verhaltensmuster, ein Verhalten, das in bestimmten Situationen regelmäßig zu beobachten ist. Womit jetzt auch der Begriff Verhaltensmuster definiert ist, die Regelmäßigkeit ist das entscheidende Kriterium.

In der Kunsttherapie im Allgemeinen und im begleiteten Malen im Besonderen, werden solche Verhaltensmuster auf Dauer deutlich und können durch Gesündere ersetzt werden.

Gerade dieses “den Anfang nicht finden” kann sich unter Umständen bereits beim ersten Bild bemerkbar machen. Es ist ziemlich normal, dass beim ersten Bild der Anfang länger dauert, die Situation ist doch recht ungewohnt und oft weiß der Malende noch gar nicht so recht, was er denn eigentlich malen soll und will.

Manchmal gibt es aber Malende, die besonders starke Schwierigkeiten mit dem Anfang haben. In solchen Fällen frage ich nach, ob sie ein Mensch sind, dem es schwerfällt, einen Anfang zu machen. Bisher hat sich mein erster Eindruck eigentlich jedesmal bestätigt.

Es gibt dann unterschiedliche Möglichkeiten daran zu arbeiten – ein Bild kann beispielsweise aus einer Farbspur entstehen, bei der Farbe aufs Blatt gebracht und dem ersten Impuls gefolgt wird. Das, was der Malende darin erkennt, wird ausgearbeitet, mag es noch so trivial oder absurd erscheinen. Welche Möglichkeit passend ist, muss in der Situation und unter Berücksichtigung der Gesamtpersönlichkeit entschieden werden. Die zeigt sich jedoch in der Regel erst nach einigen Bildern. Verhaltensmuster zu verändern dauert auch einige Zeit und zieht sich über mehrere Bilder hinweg.

Wann und warum sollte dieses Verhaltensmuster verändert werden?

Wie ich es oben schon geschrieben habe, steckt sicherlich jeder irgendwann mal in einer Situation, in der es ihm schwer fällt, einen Anfang zu finden. Wenn sich solche Situationen häufen und Du das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten, kann es erleichternd sein, daran etwas zu verändern.

Na los, fang an! Such Dir einen Termin aus und melde Dich an! Ein Mailoder Anruf genügt!

Mut zur Wut

Wut ist ein sehr starkes Gefühl, eins, das uns abschreckt, verängstigt.

Und doch ist Wut auch ein sehr wichtiges Gefühl.

Wut kann es uns ermöglichen, Grenzen zu setzen - bis hierher und keinen Schritt weiter, eben ist genug!!!

Dieser positive Aspekt der Wut wird im Allgemeinen nicht gesehen – zu groß ist der Schaden, den unkontrollierte Wut anrichten kann.

Wer kennt ihn nicht, den Wüterich, der mit hochrotem Kopf, aufgeblasenen Backen und geballten Fäusten da steht.
Nein – der passt nicht in unser Selbstkonzept vom vernünftigen, friedlichen Menschen. Den wollen wir nicht in uns tragen.

So wird die Wut unterdrückt. Weil wir uns nicht trauen “vor Wut zu schnauben”, haben wir die “Wut im Bauch”.

Ab dem Kleinkindalter wird uns beigebracht, diese Wut zu unterdrücken, zumeist sehr erfolgreich
Würden wir stattdessen lernen, diese Wut bewusst wahrzunehmen und positiv einzusetzen, wäre unser Leben sicher viel leichter. Doch es ist nie zu spät, auch im Erwachsenenalter ist es noch möglich, mit diesen Gefühlen wieder in Kontakt zu kommen und sie konstruktiv zu äußern.

Wenn sie wahrgenommen und geäußert werden darf, dann kann uns die Wut helfen, rechtzeitig Grenzen zu setzen und nicht erst dann, wenn eigentlich schon alles zu spät ist.

Wut lässt sich auch kreativ erarbeiten – Ton ist dafür ein ideales Material. In meinen Kinderworkshops biete ich spielerisches Arbeiten mit Ton an – dabei hat auch die Wut einen Raum.

Und wenn ich beim Malen bemerke, dass eins der Kinder Wut in sich trägt, dann darf es ein Bild mit den Händen malen. Der direkte Kontakt mit den Farben und dem Papier lässt dieses Gefühl viel stärker zum Vorschein kommen. Gern kommen dabei dann auch die Fingernägel zum Einsatz, mit denen in die aufgetragene Farbschicht geritzt werden kann. Da werden die Fingernägel im Kopf des Kindes auch gern mal zu Katzentatzen, die dem Papier einen Hieb versetzen.

Das wirkt so befreiend und hinterlässt nur ein bisschen Farbe unter den Fingernägeln als Folge.

Wie gehen Jugendliche mit Gefühlen um?

Pubertätsgeplagte Eltern können davon wahrscheinlich mehr als nur ein Liedchen singen – Jugendliche und ihre Gefühle.

Ob nun der schrill-hysterische Zickenalarm ausgerufen werden muss, oder cool brummelndes Genöle angesagt ist, Jugendliche tun sich mit ihren Gefühlen oft ganz besonders schwer.

Anlass geben, außer dem ganz normalen Gefühlswahnsinn, auch noch so schwerwiegende Themen wie die erste Liebe und ganz schlimm, der erste Liebeskummer, der Umgang mit Gleichaltrigen allgemein und Schulkollegen im Besonderen. Auch die Autorität von Eltern und Lehrern erzeugt einen Gefühlswirrwarr - auf der einen Seite werden Grenzen als Einengung und Bevormundung erlebt, auf der anderen Seite ist da die blanke Panik vor der Eigenverantwortlichkeit.

Die Hormone schießen quer und im Gehirn finden drastische Umbauarbeiten statt. Dazu kommen die körperlichen Veränderungen und die allgemeine Orientierungslosigkeit - wohin soll mein Leben führen, wie soll ich mich da jetzt schon entscheiden, wenn es doch so viele Möglichkeiten gibt?

“Nicht Fisch nicht Fleisch” – das trifft das Lebensgefühl in dieser Altersklasse ganz gut.

So extrem wie dieser ganze Lebensabschnitt, so extrem kann auch der Umgang mit den Gefühlen sein. Von totaler Abkapselung bis hin zum extrovertierten Ausleben reicht die Spannbreite der möglichen Reaktionen.

Kreative Beschäftigung kann dabei helfen, dieses Wirrwarr zu ordnen und zu verarbeiten.

Schwierig nur, dass sich Jugendliche das nicht (mehr) von ihren Erziehungsberechtigten verordnen lassen.

Oft fangen sie auf eigene Faust damit an und schreiben, fotografieren, drehen Videos, machen Musik oder malen. Instinktiv wissen sie, dass es ihnen gut tut. Oder sie werden in Jugendeinrichtungen (leider immer seltener), Schulen oder doch auch im Elternhaus darauf aufmerksam und betätigen sich entsprechend.

Über Gefühle reden, das fällt speziell den männlichen Jugendlichen sehr schwer. Die Mädchen neigen eher noch dazu, sich mit den besten Freundinnen sehr ausgiebig auszusprechen. Aber die jungen Männer? Soweit ich es erkennen kann, drehen sich die ‘Männergespräche’ doch eher um andere Themen.

Das Jugendalter erscheint mir als das Alter, in dem die Rollenklischees am ausgeprägtesten gelebt werden, noch stärker als in der Kindergartenzeit.

Im Endeffekt bleibt Eltern nur die Möglichkeit, ihren jugendlichen Kindern immer wieder Angebote zu machen und sich die Abfuhren nicht zu Herzen zu nehmen. Was fünfmal brummelnd abgelehnt wird, kann im richtigen Augenblick dankend angenommen werden.

Auf Geo.de gibt es sieben Tipps für Eltern zum Thema Pubertät.

Aus eigener Erfahrung möchte ich noch einen Achten beisteuern:

Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe!

(Quelle: unbekannt)

Alkoholprävention – wie sag ich ‘s meinem Kinde?

Alkohol ist ja nun eine ziemlich allgegenwärtige Volksdroge – entsprechend früh erleben auch schon Kinder, dass Alkohol getrunken wird.

Ob ein Verbot der Königsweg ist, bezweifle ich sehr, auch wenn eine holländische Studie dies nahelegen will.

Natürlich soll und darf das kein Freibrief sein, für regelmäßige Eltern-Kind-Besäufnisse.

Womit aber ganz sicher schon ein Faktor festliegt – wie geht das Elternhaus mit Alkohol um? Es ist * räusper * eher wenig glaubwürdig, wenn Papa oder Mama – mal ganz drastisch ausgedrückt – voll wie die Haubitzen, dem Nachwuchs predigen “lass’ die Finger weg vom Allohol”. Das kann im besten Fall ein so abschreckendes Beispiel sein, dass die Jugend sich schwört “so werd’ ich nie” und tatsächlich die Finger weg lässt. Einzelfälle in dieser Art gibt es, die Regel wird es aber eher nicht sein.

Hier sollten Eltern mit sich selbst ehrlich sein und überlegen, wie sie selbst mit Alkohol umgehen wann wird getrunken, wie viel und warum? Tauge ich als Vorbild für einen verantwortungsbewussten Umgang oder sollte ich selbst mein eigenes Verhalten vielleicht überdenken und ändern?

Wie stelle ich selbst mir denn eigentlich einen verantwortungsvollen Umgang damit vor? In den Details ist schon diese Frage schwer zu beantworten.

Das Jugendschutzgesetz regelt den Verkauf und Konsum in der Öffentlichkeit, lässt aber die letzte Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten.

(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen

1.
Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche,
2.
andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.

(2) Absatz 1 Nr. 2 gilt nicht, wenn Jugendliche von einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden.

Wenn Kinder und Jugendliche nun im Rahmen einer Feier trinkende Erwachsene sehen, dann sehen sie, dass die lustig werden und feiern. So entsteht natürlich schnell der Gedanke, dass Alkohol fröhlich macht und einen “gut drauf bringt”. Sie erleben vielleicht auch noch, dass die Eltern abends “zum Entspannen” Wein oder Bier trinken.

(Danke Steffen für die Vermittlung dieser Sichtweise)

Wenn ich jetzt den Verbotsgedanken wieder aufgreife, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass bei Kindern dann schnell der Verdacht aufkommt, die Erwachsenen wollten ihnen was “Schönes” vorenthalten.

Biologisch-medizinische Begründungen können helfen, zu erklären, warum für Kinder und Jugendliche andere Maßstäbe angesetzt werden müssen als für Erwachsene:

Ein paar Schlucke zuviel können tödlich sein

Neben den sozialen und psychischen Folgen und Problemen sind die körperlichen Auswirkungen des schädlichen Konsums erheblich. Denn der junge Körper verkraftet den Alkohol wesentlich schlechter, als der eines Erwachsenen. „Die Stoffwechselleistung reicht einfach nicht aus, um den Alkohol so schnell abzubauen, wie das bei einem Erwachsenen geschieht“, erklärt Dr. Krüger. Die Langzeitfolgen regelmäßigen Alkoholkonsum in Kinder- und Jugendjahren können daher fatal sein. Gehirn, Leber, und Lunge können nachhaltige Schäden davon tragen. Werden die Jugendlichen im Vollrausch medizinisch betreut, kann das Schlimmste verhindert werden. Es reichen jedoch schon ein paar Schlucke zuviel aus, um den Alptraum wahr werden zu lassen: Alkohol verstärkt die Auskühlung des Körpers oder kann zu Erbrechen führen. Verhindert der Rausch, dass dies wahrgenommen wird, kann das tödlich enden.

Quelle: Uniklinik Freiburg

Doch diese Bedingungen ändern sich ja nicht schlagartig mit dem 16. oder 18. Geburtstag.

Von daher sollte bereits frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass Alkohol ein Genussmittel ist und auch ein Suchtpotential in sich trägt.

Kindgerecht lässt sich das schon Jüngeren durch einen einfachen Vergleich nahe bringen:

Wenn Du ein Stück Schokolade isst, dann ist das lecker und ein Genuss. Wenn Du drei Tafeln Schokolade auf einmal isst, dann gibt das Bauchweh. Und wenn Du jeden Tag eine ganze Tafel Schokolade isst, dann schadest Du damit Deinem Körper, wirst dick und kannst zuckerkrank werden.

Zufriedene Abstinenz – Interview mit Rolf Höge Teil 2

Der zweite Teil des Interviews mit Rolf Höge:

Der Weg in die zufriedene Abstinenz – bedeutet das letztendlich, für alle Situationen, in denen zuvor der Alkohol eine Rolle gespielt hat, neue Wege zu finden?

Es bedeutet zunächst einmal, eine Entscheidung zu treffen, nämlich die Entscheidung abstinent leben zu wollen. Damit ändert man die Blickrichtung von ‚ich will nicht mehr trinken’ hin zu ‚ich will zufrieden abstinent leben’

Wenn ich also diese Entscheidung getroffen habe, dann steht mir das ‚Lösungsmittel’ Alkohol in all den Problemsituationen nicht mehr zur Verfügung. Sich nach  Stresssituationen abends gemütlich mit einem Glas Rotwein zu entspannen, taugt für einen Alkoholiker nicht als Entspannungsmethode. Sich mal eben etwas Mut anzutrinken, bevor man beispielsweise eine Frau zum Tanzen auffordert, ist ebenfalls nicht angesagt. Das Gefühl, sich ausgegrenzt zu fühlen, weil man auf Partys keinen Alkohol trinkt, kann man  nicht einfach mal so wieder wegsaufen. Wenn die Entscheidung zur Abstinenz wirklich getroffen wurde, steht die Krücke Alkohol nicht mehr zur Verfügung. Und dann ist es tatsächlich so als würde man das Laufen neu lernen.

Aus diesem Grund halte ich auch Selbsthilfegruppen für wichtig. Denn dort sitzen trockene Alkoholiker, die bereits laufen können. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass ein Leben ohne Alkohol möglich und erstrebenswert ist.

Nun sage ich in meinem Ratgeber „Quo vadis, Alki?“ nicht, was man nun in der einen oder anderen  Problemsituationen tun soll anstatt zu trinken. Denn es geht ja um Wege in eine „zufriedene“ Abstinenz, nicht um Trinkalternativen.

Zufriedene Abstinenz ist kein fertiges Produkt, kein Ideal, das am Ende eines langen, schwierigen Weges steht. Man kann sie nicht suchen, um sie letztend­lich zu finden. Man muss sie entdecken, für sich ganz persönlich. Das heißt, man wird nicht irgend­wann an einem Zielpunkt ankommen, den man dann „zufriedene Abstinenz“ nennt und den man nur zu halten braucht.

Zufriedene Abstinenz gleicht einer Entdeckungsreise, einer langen  Fahrt und der Sinn dieser Fahrt ist die Reise selbst. Dabei kann man auch schon einmal in einen Stau geraten. Es gilt aber, sich auf dieser Fahrt selbst immer besser  kennen und verstehen zu lernen und dabei mehr und mehr zu entdecken, was für einen ganz persönlich Zufriedenheit bedeutet.

Je mehr wir  entdecken, was in unserem  Leben Zufriedenheit, Wohlgefühl, Lebensfreude und positive Lebenseinstellung beinhaltet, um so mehr können wir bewusst und durch eigenverantwortliches Handeln dafür sorgen, diese Zustände herbeizu­führen und zu steuern. Mit diesem Entdeckungspro­zess erschaffen wir unser eigenes  Wohlfühlland und gewinnen an Lebensqualität. Das gilt nicht nur für Alkoholiker.

Wir selbst steuern unsere Reise aufgrund ganz persönlicher Erfahrungen. Und so mag das, was mich zufrieden macht, nicht unbedingt jemand anders auch zufrieden stellen. Zwei trocken Alkoholiker können also für sich jeder einen anderen Weg in die zufriedene Abstinenz finden. Aber beiden ist die Entscheidung gemeinsam, zufrieden ohne Alkohol leben zu wollen.

Um dies leben zu können, muss sich wiederum jeder für sich in den unterschiedlichsten Lebenssituationen immer wieder fragen, ob das, was er gerade lebt, im Einklang mit seiner Entscheidung steht. Und er muss für sich natürlich heraus finden, was für ihn ganz individuell Zufriedenheit bedeutet, damit er überprüfen kann ‚fühlt sich so Glück an?’

Darin gibt mein Ratgeber etwas Hilfestellung.

Welche Rolle hat Kreativität dabei für Dich gespielt?

Nun, während meiner nassen Zeit, musste ich immer wieder Wege finden, um mich am Stoff zu halten. Neue Lügen, neue Ausreden und vieles mehr. Wissenschaftlich gesehen war ich also ‚kreativ’, denn ich hatte mir mit fortschreitender Alkoholerkrankung die „ Fähigkeit erworben, neue Problemstellungen durch die Anwendung dieser  Fähigkeiten zu lösen:“  Allerdings war das  sehr kontraproduktiv und hat mit der Kreativität wie ich sie als trockener Alkoholiker und Künstler verstehe, nicht viel gemeinsam.

Natürlich erwirbt man mit zunehmender Abstinenz auch neue Fähigkeiten mit den unterschiedlichsten  Problemstelllungen umzugehen, ohne auf Alkohol zurückgreifen zu müssen. Das ist aber ein Entwicklungsprozess, ein Produkt der Abstinenz.

In meinem Wohnzimmer hängen Bilder an der Wand, die ich selbst gemalt habe. Die hängen nicht einfach da, weil ich nun eine Möglichkeit gefunden habe, meine Wände selbst zu schmücken. Jedes Bild, jedes abstrakt gemalt, spiegelt auch einen ganz bestimmten Aspekt meiner Persönlichkeit zu einem ganz bestimmten  Zeitpunkt wieder. Mit jedem Bild habe ich etwas aus mir „herausgedrückt“, was in mir war und mich damit eben „ausgedrückt“.  Auf den ersten Blick vielleicht  eine kleine Wortspielerei. Näher betrachtet ist es aber genau das, was ich während meiner nassen Zeit nicht konnte: das, was in mir war, auch auszudrücken.

Mein Kopf war oft voll mit „mentalem Ballast“, mit einem Gedankengewitter, mit Selbstvorwürfen, Selbstverurteilungen, mit Tausenden von „wenn“ und „aber“, die Gedanken drehten sich wie in einem Hamsterrad. Gute Vorsätze hatte ich Tausende. Nichts davon konnte  ich umsetzen, denn alle Vorsätze waren Teil dieses Hamsterrades, Gedanken, die sich abwechselten. Ruhe bekam ich nur, wenn ich das alles wegsoff, mir das Gehirn zu ballerte.

Und jetzt komme ich zu dem kreativen Prozess! – Alles, was einen Menschen dazu befähigt, vom Denken ins Handeln zu kommen, bezeichne ich als einen kreativen Prozess, der lebendig macht. Man ist nicht mehr passiv seinen Gedankenströmen ausgeliefert, sondern hält  das Hamsterrad an. Das Anhalten führt ins Jetzt, in den gegenwärtigen Augenblick und damit in die Handlungsfähigkeit. Welche neuen Handlungsweisen man nun anwendet, anstatt in gewohnte Muster zurück zu fallen, ist eine Frage des kreativen Prozesses, den man bevorzugt. Das kann das Schreiben,  das Malen, das Singen oder jede andere Aktion sein. Die Betonung liegt auf „Aktion“, nicht auf „denken“.

In „Quo vadis, Alki?“ beschreibe ich die Methode “Gedanken heraus schreiben“, eine sehr wirksame Methode, sich mentalen Ballasts zu entledigen, durch das Nie­der­schreiben von Gedanken in wenigen Minuten.

Man nimmt  dazu einen Stift, ein Blatt Papier,  konzentriert sich auf seinen  Gedankenstrom und schreibt  schnell und ohne zu überlegen auf, was man im gegenwärtigen Augenblick gerade denkt, welche ver­schiedenartige Gedanken durch den Kopf rasen. Das darf gerne vollkommen zusammenhanglos sein. Man  braucht  keine gut formulierten Sätze, es genügen Stichworte. Wichtig ist, schnell zu schreiben, damit man nicht im Denken verharrt. Damit „entleert“ man seinen Kopf, indem man seinen inneren Gedankenstrom allein durch die Motorik des Schreibens, durch die Bewegung ins Außen bringt. Das entstresst und bringt oft auch ganz gute Textkreationen hervor.

Vielen Dank für die aufschlussreichen und interessanten Antworten.

Der sichere Weg durch die Pubertät

Ich bin mir sicher, dieses Ratgeberbuch wird ein absoluter Knaller und Verkaufsschlager.

Weiterlesen Der sichere Weg durch die Pubertät

Wenn Wut zu lange gärt

Das Thema ist im Moment noch in allen Nachrichten aktuell, der Mord eines ehemaligen Schülers an seinem früheren Lehrer in Ludwigshafen. Der Tatort ist etwa 20 km von mir entfernt, verdammt nah.

Und wie jedes mal wieder macht sich die Fassungslosigkeit breit – wie kann so etwas passieren?

Schnelle und einfache Erklärungen werden dann gern gefunden – gewaltverherrlichende Computerspiele, aggressive Rockmusik bieten sich fürs einfache Gemüt immer wieder an.

Der Täter selbst gibt nach Medienaussagen als Motiv “sehr große Wut” an.

Es erscheint abstrus, unfassbar – Wut auf schlechte Noten und ungerechte Behandlung führt nach Jahren zu einem solchen Gewaltausbruch?

Nach der Bluttat hat Bundespräsident Horst Köhler eine verstärkte „Kultur der Aufmerksamkeit“ gefordert. „Das ist ein Langzeitthema, das uns beschäftigen wird“, sagte Köhler bei einem Besuch in Trier. Die Täter litten oft länger unter bestimmten Dingen, bis sie „explodierten“: „Wir müssen alle viel aufmerksamer sein“, sagte der Bundespräsident.

Quelle: welt.de

Ich denke, Herr Köhler hat da schon einen guten Ansatzpunkt geliefert.

Der Knackpunkt ist in meinen Augen der Umgang mit Gefühlen, speziell der Wut und Aggression. Und das ist auch ein Ansatzpunkt für Eltern, um zu verhindern, dass vielleicht eines Tages der eigene Nachwuchs derart ausrastet.

Gerade wenn die Kinder größer werden und langsam anfangen sich vom Elternhaus zu lösen, wird der Einfluss der Freunde und Gruppen stärker. Der Charakter des Kindes prägt sich auf dem Weg ins Erwachsenenalter aus und verändert sich vielleicht auch. Gerade dann ist es wichtig darauf zu achten, wie das Kind mit seinen Gefühlen umgeht.

Auch wenn Kinder – besonders die Jungs – in dieser Zeit anfangen sich abzukapseln und versuchen ihre Gefühle hinterm Berg zu halten, wird doch noch oft genug sichtbar, wie sie mit Wut umgehen.

Explodieren sie bei der kleinsten Kleinigkeit?

Oder fressen sie in sich hinein?

Beide Extreme sind nicht gut, vor allem der letztere Fall ist in meinen Augen gefährlich und kann sich Jahre später fatal auswirken. Entweder als Extremfall durch einen solchen Ausbruch nach außen oder aber auch gegen sich selbst gerichtet in Form von Krankheiten oder Suizidität.

Je nachdem, wann es auffällt, dass ein Kind ungesund mit seiner Wut umgeht, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten da gegenzuwirken.

Für Kinder bis ins Grundschulalter sind auf zzzebra.de eine Reihe von Spielen zum Umgang mit Wut und Aggressionen zu finden.

Spätestens wenn sich die ersten Anzeichen der Pubertät zeigen, sind diese Spiele wahrscheinlich nicht mehr so angesagt. Als Angebote in diesem Alter eignen sich beispielsweise ein Sandsack, Wutzettel, die zerknüllt und geworfen werden dürfen oder auch Wutbälle zum Kneten und auf den Boden werfen. Die lassen sich auch selbst herstellen, eine Anleitung dazu gebe ich in den nächsten Tagen.

Auch alle kreativen Beschäftigungen wie Malen, Musik, Schreiben sind hilfreich.

Wenn sich aber abzeichnet, dass ein angemessener Umgang mit Wut und Aggression nicht möglich ist, dann sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Geeignet sind da beispielsweise Gestalttherapie, Kunsttherapie und Psychotherapie der unterschiedlichen Richtungen. Auch Heilpraktiker können bei solchen Problemen ein guter Anlaufpunkt sein.

Ich selbst biete speziell für dieses Problem die Arbeit mit Ton ergänzend zum Malen an – auch für Kinder und Jugendliche.