Alkoholprävention – wie sag ich ’s meinem Kinde?

Alkohol ist ja nun eine ziemlich allgegenwärtige Volksdroge – entsprechend früh erleben auch schon Kinder, dass Alkohol getrunken wird.

Ob ein Verbot der Königsweg ist, bezweifle ich sehr, auch wenn eine holländische Studie dies nahelegen will.

Natürlich soll und darf das kein Freibrief sein, für regelmäßige Eltern-Kind-Besäufnisse.

Womit aber ganz sicher schon ein Faktor festliegt – wie geht das Elternhaus mit Alkohol um? Es ist * räusper * eher wenig glaubwürdig, wenn Papa oder Mama – mal ganz drastisch ausgedrückt – voll wie die Haubitzen, dem Nachwuchs predigen „lass‘ die Finger weg vom Allohol“. Das kann im besten Fall ein so abschreckendes Beispiel sein, dass die Jugend sich schwört „so werd‘ ich nie“ und tatsächlich die Finger weg lässt. Einzelfälle in dieser Art gibt es, die Regel wird es aber eher nicht sein.

Hier sollten Eltern mit sich selbst ehrlich sein und überlegen, wie sie selbst mit Alkohol umgehen wann wird getrunken, wie viel und warum? Tauge ich als Vorbild für einen verantwortungsbewussten Umgang oder sollte ich selbst mein eigenes Verhalten vielleicht überdenken und ändern?

Wie stelle ich selbst mir denn eigentlich einen verantwortungsvollen Umgang damit vor? In den Details ist schon diese Frage schwer zu beantworten.

Das Jugendschutzgesetz regelt den Verkauf und Konsum in der Öffentlichkeit, lässt aber die letzte Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten.

(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen

1.
Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche,
2.
andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.

(2) Absatz 1 Nr. 2 gilt nicht, wenn Jugendliche von einer personensorgeberechtigten Person begleitet werden.

Wenn Kinder und Jugendliche nun im Rahmen einer Feier trinkende Erwachsene sehen, dann sehen sie, dass die lustig werden und feiern. So entsteht natürlich schnell der Gedanke, dass Alkohol fröhlich macht und einen „gut drauf bringt“. Sie erleben vielleicht auch noch, dass die Eltern abends „zum Entspannen“ Wein oder Bier trinken.

(Danke Steffen für die Vermittlung dieser Sichtweise)

Wenn ich jetzt den Verbotsgedanken wieder aufgreife, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass bei Kindern dann schnell der Verdacht aufkommt, die Erwachsenen wollten ihnen was „Schönes“ vorenthalten.

Biologisch-medizinische Begründungen können helfen, zu erklären, warum für Kinder und Jugendliche andere Maßstäbe angesetzt werden müssen als für Erwachsene:

Ein paar Schlucke zuviel können tödlich sein

Neben den sozialen und psychischen Folgen und Problemen sind die körperlichen Auswirkungen des schädlichen Konsums erheblich. Denn der junge Körper verkraftet den Alkohol wesentlich schlechter, als der eines Erwachsenen. „Die Stoffwechselleistung reicht einfach nicht aus, um den Alkohol so schnell abzubauen, wie das bei einem Erwachsenen geschieht“, erklärt Dr. Krüger. Die Langzeitfolgen regelmäßigen Alkoholkonsum in Kinder- und Jugendjahren können daher fatal sein. Gehirn, Leber, und Lunge können nachhaltige Schäden davon tragen. Werden die Jugendlichen im Vollrausch medizinisch betreut, kann das Schlimmste verhindert werden. Es reichen jedoch schon ein paar Schlucke zuviel aus, um den Alptraum wahr werden zu lassen: Alkohol verstärkt die Auskühlung des Körpers oder kann zu Erbrechen führen. Verhindert der Rausch, dass dies wahrgenommen wird, kann das tödlich enden.

Quelle: Uniklinik Freiburg

Doch diese Bedingungen ändern sich ja nicht schlagartig mit dem 16. oder 18. Geburtstag.

Von daher sollte bereits frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass Alkohol ein Genussmittel ist und auch ein Suchtpotential in sich trägt.

Kindgerecht lässt sich das schon Jüngeren durch einen einfachen Vergleich nahe bringen:

Wenn Du ein Stück Schokolade isst, dann ist das lecker und ein Genuss. Wenn Du drei Tafeln Schokolade auf einmal isst, dann gibt das Bauchweh. Und wenn Du jeden Tag eine ganze Tafel Schokolade isst, dann schadest Du damit Deinem Körper, wirst dick und kannst zuckerkrank werden.

2 Antworten auf „Alkoholprävention – wie sag ich ’s meinem Kinde?“

  1. Hey, ich bin genau deiner Meinung. Werde mich mal für Updates anmelden. Bin schon gespannt mehr zu lesen.

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